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Nachrichten

08.04.2012 – Langsam gesprochene Nachrichten

Trainiere dein Hörverstehen mit den Nachrichten der Deutschen Welle von Sonntag – als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

Papst Benedikt XVI. hat gemeinsam mit tausenden Gläubigen die traditionelle Osternacht gefeiert. In seiner Ansprache im Petersdom in Rom warnte er vor einem Werteverlust und rief zu einer Neubesinnung auf den Glauben auf. Eindringlich warnte der Papst vor einem technischen Fortschritt, der von der Erkenntnis von Gut und Böse ablenke. Im Zuge der mehrstündigen Zeremonie nahm das Oberhaupt der katholischen Kirche traditionsgemäß Erwachsene aus mehreren Ländern durch Taufe und Firmung in die Kirche auf. Der Höhepunkt der Osterfeierlichkeiten ist an diesem Sonntag die Messe auf dem Petersplatz. Dazu werden zehntausende Gläubige aus aller Welt erwartet. Anschließend verkündet der Papst die Osterbotschaft und spendet den Segen "Urbi et orbi" - der Stadt und dem Erdkreis.

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Rund eine Million Menschen in Syrien sind auf humanitäre Hilfe angewiesen. Grund dafür sei die anhaltende Gewalt im Land, teilte die Organisation für Islamische Zusammenarbeit (OIC) mit Sitz im saudi-arabischen Dschidda mit. Vertreter der Organisation hätten Syrien im vergangenen Monat besucht. OIC-Generalsekretär Ekmeleddin Ihsanoglu sagte, die Organisation wolle 70 Millionen Dollar zusammentragen, unter anderem, um Flüchtlinge mit Lebensmitteln und Medikamenten zu versorgen. Die Organisation für Islamische Zusammenarbeit setzt sich aus 57 überwiegend muslimischen Nationen zusammen, unter den Mitgliedern ist auch Syrien.

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Bundesaußenminister Guido Westerwelle hat sich in die Debatte um das Israel-kritische Gedicht von Literaturnobelpreisträger Günter Grass eingeschaltet. In einem Gastbeitrag für die "Bild am Sonntag" schrieb Westerwelle, Israel und Iran auf eine gleiche moralische Stufe zu stellen, sei nicht geistreich, sondern absurd. Wer die Bedrohung, die von einer atomaren Bewaffnung des Irans ausgehe, verharmlose, verweigere die Realität, so Westerwelle. In dem Gedicht, dass Grass am Mittwoch in drei Zeitungen veröffentlichte, warf der Dichter der Atommacht Israel vor, mit seiner Iranpolitik den Weltfrieden zu gefährden.

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Malis Parlamentspräsident Dioncounda Traoré ist drei Wochen nach dem Putsch in seine Heimat zurückgekehrt. Der designierte Übergangspräsident soll innerhalb von 40 Tagen Parlamentswahlen einleiten. Die Übergabe der Macht aus der Hand der Putschisten war unter dem Druck der Westafrikanischen Wirtschaftsgemeinschaft ECOWAS zustande gekommen. Im Gegenzug wurde den Putschisten Amnestie gewährt und die Sanktionen gegen Mali wieder aufgehoben. Ungelöst ist dagegen noch der Konflikt mit den Tuareg, die den Norden Malis einseitig für unabhängig erklärten. Dies stieß international auf Ablehnung.

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Pakistanische Rettungsmannschaften haben in dem Gletscherbiet in Kaschmir die Suche nach den 135 verschütteten Lawinenopfern wieder aufgenommen. Die Lawine war am Samstagmorgen in 4500 Metern Höhe an einem Militärstützpunkt nahe des Siachen-Gletschers niedergegangen und hat 124 Soldaten und 11 Zivilisten unter den Schneemassen begraben. Die Hoffnungen, noch Überlebende zu finden, sind allerdings sehr gering. Im staatlichen Fernsehen erklärte die Armee, der Schnee habe sich an der Unglücksstelle bis zu 25 Meter hoch aufgetürmt. Der Siachen-Gletscher wird als das höchstgelegene Kampfgebiet der Erde bezeichnet, weil sich in der Region seit Jahrzehnten die Erzrivalen Pakistan und Indien militärisch um das Kaschmirgebiet auseinandersetzen.

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Der chinesische Dissident und Vordenker der Demokratiebewegung von 1989, Fang Lizhi, ist im Alter von 76 Jahren im US-Exil gestorben. Fang war einst loyales Mitglied der kommunistischen Partei Chinas, wandelte sich aber zu einem weltweit bekannten Regimekritiker. Sein offener Aufruf an den damaligen Machthaber Deng Xiaoping Anfang 1989 inspirierte die prodemokratische Studentenbewegung, die am 4. Juli desselben Jahres auf dem Tiananmenplatz in Peking blutig niedergeschlagen wurde. Der damalige Präsident George Bush senior gewährte Fang Asyl. Der als brilliant geltende Astrophysiker lebte seither in den USA und lehrte an der Universität von Arizona.

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Die deutsche Friedensbewegung setzt ihre traditionellen Ostermärsche fort. Kundgebungen und Aktionen sind an diesem Montag vor allem in Nordrhein-Westfalen geplant. Zu den Forderungen gehören der Abzug der Bundeswehr aus Afghanistan und eine friedliche Lösung des Konflikts um das iranische Atomprogramm. Bundesweit gingen seit Karfreitag bereits mehrere tausend Menschen für Konfliktlösungen ohne den Einsatz militärischer Gewalt auf die Straße.

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