1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

Nachrichten

08.03.2012 – Langsam gesprochene Nachrichten

Trainiere dein Hörverstehen mit den Nachrichten der Deutschen Welle von Donnerstag – als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

***

Erstmals seit Beginn der Unruhen in Syrien vor einem Jahr ist ein ranghohes Mitglied der Regierung zu den Aufständischen übergelaufen. Vize-Ölminister Abdo Hussameddin kündigte in einem auf Youtube veröffentlichten Video seinen Rücktritt an und erklärte, er werde von nun an die Aufständischen unterstützen. Die Echtheit des Internetvideos konnte noch nicht überprüft werden. Am Mittwoch hatte die UN-Nothilfekoordinatorin Valerie Amos die drittgrößte Stadt Homs besucht. Sie ist ihren Angaben zufolge "total zerstört" und nahezu menschenleer. Nach schweren Kämpfen hatte die Armee die Stadt vergangene Woche eingenommen. Seither sollen Tausende Zivilisten aus den vormals umkämpften Stadtteilen geflohen sein. Aktivisten hatten in den vergangenen Tagen über Hinrichtungen, Massenfestnahmen, Vergewaltigungen und Plünderungen berichtet.

***

Russland hat der libyschen Regierung vorgeworfen, sie habe für die militärische Ausbildung von Aufständischen aus Syrien gesorgt. Der russische UN-Botschafter Witali Tschurkin sagte vor dem Weltsicherheitsrat, sein Land habe Informationen erhalten über "spezielle Trainingszentren für syrische Revolutionäre". Moskau sei außerdem besorgt über die "unkontrollierte Verbreitung von libyschen Waffen in der Region". Der ebenfalls anwesende libysche Ministerpräsident Abdurrahim el Keib äußerte sich nicht zu den Vorwürfen. Wenige Stunden zuvor hatte der Regierungschef in einer Rede am Internationalen Friedensinstitut in New York allerdings erklärt, sein Land unterstütze die syrische Opposition mit finanzieller Hilfe.

***

Im Streit um die Unabhängigkeit der ungarischen Notenbank ist die Budapester Regierung auf die Europäische Union zugegangen. Ungarn schickte der Europäischen Zentralbank den Entwurf für Ergänzungen des bemängelten Gesetzes. Mit Zugeständnissen beim umstrittenen Notenbankgesetz will Ungarn den Weg für dringend benötigte Hilfszahlungen der internationalen Geldgeber frei machen. Zuvor hatte die EU-Kommission von den Ungarn als Beleg für ihre Kompromissbereitschaft die Gesetzentwürfe angefordert.

***

Kurz vor Ablauf der Frist für die Zustimmung privater Investoren zum dringend benötigten Schuldenschnitt in Griechenland versucht die Regierung in Athen, Zuversicht zu verbreiten. Das Tauschprogramm für Staatsanleihen laufe gut und die Annahmequote sei "sehr hoch", sagte ein Regierungsmitarbeiter ohne genaue Zahlen zu nennen. Ob Athen zumindest in die Nähe der angestrebten Zustimmungsquote von 90 Prozent kommt, ist aber offen. Bislang hat erst etwa die Hälfte der Banken, Versicherungen und Hedgefonds ihre Bereitschaft erklärt, mit dem Tausch auf einen Großteil ihrer Forderungen zu verzichten. Eine Zweidrittel-Mehrheit der Investoren wäre nötig, um die Umschuldung notfalls zu erzwingen. Würde auch diese verfehlt, drohte dem Land eine ungeordnete Staatspleite mit unabsehbaren Folgen für die Euro-Zone.

***

Die Grünen-Bundestagsfraktionsvorsitzende Renate Künast hat eine 40-prozentige Frauenquote in Aufsichtsräten deutscher Unternehmen gefordert. Es entspreche nicht der Verfassung, dass es in vielen Bereichen eine nahezu 100-Prozent-Männerquote gebe, sagte Künast der Zeitung "Ruhr Nachrichten". Anlässlich des Internationalen Frauentags befasst sich der Bundestag an diesem Donnerstag ausführlich mit dem Thema Gleichberechtigung. Der erste Bericht der Bundesregierung dazu kommt zu dem Schluss, dass die bislang freiwilligen Vereinbarungen zu keiner grundlegenden Veränderung der "Geschlechterverteilung in Führungspositionen" geführt haben.

***

Mit Schwerpunkten in Bayern und im Raum Hannover sind die Warnstreiks im öffentlichen Dienst in die nächste Runde gegangen. In Hannover, wo zurzeit die Computermesse Cebit stattfindet, rechnet die Polizei mit einem Verkehrschaos. Öffentliche Busse und Bahnen blieben in den Depots. Lediglich für Messebesucher sind Shuttle-Busse im Einsatz. Nach Angaben der Gewerkschaft Verdi sind im Laufe des Tages schätzungsweise 20.000 Messebesucher betroffen. In Bayern ist der Nahverkehr dagegen nicht berührt. Hier soll vornehmlich in Kindertagesstätten und anderen Dienstleistungsbetrieben die Arbeit niedergelegt werden. Mit den Streiks will die Gewerkschaft ihre Forderung nach mehr Gehalt für die zwei Millionen Beschäftigten im öffentlichen Dienst unterstreichen.

***

Knapp drei Wochen nach seinem Rücktritt wird Ex-Bundespräsident Christian Wulff an diesem Donnerstag in Berlin mit militärischen Ehren verabschiedet. Zum Großen Zapfenstreich werden 200 Gäste erwartet, darunter auch Bundeskanzlerin Angela Merkel und die meisten ihrer Minister. Rot-Grüne Spitzenpolitiker und Wulffs Vorgänger im höchsten Staatsamt bleiben dem Zapfenstreich aber fern. Die Ehrung ist wegen der Umstände des Rücktritts und der Vorwürfe gegen Wulff umstritten. Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen des Verdachts der Vorteilsannahme.

WWW-Links

Audio und Video zum Thema