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Nachrichten

08.01.2012 – Langsam gesprochene Nachrichten

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die Nachrichten der Deutschen Welle von Sonntag – als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

Trotz anhaltender Gewalt in Syrien und heftiger Kritik an ihrer Beobachtermission schließt die Arabische Liga einen Abbruch des Einsatzes aus. Ein vorzeitiger Abzug der Beobachter stehe nicht zur Diskussion, sagte der stellvertretende Liga-Chef Adnan Eissa in Kairo. Am Samstag trafen zehn weitere Beobachter aus Jordanien in Syrien ein. Damit erhöhte sich ihre Zahl auf 163. An diesem Sonntag will die Liga in der ägyptischen Hauptstadt eine Zwischenbilanz des Einsatzes ziehen. Berichten zufolge werfen die arabischen Staaten der Regierung in Damaskus vor, Zusagen nicht einzuhalten. Nach Angaben der Opposition kamen beim gewaltsamen Vorgehen syrischer Sicherheitskräfte gegen Regimegegner am Samstag mindestens 29 Menschen ums Leben. Die meisten Opfer starben demnach in der Provinz Homs und in Vororten von Damaskus.

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Mit einem ökumenischen Gottesdienst hat die südafrikanische Regierungspartei Afrikanischer Nationalkongress (ANC) den dritten und letzten Tag der Jubiläumsfeiern zu ihrem hundertjährigen Bestehen eröffnet. In der kleinen Kirche in Bloemfontein, wo der ANC am 8. Januar 1912 gegründet worden war, versammelten sich viele Würdenträger aus dem In- und Ausland. In der Nacht zum Sonntag entzündete Präsident Jacob Zuma dort eine Flamme, die als Symbol des Widerstands gegen die Apartheid durch das Land geschickt werden soll. Bischof Desmond Tutu, der für seinen Kampf gegen die Apartheid im Jahr 1984 den Friedensnobelpreis erhalten hatte, segnete die Flamme. Seit dem Ende der Rassentrennung 1994 führt der Afrikanische Nationalkongress die Regierung.

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Zweieinhalb Monate nach dem Tod des libyschen Ex-Machthabers Muammar al-Gaddafi reist Außenminister Guido Westerwelle an diesem Sonntag nach Tripolis. In der libyschen Hauptstadt wird er mit dem Chef der Übergangsregierung, Abdurrahim al-Kib, und seinem Kollegen Aschur bin Tschajal Kib, zusammenkommen. Zudem trifft der Minister im Bürgerkrieg verletzte Libyer, die in Deutschland behandelt wurden. Westerwelle dürfte neben dem Wiederaufbau die angespannte Sicherheitslage und die Zukunft der Demokratisierung ansprechen. Zum Auftakt seiner dreitägigen Nordafrikareise hatte der Minister am Samstag in Algier Algerien zu politischen Reformen ermutigt und für einen Ausbau der Wirtschaftsbeziehungen geworben. Am Sonntagabend will er nach Tunesien weiterreisen, wo der sogenannte Arabische Frühling vor gut einem Jahr begonnen hat.

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Die SPD-Generalsekretärin Andrea Nahles fordert für den Fall eines Rücktritts von Bundespräsident Christian Wulff eine Neuwahl des Bundestags. Falls nach Horst Köhler nochmals ein Bundespräsident zurücktrete, müsste es Neuwahlen geben, sagte Nahles der Zeitung "Bild am Sonntag". Kanzlerin Angela Merkel müsse sich dann dem Votum der Wähler stellen. Die Affäre Wulff sei jetzt auch eine Affäre Merkel. Sie selbst habe erhebliche Zweifel, dass Wulff die Kredit-Affäre überstehen werde, betonte Nahles. Der Bundespräsident hat einen Rücktritt abgelehnt. Die Zeitung berichtet zudem, Wulff habe sich zuversichtlich gezeigt, er werde die Krise bald überstanden haben. "In einem Jahr ist das alles vergessen", soll er demnach beim Neujahrsempfang für seine Mitarbeiter gesagt haben. Der Präsident habe versichert, er wolle bis 2015 einen guten Job machen und sei zuversichtlich, "dass dieses Stahlgewitter bald vorbei ist".

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Zur Mordserie der Zwickauer Neonazi-Zelle wird es aller Voraussicht nach einen Bundestags-Untersuchungsausschuss geben. Die SPD-Fraktion wolle einem entsprechenden Antrag der Grünen zustimmen, erklärte ein Sprecher der Sozialdemokraten. Der Ausschuss soll unter anderem ein Versagen der Sicherheitsbehörden bei der Verfolgung der Terrorzelle und der Aufklärung ihrer Straftaten prüfen. Die Duisburger Justiz untersucht inzwischen, ob die Neonazis auch für einen Anschlag verantwortlich sind, der 2003 in der Ruhrgebietsstadt verübt wurde.

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Das vor drei Monaten vor Neuseeland auf ein Riff gelaufene Containerschiff "Rena" ist in einem schweren Sturm auseinandergebrochen. Die Behörden befürchten eine neue Ölpest. Während der Bug des 47.000 Tonnen-Schiffes weiter auf dem Riff Astrolabe-Reef vor der neuseeländischen Nordinsel festsitzt, wurde das Heck 30 Meter fortgerissen. Die unter liberianischer Flagge fahrende und einer griechischen Reederei gehörende "Rena" war am 5. Oktober auf das Riff gelaufen. Danach gelangten etwa 400 Tonnen Öl ins Meer, bis zu 20.000 Seevögel verendeten. Bereits dies gilt als die bisher größte Meeresumweltkatastrophe Neuseelands. Einsatzkräften gelang es, mehr als 1.100 Tonnen Öl von dem Frachter abzupumpen. Es verblieben aber noch etwa 385 Tonnen an Bord.

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