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Nachrichten

07.12.2011 – Langsam gesprochene Nachrichten

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die Nachrichten der Deutschen Welle von Mittwoch – als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

Das Parlament in Griechenland hat nach fünftägiger Debatte den Haushalt für das kommende Jahr gebilligt. Der Etat der Übergangsregierung von Ministerpräsident Lucas Papademos sieht drastische Sparmaßnahmen und umfangreiche Privatisierungen vor. Ziel ist es, das Defizit des von der Staatspleite bedrohten Landes auf 5,4 Prozent des Bruttoinlandsprodukts zu senken. Mit der Zustimmung des Parlaments war gerechnet worden, da der Regierungskoalition sowohl Sozialisten als auch Konservative sowie die rechtsgerichtete Partei LAOS angehören. Wenige Stunden vor der Abstimmung war es in Athen zu Zusammenstößen zwischen mehreren hundert Regierungsgegnern und der Polizei gekommen. Die Demonstranten warfen vor dem Parlamentsgebäude Steine, Flaschen und Brandbomben. Die Polizei reagierte mit Tränengas und Blendgranaten.

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Die Drohung der Ratingagentur Standard & Poor's, Deutschland und andere Euro-Länder sowie den Rettungsschirm EFSF herabzustufen, setzt die europäischen Regierungschefs unter Druck. Die EU-Kommission forderte, es müsse bei dem für Ende der Woche angesetzten Gipfel einen Durchbruch bei der Krisenbekämpfung geben. Bundeskanzlerin Angela Merkel gab sich allerdings demonstrativ gelassen und betonte, man werde die Entscheidungen treffen, die der Stabilisierung der Euro-Zone dienten. Standard & Poor's hatte zunächst eine Überprüfung der Kreditwürdigkeit Deutschlands und Frankreichs sowie weiterer 13 Staaten der Euro-Zone angekündigt und sich besorgt über das europäische Krisenmanagement geäußert. Am Dienstag folgte dann die Nachricht, die Ratingagentur stelle auch die Spitzenbonität des Euro-Rettungsfonds EFSF in Frage.

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Die Bundesregierung hat die Entscheidung des Energiekonzerns Vattenfall bedauert, auf den Bau eines Kohlendioxid-freien Kraftwerks zu verzichten. Es sei enttäuschend, dass Vattenfall das Projekt im brandenburgischen Jänschwalde zur Erprobung der sogenannten CCS-Technik aufgegeben habe, erklärte Umweltminister Norbert Röttgen. Vattenfall hatte seinen Ausstieg aus dem 1,5-Milliarden-Euro-Projekt mit fehlender politischer Unterstützung begründet. Mit dem CCS-Verfahren kann Kohlendioxid - CO2 - aus Kohlekraftwerken und der Industrie vom Rauchgas abgetrennt, verflüssigt und unterirdisch gespeichert werden. Um das Gesetz, das eine EU-Richtlinie umsetzen soll, wird seit Jahren gerungen. Besonders in Norddeutschland ist der Widerstand gegen die Technik groß. Bürgerinitiativen warnen vor einem Austritt des in hoher Konzentration giftigen Gases und vor einer Versalzung des Grundwassers. Deshalb lehnen fast alle Bundesländer die Technik ab. Die EU hat wegen der Verzögerung schon ein Vertragsverletzungsverfahren gegen Deutschland eingeleitet.

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Nach der Parlamentswahl in Russland geht die Polizei weiter mit aller Härte gegen Demonstranten vor, die den Verlauf der Abstimmung kritisieren und den Rücktritt von Ministerpräsident Wladimir Putin fordern. In den Metropolen Moskau und Sankt Petersburg wurden nach Agenturberichten mehr als 500 Menschen festgenommen, darunter auch der Regierungskritiker und frühere Vize-Ministerpräsident Boris Nemzow sowie der prominente Menschenrechtler Oleg Orlow von der Organisation Memorial. Beide sollen inzwischen wieder auf freiem Fuß sein. Mehrere Oppositionelle erhielten wegen angeblichen Widerstands gegen die Polizei mehrtägige Arreststrafen. Nach der Kritik internationaler Beobachter am Ablauf der Duma-Wahl vom Sonntag waren bereits am Montagabend Tausende Menschen auf die Straße gegangen. Die Kreml-Partei "Einiges Russland" hat zwar nach offiziellen Angaben die absolute Mehrheit der Sitze errungen. Der Sieg kam aber vermutlich durch Wahlbetrug zustande.

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Aus Empörung gegen die Ermordung von vier Geiseln haben zehntausende Kolumbianer gegen die Guerilla-Gruppe FARC demonstriert. Die Protestmärsche in Bogotá, Cali, Medellin und anderen Städten des Landes waren von den Angehörigen der Ermordeten organisiert worden. Auch Präsident Juan Manuel Santos sowie mehrere Minister beteiligten sich. Im Ausland, darunter in Madrid, Miami, New York und Washington, fanden ebenfalls Kundgebungen statt. Die vier seit vielen Jahren verschleppten Polizisten und Soldaten waren Anfang November bei einem Angriff der kolumbianischen Armee von Kämpfern der Rebellen getötet worden. Diese halten immer noch mindestens elf Geiseln in ihrer Gewalt. Die FARC (Revolutionäre Streitkräfte Kolumbiens) besteht seit 1964. Zu ihr gehören rund 8000 Kämpfer, die vor allem in den Grenzgebieten zu Venezuela und Ecuador aktiv sind.

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DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Stark bewölkt und häufig Regen, in höheren Lagen auch Schneeregen oder Schnee. Die Temperaturen steigen auf ein Grad im Bayerischen Wald und bis auf zehn Grad am Oberrhein. Die weiteren Aussichten: Am Donnerstag neben vielen Wolken auch freundliche Abschnitte. Tageswerte zwischen zwei und elf Grad.

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