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Nachrichten

07.11.2011 – Langsam gesprochene Nachrichten

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die Nachrichten der Deutschen Welle von Montag – als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

Der frühere Vizepräsident der Europäischen Zentralbank, Lucas Papademos, ist griechischen Medienberichten zufolge Favorit für die Nachfolge des scheidenden Ministerpräsidenten Giorgos Papandreou. Papademos werde schon am Dienstag das Amt übernehmen, berichtete die Tageszeitung "Ta Nea" ohne Angabe von Quellen. Auch der Zeitung "Ethnos" zufolge deuten alle Quellen auf Papademos hin. Der umstrittene sozialistische Regierungschef Papandreou hatte am Sonntagabend angekündigt, Platz für ein Übergangskabinett zu machen. Dieses soll vor allem eine Zahlungsunfähigkeit des hoch verschuldeten Euro-Landes abwenden. Für den 19. Februar sind dann Neuwahlen in Griechenland vorgesehen. - Der Ökonom Papademos war von 1994 bis 2002 Chef der griechischen Zentralbank. Während seiner Amtszeit gelang es, die vergleichsweise hohe Inflation in dem Land in den Griff zu bekommen. 2002 wurde er Mitglied im EZB-Direktorium, aus dem er Ende 2010 turnusgemäß ausschied.

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Die schwarz-gelbe Koalition hat sich nach langem Streit auf eine Steuersenkung geeinigt. In zwei Schritten sollten 2013 und 2014 die kleinen und mittleren Einkommen um sechs Milliarden Euro entlastet werden, sagte Bundeskanzlerin und CDU-Chefin Angela Merkel bei einer Pressekonferenz mit CSU-Chef Horst Seehofer und dem FDP-Vorsitzenden Philipp Rösler in Berlin. Um die sogenannte kalte Progression abzumildern, würden der Grundfreibetrag angehoben und der Steuertarif verschoben. Von den Kosten trage der Bund vier Milliarden Euro, Länder und Kommunen sollen zwei Milliarden Euro schultern. Damit will die Koalition auch Länder mit ins Boot holen, denn der Bundesrat muss den Plänen zustimmen. Die drei Parteivorsitzenden werteten ihre Beschlüsse als einen Schritt zu mehr Steuergerechtigkeit. - Die Koalition einigte sich auch auf die Einführung eines Betreuungsgeldes für Eltern, die ihre Kleinkinder zu Hause betreuen, auf die Anhebung der Beiträge zur Pflegeversicherung sowie eine Senkung der Einkommensgrenze für ausländische Fachkräfte.

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Angesichts der Euro-Krise plant Frankreich weitere Maßnahmen, um seine Bonität auf den Finanzmärkten abzusichern. Premierminister Francois Fillon kündigte in Paris eine Pressekonferenz für diesen Montag an, bei der er Einzelheiten eines neuen Sparprogramms bekanntgeben will. Vorgesehen ist laut Medien unter anderem, das Renteneintrittsalter früher als geplant von 60 auf 62 Jahre anzuheben. Wie die Finanz-Zeitung "Les Echos" auf ihrer Internet-Seite berichtet, soll dieser Schritt nun nicht erst 2018 erfolgen, sondern um ein oder zwei Jahre vorgezogen werden. Anderen Meldungen zufolge erwägt die Regierung außerdem eine stärkere steuerliche Belastung von Großkonzernen sowie eine Erhöhung der Mehrwertsteuer in der Gastronomie. Insgesamt sollen durch Kürzungen und Steuererhöhungen weitere sechs bis acht Milliarden Euro eingespart werden. Im August hatte die französische Regierung bereits ein Sparpaket im Umfang von rund elf Milliarden Euro verkündet.

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Der frühere General Otto Pérez Molina wird neues Staatsoberhaupt in Guatemala. Die Wahlkommission erklärte den 60-jährigen konservativen Politiker zum Sieger der Stichwahl um das Präsidentenamt in dem zentralamerikanischen Land. Pérez konnte knapp 55 Prozent der Stimmen auf sich vereinen. Sein Konkurrent, der populistische Milliardär Manuel Baldizón, kam auf gut 45 Prozent. Pérez hatte bereits beim ersten Durchgang im September die meisten Stimmen errungen. Er tritt voraussichtlich im Januar die Nachfolge des bisherigen Präsidenten Álvaro Colom an, der nicht mehr kandidieren durfte. Die Wahl in Guatemala verlief nach offiziellen Angaben ruhig.

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In Nicaragua hat Amtsinhaber Daniel Ortega die Präsidentenwahl klar gewonnen. Der Sandinist erhielt nach derzeitigem Auszählungsstand 66 Prozent der Stimmen, wie die Oberste Wahlbehörde in der Hauptstadt Managua mitteilte. Sein stärkster Herausforderer, der Medienunternehmer Fabio Gadea, kommt demnach auf 26 Prozent. Einheimische Wahlbeobachter berichteten von hunderten Beschwerden über Unregelmäßigkeiten sowie von zahlreichen Verhaftungen im Zusammenhang mit der Abstimmung. Beobachter der Organisation Amerikanischer Staaten beklagten, ihnen sei der Zugang zu Stimmlokalen verwehrt worden. Laut der Verfassung Nicaraguas hätte der 65-jährige Ortega nach zwei Amtszeiten nicht noch einmal zur Wahl antreten dürfen. In einem umstrittenen Urteil hob der von den Sandinisten dominierte Oberste Gerichtshof diese Regelung jedoch auf. Die Opposition und auch ausländische Beobachter werfen dem früheren marxistischen Revolutionär vor, eine Diktatur errichten zu wollen.

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DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: In der Westhälfte wolkig mit nur wenigen Auflockerungen und vereinzelt etwas Regen. Sonst nach Nebelauflösung von Osten her gebietsweise längere Zeit Sonnenschein. Tagestemperaturen zehn bis 18 Grad. Die weiteren Aussichten: Am Dienstag vor allem im Westen und Südwesten - am Mittwoch auch im Norden - Wolkenfelder. Sonst meist durchweg trocken und nach Nebel heiter. Weiterhin mild.

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