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Nachrichten

07.08.2013 – Langsam gesprochene Nachrichten

Trainiere dein Hörverstehen mit den Nachrichten der Deutschen Welle von Mittwoch – als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

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Wegen der schweren politischen Krise in Tunesien hat die Verfassunggebende Versammlung ihre Arbeit vorerst eingestellt. Das Übergangsparlament will seinem Präsidenten Mustapha Ben Jaafar zufolge erst wieder tagen, wenn es Gespräche zwischen Regierung und Opposition gibt. Jaafar kündigte an, sich selbst um einen Dialog zu bemühen. Vor dem Versammlungs-Gebäude in einem Vorort von Tunis gingen erneut Zehntausende Regierungsgegner auf die Straße. Seit dem Mord an dem Oppositionspolitiker Mohamed Brahmi am 25. Juli gibt es täglich Protestkundgebungen. Die Demonstranten fordern einen Machtverzicht der islamistischen Regierungspartei Ennahda, der sie eine Mitverantwortung für den Tod Brahmis vorwerfen.

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Die USA haben ihre diplomatischen Bemühungen um eine Beilegung des innenpolitischen Machtkampfs in Ägypten intensiviert. Nach US-Vizeaußenminister William Burns führten auch die einflussreichen Senatoren John McCain und Lindsey Graham Gespräche mit politischen Anführern in Kairo. Demokratie sei der einzige gangbare Weg zur Stabilität, mahnte der frühere amerikanische Präsidentschaftskandidat McCain. Graham rief die ägyptische Übergangsführung dazu auf, die inhaftierten Führer der Muslimbrüder freizulassen. Es sei unmöglich mit jemandem zu reden, der im Gefängnis sitze, sagte der Senator.

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Im Irak sind bei einer Serie von Anschlägen mindestens 35 Menschen getötet und fast 100 verletzt worden. In der Hauptstadt Bagdad explodierten nach Angaben von Sicherheitskräften bis zu acht Autobomben. Ziel waren vor allem Märkte und Einkaufsstraßen. Auch in anderen Städten des Landes detonierten in Fahrzeugen versteckte Sprengsätze. Die Gewalt im Irak hat in jüngster Zeit wieder zugenommen. Allein im Juli wurden mehr als 1000 Menschen getötet, so viele wie seit Jahren nicht mehr. Hintergrund ist der anhaltende Streit zwischen Sunniten und Schiiten. Das Sagen im Land hat seit dem Sturz des Diktators Saddam Hussein 2003 die schiitische Mehrheit. Die Sunniten fühlen sich unterdrückt.

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Nach dem Amtsantritt des neuen iranischen Präsidenten Hassan Rohani kommt möglicherweise Bewegung in den Atomstreit. Die Lösung des Konflikts sei aus seiner Sicht einfach, sagte Rohani bei seiner ersten Pressekonferenz in Teheran. Gespräche könnten ohne Verzögerung begonnen werden, wenn die Gegenseite dazu bereit sei. Zugleich machte Rohani deutlich, dass der Iran nicht auf sein Nuklearprogramm verzichten wolle. Die friedliche Nutzung der Kernenergie sei ein Recht seines Landes. Die EU-Außenbeauftragte Catherine Ashton schrieb Rohani in einem Brief, sie sei zusammen mit der "5+1"-Gruppe bereit, die Verhandlungen über das Atomprogramm fortzusetzen. Das Gremium besteht aus den fünf UN-Vetomächten und Deutschland. Die Gespräche waren zuletzt ins Stocken geraten. Der Westen verdächtigt den Iran, insgeheim am Bau von Atomwaffen zu arbeiten.

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Trotz diplomatischer Reibereien um den US-Enthüller Edward Snowden soll ein für Freitag geplantes amerikanisch-russisches Ministertreffen in Washington stattfinden. Die Zusammenkunft von US-Außenminister John Kerry und Verteidigungsminister Chuck Hagel mit ihren russischen Kollegen Sergej Lawrow und Sergej Schoigu stand auf der Kippe, nachdem Moskau in der vergangenen Woche dem Asylgesuch Snowdens stattgegeben hatte. Themen werden nach Angaben des US-Außenministeriums neben dem Fall Snowden die Krise in Syrien und der Atomstreit mit dem Iran sein. Weiter gefährdet ist das geplante Treffen zwischen US-Präsident Barack Obama und Kremlchef Wladimir Putin im Vorfeld des G20-Gipfels im September. Das Weiße Haus kündigte an, den Nutzen des Termins zu überprüfen.

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Der Internationale Währungsfonds hat Deutschland vor überzogenen Sparanstrengungen zur Sanierung des Staatshaushalts gewarnt. Falls das Wachstum unter den Erwartungen bleibe, müsse die Bundesrepublik ihre Haushaltspolitik neu ausrichten, heißt es in einem IWF-Bericht. Darin plädiert der Währungsfonds auch für höhere Reallöhne in Deutschland. Dies würde helfen, die Binnennachfrage zu stärken und die Wirtschaft weniger anfällig zu machen für externe Schocks, so die Washingtoner Finanzorganisation. Gleichzeitig lobte der IWF Deutschland für seine Wirtschaftspolitik. Die Bundesrepublik sei "ein wichtiger Anker für die regionale Stabilität".

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