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Nachrichten

07.07.2012 – Langsam gesprochene Nachrichten

Trainiere dein Hörverstehen mit den Nachrichten der Deutschen Welle von Samstag – als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

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Die USA haben Afghanistan zu einem "wichtigen Nicht-NATO-Verbündeten" erklärt. US-Außenministerin Hillary Clinton sagte bei einem unangekündigten Besuch in Kabul, Afghanistan genieße damit Privilegien in der künftigen Zusammenarbeit mit den USA. In Washington veröffentlichte das Weiße Haus das entsprechende Dekret von US-Präsident Barack Obama, womit der neue Status in Kraft tritt. Er sieht eine langfristige Kooperation zwischen den USA und Afghanistan in Sicherheitsfragen vor. Die so eingestuften Partnerländer können unter anderem US-Rüstungsprodukte leichter erwerben und finanzieren. Rund 15 Staaten haben diesen Status, darunter Israel, Ägypten, Pakistan, Japan und Jordanien. Clinton traf in Kabul kurz vor der internationalen Afghanistan-Konferenz in Tokio ein, auf der über den Geldbedarf für den zivilen Wiederaufbau des Landes beraten werden soll.

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In Libyen haben unter großem Andrang die ersten freien Parlamentswahlen seit dem Sturz des langjährigen Machthabers Muammar al Gaddafi begonnen. Mehr als eine Stunde vor Öffnung der Wahllokale bildeten sich lange Schlangen in der Hauptstadt Tripolis. Polizisten und Soldaten kontrollierten Wähler und Wahlhelfer. Vor allem im Osten kam es vor Beginn des Urnengangs zu Störversuchen von Föderalisten und Anhängern des alten Gaddafi-Regimes. Der TV-Sender Al-Arabija meldete, in einem Bezirk westlich von Bengasi sei ein Wahllokal verwüstet worden. Insgesamt werden 200 Mandate vergeben, für die sich mehr als 3700 Kandidaten bewerben. Mit Ergebnissen rechnet die Wahlkommission "ab Montag oder Dienstag". Das Parlament soll eine neue Regierung benennen und die Wahl einer 60-köpfigen Verfassungskommission vorbereiten. Ähnlich wie in Tunesien und Ägypten könnten Experten zufolge auch in Libyen vor allem islamistische Parteien bei der Wahl zum Zuge kommen.

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Wenige Monate vor den US-Präsidentschaftswahlen bleibt der Arbeitsmarkt des Landes in der Krise. Mit lediglich 80.000 neuen Jobs im Juni bleibt die Erwerbslosenquote unverändert bei 8,2 Prozent. Präsident Barack Obama reagierte enttäuscht. Die Misere sei nicht über Nacht hereingebrochen und könne auch nicht über Nacht gelöst werden, sagte Obama auf einer Wahlkampftour im Bundesstaat Ohio. Sein designierter republikanischer Herausforderer Mitt Romney machte den Präsidenten für die Entwicklung verantwortlich. In den vergangenen sechs Jahrzehnten wurde kein US-Präsident bei einer so hohen Arbeitslosenquote wiedergewählt. Romney wirbt deshalb vor allem mit seiner angeblichen Wirtschaftskompetenz.

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Bei einem US-Drohnenangriff im pakistanischen Grenzgebiet zu Afghanistan sind mindestens 17 Menschen getötet worden. Der Beschuss habe Kämpfern des Kriegsherren Hafiz Gul Bahadur gegolten, die von Pakistan aus regelmäßig die internationalen Koalitionstruppen in Afghanistan angreifen, sagten pakistanische Sicherheitsbeamte. Drei Drohnen feuerten demnach insgesamt sechs Raketen auf den Unterschlupf im Stammesgebiet Nord-Waziristan ab. Die Gegend gilt als Hochburg islamitischer Aufständischer und Rückzugsgebiet der Taliban-Kämpfer aus Afghanistan. Es war der erste Angriff mit US-Drohnen in der Region nachdem die pakistanische Regierung die Blockade der NATO-Nachschubrouten nach Afghanistan aufgehoben hatte.

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In Osttimor haben die Parlamentswahlen begonnen. Premierminister Xanana Gusmão, einer der Bürgerkriegshelden aus dem Unabhängigkeitskampf gegen Indonesien, bewirbt sich erneut um das Amt des Regierungschefs. Aussichtsreichster Gegner ist die Fretilin-Partei, die aus der Unabhängigkeitsbewegung hervorgegangen ist. In dem kleinen Inselstaat in Südostasien sind weniger als eine Dreiviertelmillion Wähler registriert. Wenn die Parlamentswahl friedlich verläuft, sollen zum Jahresende die rund 1300 UN-Soldaten abziehen, die seit 1999 für die Stabilität des Landes im Einsatz waren. Mit dem Wahlergebnis wird in einigen Tagen gerechnet. Osttimor war lange eine portugiesische Kolonie. Nach dem Abzug Portugals überrannte Indonesien das kleine Nachbarland 1975 und hielt es 24 Jahre besetzt. Die UN organisierten 1999 ein Referendum, bei dem sich die Mehrheit der Bevölkerung für Unabhängigkeit aussprach. Seit 2002 ist Osttimor ein eigenständiges Land.

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