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Nachrichten

07.06.2012 – Langsam gesprochene Nachrichten

Trainiere dein Hörverstehen mit den Nachrichten der Deutschen Welle von Donnerstag – als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

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Anderthalb Wochen nach dem Blutbad von Hula mit mehr als 100 Toten wird aus Syrien ein neues Massaker an Zivilisten gemeldet. Dabei hätten regierungstreue Milizen und Sicherheitskräfte in der Provinz Hama mindestens 80 Menschen getötet, berichten Oppositionelle. UN-Beobachter wollen den Vorfall untersuchen. Das syrische Staatsfernsehen sprach von einer Intrige. "Terroristen" hätten das Verbrechen gezielt vor einer Sitzung des UN-Sicherheitsrates begangen, "um Druck auf Syrien auszuüben". - Die Außenminister der Kontaktgruppe "Freunde Syriens" vereinbarten, eine Koordinationsgruppe einzurichten, um die Opposition zu unterstützen. Dies teilte der Gastgeber Türkei nach einem Treffen der Minister westlicher und arabischer Staaten in Istanbul mit. Die Kontaktgruppe sprach sich zudem für einen Machtwechsel in Syrien aus.

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Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hat den Bau von 551 Siedlerwohnungen im besetzten Westjordanland genehmigt. Diese sollen zusätzlich zu den angekündigten Wohnungen für 300 Familien in der Siedlung Beit El entstehen. Dies teilte das Wohnungsbauministerium mit, nachdem Stunden zuvor ein Vorstoß ultrarechter israelischer Abgeordneter zur Legalisierung nicht genehmigter Siedlungen im Westjordanland gescheitert war. Die Gesetzesinitiative zielte darauf ab, die vom Obersten Gerichtshof angeordnete Zerstörung von fünf Siedlerhäusern in Beit El zu verhindern. Die Häuser waren illegal auf privatem palästinensischen Land errichtet worden. Die Vereinten Nationen betrachten Siedlungen auf palästinensischem Gebiet auch dann als unrechtmäßig, wenn die israelische Regierung sie erlaubt.

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Zwei Wochen vor Eröffnung des UN-Umweltgipfels "Rio + 20" haben Experten der Vereinten Nationen der weltweiten Umweltpolitik ein vernichtendes Zeugnis ausgestellt. Bei einem Drittel von 90 wichtigen Umweltzielen seien in den vergangenen fünf Jahren keine Fortschritte erzielt worden, heißt es in einem Bericht des UN-Umweltprogramms (UNEP). Eine Bedrohung für das Leben auf der Erde stellten vor allem das Abschmelzen der Polarkappen, die Ausbreitung der Wüsten in Afrika, die Abholzung der Tropenwälder und die Überfischung der Meere dar. - Bisher konnten sich Industriestaaten und Entwicklungsländer nicht über die Ziele des Umweltgipfels in Brasilien verständigen. Die Verhandlungen über ein Abschlussdokument seien schwierig, räumte UN-Generalsekretär Ban Ki Moon ein.

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Bundeskanzlerin Angela Merkel hat für den nächsten EU-Krisengipfel Ende Juni den Arbeitsplan für eine politische Union angekündigt. Man brauche nicht nur eine Währungsunion, sondern eine Fiskalunion, also mehr gemeinsame Haushaltspolitik, sagte sie dem Ersten Deutschen Fernsehen. Vor allem sei eine politische Union nötig, in der die Mitgliedsländer Schritt für Schritt Kompetenzen an Europa abgeben und Europa Kontrollmöglichkeiten einräumen. Nach Ansicht der Kanzlerin wird die Kluft zwischen der Euro-Zone und anderen EU-Staaten zunehmen. Es gebe durch den Euro quasi bereits ein Europa der unterschiedlichen Geschwindigkeiten, sagte sie. Dies werde sich verstärken, "denn wer in einer Währungsunion zusammen ist, wird enger zusammenrücken müssen." Merkel hatte jüngst mehrfach betont, dass neben die aktuellen Debatten über die Lösung der Euro-Krise eine klarere Vision über die mittel- und langfristige Entwicklung der EU treten müsse.

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Die deutsche Wirtschaft verstärkt ihr Engagement in Saudi-Arabien. Am Rande eines Besuchs von Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler in Riad unterzeichnete der Essener Baukonzern Hochtief eine Absichtserklärung mit einer saudischen Partnerfirma zum Bau von bis zu 18.000 Wohnungen. Das autoritär regierte Königreich erlebt zur Zeit einen Bauboom, der Staat investiert Milliarden, um neue Städte aufzubauen. - Zugleich beschlossen die saudische Handelskammer und die deutsche "Germany Trade and Invest" eine stärkere Kooperation im Gesundheitssektor. Beide Seiten wollen im Krankenhausmanagement, bei der Medizintechnik und in der Ausbildung von medizinischem Personal zusammenarbeiten.

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