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Nachrichten

07.05.2012 – Langsam gesprochene Nachrichten

Trainiere dein Hörverstehen mit den Nachrichten der Deutschen Welle von Montag– als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

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Nach der Parlamentswahl in Griechenland wird eine schwierige Regierungsbildung erwartet. Nach Auszählung von mehr als 95 Prozent der Stimmen stellen die bisherigen Koalitionsparteien - die konservative Nea Dimokratia und die sozialdemokratische PASOK - zusammen nur noch 150 der insgesamt 300 Abgeordneten im Athener Parlament. Bislang verfügten die Verfechter des umstrittenen Sparprogramms über 251 Mandate. Beide Parteien bekundeten aber ihren Willen, gemeinsam mit weiteren Kräften eine Regierung der nationalen Einheit bilden zu wollen. Der Vorsitzende der Konservativen, Antonis Samaras, erklärte, Bedingung dafür sei der Verbleib Griechenlands in der Eurozone und die Fortsetzung des Sparkurses, verbunden allerdings mit einem Wachstumsprogramm. Wahlsieger sind vor allem kleinere radikale Parteien, die das Sparpaket ablehnen. Die linksradikale Syriza-Partei schaffte es nach den Konservativen auf Platz zwei, die PASOK muss sich mit dem dritten Rang begnügen. Im Parlament werden künftig sieben Parteien vertreten sein, darunter erstmals auch eine faschistische Gruppierung.

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Zum ersten Mal seit 17 Jahren hat Frankreich wieder einen sozialistischen Präsidenten: Francois Hollande schlug in der zweiten und entscheidenden Runde der Präsidentenwahl den konservativen Amtsinhaber Nicolas Sarkozy deutlich. Zehntausende Anhänger Hollandes feierten auf der Place de la Bastille in Paris den Sieg ihres Kandidaten. Hollande kam auf einen Stimmenanteil von 51,7 Prozent, Sarkozy auf 48,3 Prozent. Hollande rief die Franzosen in seiner ersten Rede nach der Wahl zur Einigkeit auf. Es gebe viele Aufgaben zu lösen, darunter in der Europapolitik, dem Bildungs- oder Umweltbereich. Mit dem Blick auf Europa betonte Hollande, er wolle die vor allem von Deutschland verfolgte Sparpolitik nicht unverändert weiterführen, sondern mehr auf Wirtschaftswachstum setzen. Bundeskanzlerin Angela Merkel gratulierte Hollande telefonisch zum Sieg. Die CDU-Chefin lud ihn ein, möglichst bald nach seiner Amtseinführung nach Berlin zu kommen.

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Sorgen über den künftigen Wirtschaftskurs Europas nach den Wahlen in Griechenland und Frankreich haben die Aktienmärkte in Asien auf Talfahrt geschickt. An der Börse in Tokio verlor der Nikkei-Index für 225 führende Werte knapp 2,8 Prozent. Die Kurse in Singapur, Hongkong, Seoul, Taiwan und Australien gaben bis zu zwei Prozent nach. Der Euro geriet ebenfalls unter Druck, fiel unter die Marke von 1,30 Dollar und rutschte damit auf ein Drei-Monats-Tief. Auch an den Börsen in Europa und den USA werden Kursverluste erwartet. Übereinstimmend äußerten Analysten die Befürchtung, dass wegen des Wahlsiegs des Sozialisten François Hollande in Frankreich und der unklaren Lage in Griechenland die europäische Schuldenkrise wieder eskalieren könnte.

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Unter den künftigen serbischen Präsidenten wird in einer Stichwahl zwischen Amtsinhaber Boris Tadic und seinem Herausforderer Tomislav Nikolic entschieden. Nach Zwischenergebnissen kam der europafreundliche Staatschef auf knapp 27 Prozent der Stimmen, sein nationalistischer Mitbewerber Nikolic auf gut 25 Prozent. Von der für die Wahl des Staatsoberhauptes im ersten Wahlgang notwendigen absoluten Mehrheit sind beide Kandidaten wie erwartet weit entfernt. Die parallel abgehaltene Parlamentswahl brachte offenbar keine nennenswerten Veränderungen der politischen Machtverhältnisse. Tadics Demokratische Partei kommt nach Hochrechnungen auf gut 23 Prozent, ihr Regierungspartner, die Sozialistische Partei auf knapp 17 Prozent. Alles deutet auf eine mögliche Fortsetzung der Koalition hin.

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Bei der Landtagswahl in Schleswig-Holstein gibt es keinen klaren Sieger. Laut vorläufigem Endergebnis erreicht im nördlichsten Bundesland die CDU 30,8, die SPD liegt mit 30,4 Prozent knapp dahinter. Die Grünen sind drittstärkste Kraft. FDP und Piraten sitzen im Landtag, die Linkspartei scheitert deutlich an der Fünf-Prozent-Hürde. Die von der Sperrklausel befreite Partei der dänischen Minderheit - SSW - ist ebenfalls im Landtag vertreten. Die bisherige Koalition aus CDU und FDP hat keine Mehrheit mehr. Rechnerisch möglich sind eine große Koalition aus Christdemokraten und Sozialdemokraten sowie verschiedene Dreierbündnisse. Wunschbündnis der SPD ist, da es für rot-grün nicht reicht, eine Dreier-Koalition mit Grünen und SSW. Bundespolitisch interessant ist vor allem, dass es den Liberalen nach einer Serie von Wahlniederlagen gelungen ist, in Kiel erneut in den Landtag einzuziehen.

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