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Nachrichten

07.02.2012 – Langsam gesprochene Nachrichten

Trainiere dein Hörverstehen mit den Nachrichten der Deutschen Welle von Freitag – als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

Truppen des syrischen Präsidenten Baschar al-Assad setzen die Angriffe auf die Protesthochburg Homs fort. Das Bombardement konzentriere sich erneut auf das Stadtviertel Bab Amro, berichteten Menschenrechtler und Aktivisten. Die Armee hatte nach dem Scheitern der Syrien-Resolution im UN-Sicherheitsrat ihre Offensive ausgeweitet. Dabei wurden nach Oppositionsangaben am Montag allein in Homs mindestens 95 Zivilisten getötet. Zudem starben rund 30 Menschen in der Provinz Idleb im Nordwesten Syriens und in der Provinz um die Hauptstadt Damaskus. Der russische Außenminister Sergej Lawrow reist an diesem Dienstag zu einem Treffen mit Assad nach Damaskus. Zu Einzelheiten wollte er sich im Vorfeld nicht äußern. Russland hatte im Weltsicherheitsrat gemeinsam mit China eine Verurteilung des Assad-Regimes verhindert. Beide Länder sorgten damit weltweit für Empörung.

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Die griechische Regierung hat ihren Widerstand gegen die Stellenstreichungen aufgegeben, die die internationalen Schuldeninspektoren fordern. Der Minister für die Reform des öffentlichen Diensts, Dimitris Reppas, sagte, die Koalitionsparteien hätten einem Abbau von 15.000 Stellen im Staatsdienst noch in diesem Jahr zugestimmt. Der Beamtenapparat war bisher von Stellenkürzungen verschont geblieben. Die Troika aus Europäischer Union, Europäischer Zentralbank und Internationalem Währungsfonds macht weitere Reformen vor allem im Arbeitsmarktbereich zur Bedingung für ein zweites Rettungspaket von 130 Milliarden Euro. Deutschland und Frankreich schlugen vor, ein Sonderkonto für die griechische Schuldentilgung einzurichten. Aus Protest gegen den Sparkurs haben die Gewerkschaften für diesen Dienstag erneut zu einem Generalstreik aufgerufen.

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Frankreich und Deutschland wollen zum kommenden Jahr weitreichende Vorschläge zu einer engeren Zusammenarbeit beider Länder vorlegen. Als Kernstück ist vorgesehen, die Unternehmenssteuern einander anzugleichen. Beim deutsch-französischen Ministerrat in Paris verwies Präsident Nicolas Sarkozy darauf, dass Deutschland derzeit eine geringere Körperschaftssteuer als Frankreich habe. Die Annäherung schaffe "eine Zone der Stabilität, die sich auf die ganze Eurozone auswirken wird". Anlass für den Vorstoß ist der 50. Jahrestag des Elysee-Vertrages im nächsten Jahr. Bundeskanzlerin Angela Merkel betonte die Bedeutung des Vertrages, der vor 50 Jahren zu einer engen Kooperation Deutschlands und Frankreichs geführt hat. Der Vertrag müsse nun erneut mit Leben gefüllt werden. Beide Regierungen vereinbarten zudem einen gemeinsamen Forschungsfonds.

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Die deutschen Oppositionsparteien kritisieren weiter die Wahlkampfhilfe von Bundeskanzlerin Angela Merkel für Frankreichs Präsidenten Nicolas Sarkozy. Der Grünen-Fraktionschef im Bundestag, Jürgen Trittin, sagte, die CDU-Vorsitzende schade den deutsch-französischen Beziehungen, wenn sie sich für den "mit dem Rücken zur Wand" stehenden Sarkozy einsetze. Auch dürfe es nicht sein, dass deutsch-französische Regierungstreffen für Wahlkampfhilfe unter konservativen Politikern zweckentfremdet würden. Die Sozialdemokraten kritisierten ebenfalls Merkels Vorhaben, bei Wahlkampfveranstaltungen von Sarkozy aufzutreten. Zugleich kündigte die stellvertretende SPD-Vorsitzende Hannelore Kraft an, dass ihre Partei im Gegenzug den sozialistischen Mitbewerber François Hollande unterstützen werde. - Dieser liegt in Umfragen seit Monaten deutlich vor Sarkozy. Die erste Runde der französischen Präsidentschaftswahl findet am 22. April statt.

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Die USA verschärfen ihre Sanktionen gegen den Iran. Dies sei nötig, weil die Islamische Republik Finanztransaktionen verheimliche, erklärte Präsident Barack Obama zur Begründung in einem Brief an den Kongress. Dem Finanzministerium zufolge können nun die Vermögenswerte aller iranischen Ministerien und staatlicher Einrichtungen eingefroren werden. Betroffen ist auch die Notenbank, die für die Einkünfte aus den Ölgeschäften zuständig ist. Das iranische Vorgehen stelle "ein fortgesetztes und inakzeptables Risiko für das internationale Finanzsystem dar", erklärte Obama. Bisher waren US-Banken nur verpflichtet, iranische Geschäfte abzulehnen, statt sie zu blockieren und einzufrieren. Mit den Sanktionen wollen die USA den Iran zwingen, im Streit um sein Atomprogramm an den Verhandlungstisch zurückzukehren.

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