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Nachrichten

07.01.2012 – Langsam gesprochene Nachrichten

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die Nachrichten der Deutschen Welle von Samstag – als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

Nach dem Scheitern der bundesweit ersten Jamaika-Koalition im Saarland berät der SPD-Landesvorstand über die Aufnahme von Koalitionsgesprächen mit der CDU. Die Parteispitze hatte bereits am Freitag dafür plädiert. Landeschef Heiko Mass signalisierte nach einer Präsidiumssitzung, dass die SPD auch als Juniorpartner in eine große Koalition eintreten würde. Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) hatte das seit 2009 regierende Bündnis aus CDU, Grünen und FDP am Freitag für beendet erklärt und dies mit der Zerrüttung der Saar-FDP begründet. Zugleich hatte sie der SPD Koalitionsverhandlungen angeboten. Sollten die scheitern, stehen Neuwahlen an.

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Gegen Bundespräsident Christian Wulff sind neue Vorwürfe laut geworden. Wulff soll beim Kauf seines Eigenheims seine Geldgeber stärker verschleiert haben, als bisher bekannt, berichtet die "Frankfurter Rundschau". Der CDU-Politiker habe keinen notariellen Vertrag gemacht, im Grundbucheintrag seine Kreditgeber nicht genannt und bislang keinen Beleg für Tilgungen auf das Darlehen vorgelegt, sagte der Fraktionschef der niedersächsischen Grünen, Stefan Wenzel, dem Blatt. Wie die Zeitung weiter meldet, hat sich Wulff das Darlehen mit einem anonymen Scheck auszahlen lassen, nach Ansicht von Experten ein absolut unübliches Verfahren beim Hauskauf. Unterdessen dementierte die FDP einen Bericht der "Rheinischen Post", wonach sich die Parteichefs der schwarz-gelben Koalition im Falle eines Rücktritts Wulffs bereits auf ein Verfahren für die Nominierung eines Nachfolgers geeinigt hätten. Dies sei blanker Unsinn, hieß es aus Führungskreisen der FDP.

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Bundesaußenminister Guido Westerwelle bricht an diesem Samstag zu einer dreitägigen Nordafrikareise auf. Erste Station ist Algerien, das einzige Land in Nordafrika, das von den Umbrüchen des sogenannten Arabischen Frühlings kaum betroffen ist. Westerwelle will nach Angaben aus diplomatischen Kreisen den Maghreb-Staat zu Reformen aufrufen. Anschließend fliegt Westerwelle weiter nach Tunesien und Libyen. Der FDP-Politiker will mit seiner Reise auch die Unterstützung der Bundesregierung für die demokratischen Prozesse in der Region unterstreichen.

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Nach dem Selbstmordanschlag in Damaskus mit mindestens 26 Toten hat UN-Generalsekretär Ban Ki Moon erneut zu einem Ende der Gewalt in Syrien aufgerufen. Er sei zutiefst besorgt über die Entwicklung in dem arabischen Land, so der UN-Chef. Wer den Anschlag verübt hat, ist unklar. Die syrische Regierung sieht Islamisten am Werk. Die Opposition sprach dagegen von einem Racheakt des Assad-Regimes. In Syrien gibt es seit Monaten Proteste gegen Präsident Baschar al-Assad. Die UN schätzen, dass bei deren Niederschlagung fast 6000 Menschen getötet wurden.

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Die US-Marine hat nach eigenen Angaben 13 iranische Geiseln aus der Hand von Piraten befreit. Der US-Zerstörer "USS Kidd" habe in der Nähe der Straße von Hormus einen Notruf aufgefangen und sei dem bereits vor 40 Tagen von Piraten gekaperten Fischer-Schiff "Al Molai" zu Hilfe gekommen. Das Verhältnis zwischen den USA und dem Iran ist angespannt. Als Reaktion auf mögliche neue Sanktionen des Westens hatte der Iran damit gedroht, die Straße von Hormus und damit einen der wichtigsten See-Ölhandelswege weltweit zu blockieren.

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In Nigeria machen Fanatiker weiter Jagd auf Christen. Innerhalb von zwei Tagen wurden im Norden des Landes etwa 30 Christen getötet, davon 17 bei einem Überfall auf Trauergäste in der Stadt Mubi. Zu dem Anschlag bekannte sich die islamistische Sekte Boko Haram. Diese wird auch für die Attentate zu Weihnachten verantwortlich gemacht, bei denen mehr als 40 Christen starben. Als Reaktion auf die Gewaltserie hat Präsident Goodluck Jonathan in Teilen des Landes den Ausnahmezustand verhängt.

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Tschechien hat dem Ehemann der inhaftierten ukrainischen Ex-Regierungschefin Julia Timoschenko politisches Asyl gewährt. Alexander Timoschenko habe das Gesuch bereits vor mehreren Monaten eingereicht, betonte ein Vertreter der tschechischen Regierung. Der 51-jährige Geschäftsmann habe fliehen müssen, damit die Regierung nicht mit Ermittlungen gegen ihn weiteren Druck auf die zu sieben Jahren Haft verurteilte Oppositionsführerin ausüben könne, teilte Timoschenkos Partei in Kiew mit. Das Außenministerium der Ukraine ließ erklären, kein ukrainischer Staatsbürger müsse Schutz im Ausland suchen. Die Ukraine achte die Menschenrechte. Timoschenko war im vergangenen Oktober wegen angeblichen Machtmissbrauchs verurteilt worden.

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ZUM SPORT: Gregor Schlierenzauer hat die Vierschanzentournee im Skispringen gewonnen. Der Österreicher verteidigte im abschließenden Wettbewerb in Bischofshofen seinen Vorsprung in der Gesamtwertung. Als bester Deutscher beendete Severin Freund die Tournee auf Platz sieben. Mit dem Sieg von Gregor Schlierenzauer konnte Österreich seine Vormachtstellung im Skispringen untermauern. Es war der vierte Sieg für die Nation bei der Vierschanzentournee in Folge.

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