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Nachrichten

06.12.2012 – Langsam gesprochene Nachrichten

Trainiere dein Hörverstehen mit den Nachrichten der Deutschen Welle von Donnerstag – als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

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Der Machtkampf in Ägypten ist in der Nacht weiter eskaliert. Bei Straßenschlachten zwischen Anhängern der regierenden Islamisten und der Opposition in der Hauptstadt Kairo wurden mindestens fünf Menschen getötet, wie staatliche Medien berichteten. Rund 350 Menschen seien bei den Ausschreitungen rund um den Palast von Präsident Mohammed Mursi verletzt worden. Polizeikräfte waren nicht vor Ort. Inzwischen ließ die Armee am Präsidentenpalast mehrere Panzer auffahren. Auch in anderen ägyptischen Städten gingen die Proteste weiter. In Ismailija und Suez zogen hunderte Menschen vor Büros der Muslimbruderschaft - Mursis politischer Heimat - und steckten sie in Brand. Verschärft wurde die Lage noch durch den Rücktritt von vier Politikern aus dem Beraterstab des Präsidenten. Mursis Stellvertreter Mahmud Mekki rief die Opposition zum Dialog über die umstrittene Verfassungsreform auf. Bei seinem Appell handele es sich um eine persönliche Initiative, sagte der Vizepräsident. Die Muslimbrüder kündigten für diesen Donnerstag eine Rede Mursis an die Nation an.

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Die Bundesregierung hat die Verlegung von Patriot-Flugabwehr-Raketen und bis zu 400 Bundeswehrsoldaten in die Türkei beschlossen. Damit entsprach Deutschland einem Wunsch der Regierung in Ankara. Die Patriot-Raketen sollen das Territorium der Türkei vor syrischen Angriffen schützen. Im Zuge des Bürgerkriegs im Nachbarland waren auch auf türkischer Seite der rund 900 Kilometer langen Grenze Granaten eingeschlagen. Bereits in der kommenden Woche soll der Bundestag über die Mission abstimmen, an der sich auch die USA und die Niederlande beteiligen werden. Mit dem Mandat soll ferner der Einsatz von Awacs-Aufklärungsflugzeugen abgedeckt werden, die schon in der Region stationiert sind.

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In Berlin finden heute die deutsch-israelischen Regierungsgespräche statt – unter Vorsitz von Bundeskanzlerin Angela Merkel und Ministerpräsident Benjamin Netanjahu. Bei dem Treffen soll es insbesondere um eine engere Zusammenarbeit in den Gebieten Bildung und Wissenschaft gehen. Belastet werden die Gespräche von Israels Ankündigung, tausende neue Wohnungen für jüdische Siedler in den Palästinensergebieten zu bauen. Netanjahu äußerte sich seinerseits irritiert darüber, dass Deutschland in der UN-Vollversammlung nicht gegen die Aufwertung der Palästinenser bei den Vereinten Nationen gestimmt hatte.

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In Berlin eröffnet Kulturstaatsminister Bernd Neumann am Abend im Neuen Museum eine Sonderausstellung zum Fund der weltberühmten Nofretete-Büste. Gezeigt wird nicht nur die rund 3300 Jahre alte Büste der alt-ägyptischen Königin. Ausgestellt sind auch rund 1300 Exponate, die Leben und Alltag der Amarna-Ära illustrieren, in der die Königin mit ihrem Gemahl Pharao Echnaton lebte. Nofretetes Büste wurde am 6. Dezember 1912 gefunden - bei Ausgrabungen unter der Leitung des deutschen Ägyptologen Ludwig Borchardt. Im Rahmen der damals üblichen Fundteilung kam die Büste nebst weiteren Fundstücken dann nach Berlin.

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Zehn Tage vor seinem 105. Geburtstag ist der brasilianische Star-Architekt Oscar Niemeyer in seiner Heimatstadt Rio de Janeiro gestorben. Das gab das örtliche Krankenhaus Samaritano bekannt, in dem Niemeyer seit mehreren Wochen behandelt worden war – unter anderem wegen Nierenproblemen. Der Architekt deutscher Abstammung realisierte während seiner 70-jährigen Karriere mehr als 600 Projekte in aller Welt, darunter die UN-Zentrale in New York, Regierungsgebäude in Brasília und das sogenannte Interbau-Wohnhochhaus im Berliner Hansaviertel.

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