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Nachrichten

06.11.2011 – Langsam gesprochene Nachrichten

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die Nachrichten der Deutschen Welle von Sonntag – als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

Kurz vor einem Spitzentreffen der Koalition von Union und FDP im Berliner Kanzleramt zeichnet sich in der Steuerpolitik noch keine gemeinsame Linie ab. Mehrere führende Landespolitiker der CDU forderten die Bundesregierung auf, von den Plänen für eine Steuersenkung Abstand zu nehmen. Die Freien Demokraten bekräftigten hingegen ihre Forderung nach einer steuerlichen Entlastung der Bürger. In der Diskussion sind Korrekturen am Einkommensteuertarif. Gegen eine mögliche Absenkung des Solidaritätszuschlages gibt es Vorbehalte bei Ministerpräsidenten aus den ostdeutschen Ländern. Als dritte Variante ist eine Senkung der Stromsteuer im Gespräch. Die oppositionelle SPD kündigte an, Steuersenkungen notfalls gerichtlich verhindern zu wollen. Wenn die Koalition mit ihren Steuerbeschlüssen gegen die Schuldengrenze im Grundgesetz verstoßen sollte, werde die SPD das Verfassungsgericht anrufen, sagte Partei-Chef Sigmar Gabriel der Zeitung "Bild am Sonntag".

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Im Bemühen um eine Entschärfung der innenpolitischen Krise in Griechenland ist Staatspräsident Karolos Papoulias mit dem Führer der größten Oppositionspartei, Antonis Samaras, zusammengekommen. Papoulias will versuchen, die Kluft zwischen der konservativen Partei Nea Dimokratia unter der Führung Samaras und den regierenden Sozialisten von Ministerpräsident Giorgos Papandreou zu überbrücken. Samaras lehnt bislang die Bildung einer Übergangsregierung ab und fordert den Rücktritt Papandreous sowie rasche Neuwahlen. Papandreou strebt hingegen die Bildung einer Regierung der nationalen Einheit an, um die Schuldenkrise in den Griff zu bekommen und so die Mitgliedschaft Griechenlands in der Eurozone zu sichern. Er hat allerdings auch seine Bereitschaft bekundet, sein Amt aufzugeben. Als möglicher Nachfolger wird in Athen inzwischen Finanzminister Evangelos Venizelos gehandelt.

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Die Europäische Zentralbank erhöht den Druck auf das hochverschuldete Euroland Italien. EZB-Ratsmitglied Yves Mersch sagte der Zeitung "La Stampa" aus Turin, die Zentralbank erwäge, den Ankauf italienischer Staatsanleihen auszusetzen, sollte Rom Reformen nicht wie versprochen umsetzen. Die EZB hat in den vergangenen drei Monaten europäische Staatsanleihen im Volumen von 100 Milliarden Euro gekauft, ein Großteil davon italienische Papiere. Durch die Käufe drückte die EZB die Zinsen der Anleihen. Auf dem G-20-Gipfel in Cannes hatte der italienische Regierungschef Silvio Berlusconi am Freitag zugestimmt, dass die angekündigten Reformen von der EU und dem Internationalen Währungsfonds kontrolliert werden.

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Aus Syrien werden neue Übergriffe von Regierungstruppen auf Oppositionelle gemeldet. In der Provinz Homs töteten Soldaten drei Demonstranten. Die Hochburg der Gegner des Regimes von Präsident Baschar al-Assad ist seit Wochen heftigen Angriffen ausgesetzt. In der Stadt Hama starb ein Zivilist. Die Angaben machten syrische Menschenrechtsaktivisten. Erst am Samstag hatte die Führung in Damaskus einen Rückzug des Militärs aus den Wohngebieten noch an diesem Wochenende in Aussicht gestellt. Sie kündigte außerdem an, anlässlich des islamischen Opferfestes mehr als 500 Regierungskritiker freizulassen, die bei den Protesten gegen Assad festgenommen worden seien.

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Nach der Tötung des kolumbianischen Rebellenchefs Alfonso Cano durch Soldaten hat Präsident Juan Manuel Santos die FARC-Rebellen aufgerufen, die Waffen niederzulegen. Santos sprach vom "schwersten Schlag" gegen die linksgerichtete Organisation in ihrer gesamten Geschichte. Der 63-Jährige Cano war am Freitag nach Angaben der Sicherheitskräfte in der Nähe seines Bunkers in der Provinz Cauca erschossen worden. Seine Identität wurde nach Angaben der Regierung per Fingerabdruck bestätigt. Die FARC kündigte unterdessen an, den Kampf gegen die kolumbianische Regierung fortzuführen. Die FARC-Guerilla wurde 1964 gegründet. Ihr gehören nach Angaben der kolumbianischen Regierung noch rund 8000 Kämpfer an, die vor allem in den Gebieten an den Grenzen zu Venezuela und Ecuador aktiv sind. Die Organisation finanziert sich vorwiegend durch Drogenhandel.

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DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Freundlich und trocken. Die Höchsttemperaturen liegen zwischen zehn Grad in Nordfriesland und bis nahe 20 Grad im Alpenvorland. Die weiteren Aussichten: Am Montag im Westen teils dichtere Wolken, vereinzelt Regen. Sonst ein freundlicher Mix aus Sonne und Wolken. Weiterhin sehr mild.

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