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Nachrichten

06.09.2011 – Langsam gesprochene Nachrichten

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die Nachrichten der Deutschen Welle von Dienstag – als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

Der Bundestag beginnt an diesem Dienstag mit seinen viertägigen Beratungen über den Bundeshaushalt 2012 und den Finanzplan bis zum Jahr 2015. Der Etat-Entwurf von Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) sieht Ausgaben in Höhe von 306 Milliarden Euro vor. Die Nettokreditaufnahme soll auf 27,2 Milliarden Euro sinken, nach rund 30 Milliarden Euro in diesem Jahr. Angesichts der guten Konjunkturentwicklung wollen die Haushaltsexperten der schwarz-gelben Koalition die Neuverschuldung noch weiter senken. Die erste Bundestagsdebatte nach der parlamentarischen Sommerpause steht ganz im Zeichen der Eurokrise. Die Milliardenhilfen für kränkelnde Euro-Länder dürften auch die Generaldebatte am Mittwoch beherrschen. Dann wird auch Bundeskanzlerin Angela Merkel das Wort ergreifen. Die Schlussabstimmung ist für den 25. November vorgesehen.

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Bundeskanzlerin Angela Merkel und der Ratsvorsitzende der Europäischen Union, Herman van Rompuy, haben Griechenland und die anderen Schuldenstaaten der Euro-Zone aufgefordert, zugesagte Reformen einzuhalten. Beide Politiker seien sich einig gewesen, dass die betroffenen Länder ihre Verpflichtungen zu Strukturreformen und Haushaltskonsolidierungsmaßnahmen zügig umsetzen müssten, hieß es nach einem Treffen in Berlin aus Regierungskreisen. In Vorbereitung des EU-Rates im Oktober hätten Merkel und Van Rompuy zudem über Vorschläge für eine engere wirtschaftliche Steuerung sowie verbesserte Arbeitsmethoden in der Euro-Zone gesprochen. Forderungen nach einem Ausschluss Griechenlands aus der Euro-Zone hatten beide bereits im Vorfeld des Treffens zurückgewiesen. Merkel warnte vor einem Dominoeffekt, der außerordentlich gefährlich für das Währungssystem wäre. Van Rompuy sagte, dies würde mehr Probleme schaffen, als Lösungen bieten.

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In Italien und Spanien soll an diesem Dienstag gegen geplante Sparmaßnahmen gestreikt werden, mit denen die Regierungen in Rom und Madrid aus der Schuldenkrise kommen wollen. In Italien hat die größte Gewerkschaft CGIL zum achtstündigen landesweiten Streik gegen das Sparpaket der Regierung von Silvio Berlusconi aufgerufen. Es dürfte bis Ende der Woche das Parlament passieren. Besonders kritisiert werden eine geplante Lockerung des Arbeitnehmerschutzes und die Zurücknahme einer geplanten Supersteuer für Besserverdienende. Es wird mit massiven Störungen im Bus-, Bahn und Flugverkehr sowie im gesamten Sektor des öffentlichen Dienstes gerechnet. Auch in Spanien haben die Gewerkschaften zu landesweiten Protesten gegen die Verankerung einer Schuldenbremse in der Verfassung aufgerufen, die am Mittwoch vom Oberhaus des Parlaments verabschiedet werden soll. Die zentrale Kundgebung findet am Abend in Madrid statt.

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Nach den starken Verlusten an den europäischen Börsen geht auch die Talfahrt an den Börsen in Asien weiter. In Tokio büßte der Nikkei-Index der 225 führenden Werte rund 2,2 Prozent auf 8590 Zähler ein. Auch die übrigen asiatischen Märkte in Singapur, Hongkong, Shanghai und Seoul gaben deutlich nach. Der Aktienmarkt in Taiwan verbuchte mit 2,4 Prozent die größten Verluste. Grund für die Einbrüche sind vor allem die Sorge über die Schuldenkrise in Europa und eine drohende zweite Bankenkrise. Auch die Furcht vor einer neuen Rezession in den USA belastet die Märkte.

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US-Präsident Barack Obama will dem Stillstand auf dem Arbeitsmarkt mit der Erneuerung von Straßen und Brücken sowie niedrigen Lohnsteuern begegnen. Es gebe genügend zu tun und mehr als eine Million arbeitslose Arbeiter stünden bereit, sagte Obama in Detroit. Vor rund 13.000 Zuschauern sprach er sich auch dafür aus, in Kürze auslaufende befristete Lohnsteuersenkungen zu verlängern. Dadurch sollten mehr Jobs geschaffen werden und den Amerikanern mehr Geld für den Konsum bleiben. Am Donnerstag will Obama in einer Rede vor beiden Kongresskammern seine Vorschläge zur Ankurbelung der Wirtschaft vorstellen. Es wird erwartet, dass er dem Parlament unter anderem die Erhöhung der Ausgaben für Infrastrukturprojekte vorschlagen wird.

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DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Im Nordwesten häufig stark bewölkt und vor allem in Nordseenähe gebietsweise Schauer. Sonst recht freundlich mit einem Wechsel aus Sonne und Wolken. Höchstwerte 17 bis 24 Grad. Die weiteren Aussichten: Am Mittwoch durchziehender Regen, nachfolgend neben einigen Auflockerungen häufig Schauer. Tagestemperaturen nur noch bei kühlen 16 bis 18 Grad.

 

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