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Nachrichten

06.07.2012 – Langsam gesprochene Nachrichten

Trainiere dein Hörverstehen mit den Nachrichten der Deutschen Welle von Freitag – als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

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Die italienische Regierung hat den Weg für zusätzliche Haushaltseinsparungen freigemacht. Nach einem Kabinettsbeschluss sind noch für dieses Jahr Kürzungen von 4,5 Milliarden Euro vorgesehen. Im nächsten Jahr soll die Summe auf 10,5 Milliarden Euro und 2014 auf elf Milliarden Euro steigen. Die geplante Mehrwertsteuererhöhung um zwei Prozentpunkte kann dadurch auf Juli kommenden Jahres hinausgezögert werden. Zudem ist geplant, die Ausgaben im Gesundheitswesen zu kürzen und im öffentlichen Dienst zehn bis zwanzig Prozent der Stellen zu streichen. Schon die Pläne hatten zuvor Gewerkschaftsvertreter veranlasst, Proteste anzukündigen. Erst im April hatte die Regierung von Ministerpräsident Mario Monti für 2012 Kürzungspläne von 4,2 Milliarden Euro angekündigt.

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Vertreter aus rund 100 Staaten beraten in Paris über das weitere Vorgehen in der Syrien-Krise. Ziel des Treffens der Kontaktgruppe "Freunde Syriens" ist es, den Druck auf Machthaber Baschar al Assad weiter zu erhöhen. Durch die Gewalt zwischen syrischen Sicherheitskräften und Regimegegnern sind inzwischen deutlich mehr als 10.000 Menschen getötet worden. China und Russland nehmen nicht an der Konferenz teil. Deutschland wird bei dem Treffen von Bundesaußenminister Guido Westerwelle vertreten. Er hatte am Donnerstag in Moskau noch einmal vergeblich versucht, die russische Regierung zu einem Positionswechsel zu bewegen. Vor Beginn des Treffens in Paris rief er die verschiedenen Kräfte der syrischen Opposition auf, ihren Streit beizulegen. Unterdessen kündigte der Leiter der UN-Beobachtermission in Syrien, Robert Mood, an die Kontrollen zur Durchsetzung des Friedensplans wieder aufzunehmen. Allerdings müsse die Sicherheitslage dies zulassen.

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Der UN-Sicherheitsrat hat islamistischen Kämpfern im Norden Malis Sanktionen angedroht. In einer Resolution verurteilt der Rat die jüngste Verwüstung historischer Stätten in Timbuktu durch die Extremistengruppe Ansar Dine. Zudem äußerte der Weltsicherheitsrat Besorgnis über die humanitäre Lage in Mali und forderte eine Wiederherstellung der verfassungsgemäßen Ordnung nach dem Militärputsch vom 21. März. Eine mögliche Intervention von Nachbarstaaten wurde mit der Resolution aber nicht genehmigt. Dies hatten die Wirtschaftsgemeinschaft Westafrikanischer Staaten (ECOWAS) und die Afrikanische Union vorgeschlagen. Unterdessen steigt die Zahl der Flüchtlinge aus dem Norden Malis. Nach Angaben des UN-Flüchtlingshilfswerks UNHCR sind bereits 200.000 Menschen in die Nachbarländer geflohen. Neben der Angst vor den neuen islamistischen Herrschern im Norden Malis treibt auch der zunehmende Mangel an Lebensmitteln die Menschen aus dem Land.

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Im Prozess um den Raub von Kindern während der Militärdiktatur in Argentinien sind die beiden Ex-Diktatoren Jorge Videla und Reynaldo Bignone zu langen Haftstrafen verurteilt worden. Das Gericht in Buenos Aires verurteilte den 86-jährigen Videla zu 50 Jahren Haft, der 84-jährige Bignone erhielt eine Gefängnisstrafe von 15 Jahren. Mehrere Mitangeklagte erhielten Strafen von 15 bis 40 Jahren Haft. Die Anklage hatte ihnen vorgeworfen, während der Militärdiktatur von 1976 bis 1983 den systematischen Raub von Kindern angeordnet zu haben. Schätzungsweise 500 Neugeborene und Kleinkinder von Frauen, die von den Militärs als Regimegegner verschleppt worden waren, wurden so illegal und unter falschen Namen meist in regimetreue Familien gegeben. Die leiblichen Mütter und oft auch die Väter wurden gefoltert und ermordet. Videla und Bignone sind bereits wegen anderer Menschenrechtsverletzungen jeweils zwei Mal zu lebenslanger Haft verurteilt worden.

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Eine Ariane-5-ECA-Rakete hat erfolgreich zwei Satelliten ins All gebracht. Der Träger mit dem Wettersatelliten MSG-3 (Meteosat Second Generation 3) und dem Breitbandsatelliten EchoStar XVII sei am Donnerstagabend vom europäischen Weltraumbahnhof Kourou in Französisch-Guyana gestartet, teilte die Betreibergesellschaft Arianespace mit. MSG-3 soll von seiner geostationären Umlaufbahn in 36.000 Kilometern Höhe alle 15 Minuten hoch auflösende Fotos von Europa, dem Nordatlantik und Afrika für eine präzisere Wettervoraussage im Vergleich zu den Vorgängern liefern. Die ersten beiden Wettersatelliten der zweiten Generation waren 2002 und 2005 gestartet worden. EchoStar XVII versorgt künftig Kunden in Nordamerika mit Hochgeschwindigkeitsinternetdiensten.

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