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Nachrichten

06.07.2011 – Langsam gesprochene Nachrichten

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die Nachrichten der Deutschen Welle von Mittwoch – als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

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Deutschland hat vor dem politisch seit Tagen umstrittenen Verkauf von 200 "Leopard"-Kampfpanzern nach Saudi-Arabien die Zustimmung Israels und der USA eingeholt. Das meldet die "Süddeutsche Zeitung" unter Berufung auf Regierungskreise in Berlin. Nach dem grundsätzlichen Ja des geheim tagenden Bundessicherheitsrates gehe es bei dem Rüstungs-Export nur noch um Einzelheiten, berichtet das Blatt weiter. Vor einer so genannten Aktuellen Stunde an diesem Mittwoch im Bundestag sorgte das Geschäft bei der Opposition von Grünen und SPD, aber auch in den Regierungsparteien von CDU/CSU sowie FDP für Unmut. Saudi-Arabien habe mit seinen Truppen geholfen, die Protestbewegung in Bahrain niederzuschlagen, hieß unter anderem zur Begründung.

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Wegen Konjunkturaufschwunges und sprudelnder Steuereinnahmen erwartet die Bundesregierung bereits im laufenden Jahr ein Staatsdefizit von unter zwei Prozent des Bruttoinlandsproduktes. Von den 17 Ländern der Euro-Zone halten derzeit nur Estland, Luxemburg und Finnland die Drei-Prozent-Defizitgrenze des Euro-Stabilitätspaktes ein. Auch das Wirtschaftswachstum werde voraussichtlich höher ausfallen als die bislang erwarteten 2,6 Prozent, heißt es im Vorwort für den Bundeshaushalt 2012, der an diesem Mittwoch im Kabinett verabschiedet wird. Nach dem Gesetzentwurf plant die Regierung im kommenden Jahr Ausgaben von 306 Milliarden Euro - etwa soviel wie 2011. Dazu nimmt sie etwas mehr als 27 Milliarden Euro neuer Kredite auf.

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Die amerikanische Ratingagentur Moody's hat die Kreditwürdigkeit Portugals um vier Stufen auf Ramsch-Niveau gesenkt. Es bestehe das Risiko, dass die Regierung in Lissabon ein zweites Rettungspaket benötige, wie dies bereits bei Griechenland der Fall sei, und dass private Gläubiger sich daran beteiligen müssten, teilte Moody's zur Begründung mit. Die Finanzagentur zweifelt nach eigener Aussage zudem an der Fähigkeit Portugals, die Sparziele zu erreichen, die es im Gegenzug für das 78 Milliarden Euro schwere Hilfspaket von EU und Internationalem Währungsfonds genannt hatte. Die neue Mitte-Rechts-Regierung in Lissabon beklagte, Moody's habe bei seiner Entscheidung die jüngst eingeführte Sondersteuer und die Unterstützung der Sparanstrengungen durch die Opposition nicht berücksichtigt. - Bundeskanzlerin Angela Merkel hatte am Dienstag mit Blick auf Griechenland die Macht der US-Ratingagenturen bei der Bewertung eines Landes in Frage gestellt. Die europäischen Staaten dürften sich ihre eigene finanzpolitische Urteilsfähigkeit nicht wegnehmen lassen.

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Deutschlands Milliarden-Hilfen für notleidende Euro-Staaten stehen seit neuestem auf dem juristischen Prüfstand: Finanzminister Wolfgang Schäuble verteidigte die Rettungspakete vor dem Bundesverfassungsgericht als notwendige Garanten für international stabile Finanzmärkte. Seine Gegner, der CSU-Politiker Peter Gauweiler sowie fünf Wirtschaftsprofessoren, sahen zum Auftakt der mündlichen Verhandlung in Karlsruhe unter anderem die demokratische Kontrolle durch den Bundestag in Gefahr. Sie haben in Karlsruhe gegen die deutsche Beteiligung an den Hilfspaketen geklagt. Die Richter stellten klar, es gehe ihnen um die Spielregeln des Grundgesetzes, nicht um die richtige Finanzpolitik. Mit ihrem Urteil wird bis zum Herbst gerechnet.

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Die Vereinten Nationen kritisieren nach Informationen des Berliner "Tagesspiegel" in einer aktuellen Staaten-Bilanz die soziale Lage in Deutschland. Migranten seien häufig benachteiligt, und es fehle zudem an einem umfassenden Programm zur Bekämpfung von Armut, zitiert das Blatt aus der UN-Analyse. Die Grundsicherung von Hartz-IV-Empfängern gewährt danach "keinen angemessenen Lebensstandard". Erheblich ausgebaut werden müssten auch Angebote für Kinder, Behinderte, Ältere und Kranke. Besorgt zeigt sich das UN-Gremium nach Angaben der Zeitung darüber, dass die Arbeitslosigkeit im Osten der Republik noch immer doppelt so hoch sei wie im Westen.

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DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Vor allem in Ost und Süd durchweg viel Sonne. Im Nordwesten ziehen im Tagesverlauf Schauer und Gewitter auf. Die Temperaturen steigen auf maximal 22 Grad bis 28 Grad. DIE WEITEREN AUSSICHTEN: Am Donnerstag längere Zeit Sonne. Gewittrige Schauer sind im Süden und in der Nähe der Nordsee möglich. Höchstwerte zwischen 23 und 26 Grad.

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