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Nachrichten

06.05.2012 – Langsam gesprochene Nachrichten

Trainiere dein Hörverstehen mit den Nachrichten der Deutschen Welle von Sonntag – als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

In Frankreich wird in einer Stichwahl darüber entschieden, ob Präsident Nicolas Sarkozy weitere fünf Jahre als Staatschef im Elysée-Palast in Paris bleibt oder von seinem sozialistischen Herausforderer François Hollande abgelöst wird. Fast 45 Millionen Bürger sind aufgerufen, bis 20 Uhr MESZ ihre Stimme abzugeben. Umfragen sehen den 57-jährigen Sozialistenchef mit bis zu sieben Prozentpunkten Vorsprung als klaren Favoriten. In der ersten Wahlrunde am 22. April lag Hollande etwa 1,5 Prozentpunkte vor Sarkozy. Entscheidend für den Ausgang der Stichwahl ist, wie die Wähler jener acht Mitbewerber um das Präsidentenamt abstimmen werden, die es nicht in den zweiten Wahlgang schafften. Im Wahlkampf hatte Hollande erklärt, er wolle den europäischen Fiskalpakt für mehr staatliche Haushaltsdisziplin neu aufschnüren und um Elemente zur Förderung des Wirtschaftswachstums ergänzen. Damit sorgte er in Deutschland für Besorgnis.

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In Griechenland wird mitten in der schweren Finanzkrise des Landes ein neues Parlament gewählt. Die Abstimmung gilt als richtungweisende Entscheidung über die Spar- und Modernisierungspolitik, die die scheidende Regierung des Finanzexperten Lucas Papademos den internationalen Geldgebern zugesagt hat. Nach den jüngsten Umfragen werden die beiden großen Parteien, die konservative Nea Dimokratia und die sozialistische PASOK, die in den vergangenen Jahren das Debakel mit mehr als 300 Milliarden Euro Staatsschulden, einem nicht funktionierenden Steuersystem und einer mangelhaft entwickelten Volkswirtschaft verursacht haben, nicht einmal gemeinsam eine absolute Mehrheit erreichen. Erwartet werden eine Zersplitterung der Parteienlandschaft und deutliche Gewinne für radikale Parteien, die fast alle die Sparpolitik ablehnen.

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In Serbien sind die Bürger zur Wahl eines neuen Parlaments und eines neuen Staatschefs aufgerufen. Für das Präsidentenamt kandidieren zwölf Bewerber. In Umfragen lagen Amtsinhaber Boris Tadic von der Demokratischen Partei und Tomislav Nikolic von der nationalistisch und pro-russisch ausgerichteten Fortschrittspartei klar vorn. Es wird erwartet, dass es zwischen beiden am 20. Mai zu einer Stichwahl kommen wird. Bei der Abstimmung über die 250 Parlamentssitze werden Tadics pro-westlicher Partei gute Chancen vorhergesagt, zusammen mit kleineren Parteien wieder die Mehrheit erringen zu können. Die vorwiegend im Norden des Kosovo lebenden Serben wollen ebenfalls an den Abstimmungen teilnehmen. Anders als in den vergangenen Jahrzehnten wurde der Wahlkampf diesmal aber nicht vom Balkan-Konflikt bestimmt, sondern von Wirtschaftsthemen wie der steigenden Arbeitslosigkeit.

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In der Kaukasus-Republik Armenien haben Parlamentswahlen begonnen. Als Favoritin gilt die Republikanische Partei von Präsident Sersch Sargasjan, gefolgt von der Partei Blühendes Armenien des Millionärs Gagik Zarukjan. Die Opposition ist mit dem Armenischen National-Kongress von Ex-Staatschef Lewon Ter-Petrosjan im Rennen. In der früheren Sowjetrepublik sind insgesamt 2,5 Millionen Bürger aufgerufen, die 131 Mandate im Parlament von Eriwan zu vergeben. Im Fokus des Wahlkampfs standen Themen wie Arbeitslosigkeit, Armut und Auswanderung, während langjährige Konflikte mit den Nachbarn Türkei und Aserbaidschan kaum eine Rolle spielten. Aserbaidschan verlangt unter Berufung auf das Völkerrecht von Armenien die Rückgabe der Konfliktregion Berg-Karabach. Die beiden Staaten hatten deswegen 1992 bis 1994 auch einen Krieg geführt, in dem rund 30.000 Menschen starben.

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Die Bundesregierung erhöht im Fall der inhaftierten Oppositionsführerin Julia Timoschenko den Druck auf die Ukraine. Kanzlerin Angela Merkel werbe in der EU dafür, dass sämtliche Staats- und Regierungschefs den Fußball-Europameisterschaften in dem Land fernbleiben sollten, falls Timoschenko nicht freikomme, berichtet das Nachrichtenmagazin "Der Spiegel". Merkel halte eine EU-weite Boykottdrohung für effektiver als den Alleingang einzelner Länder. Die Kanzlerin selbst will einen Besuch der deutschen EM-Spiele in der Ukraine von der weiteren Entwicklung des Konflikts abhängig machen. Die EU-Kommission kündigte bereits einen Boykott der EM-Spiele in dem osteuropäischen Land an. Timoschenkos Tochter Jewgenija bat nach Informationen der "Bild am Sonntag" unterdessen um Treffen mit Merkel und Bundespräsident Joachim Gauck. Sie komme am Montag nach Berlin, um an einer Tagung der Arbeitsgruppe Menschenrechte der Unions-Bundestagsfraktion teilzunehmen.

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