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Nachrichten

06.03.2014 – Langsam gesprochene Nachrichten

Trainiere dein Hörverstehen mit den Nachrichten der Deutschen Welle von Donnerstag – als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

Audio anhören 06:32

Nachrichten von Donnerstag, 6. März 2014 – langsam gesprochen als MP3

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Trotz hektischer Krisen-Diplomatie ist es den westlichen Staaten bisher nicht gelungen, Russland zu direkten Kontakten mit der neuen ukrainischen Führung zu bewegen. Auch nach ganztägigen Außenminister-Gesprächen in Paris weigerte sich der russische Ressortchef Sergej Lawrow, den Kiewer Interims-Außenminister Andrej Deschtschyzja zu treffen. Verfehlt wurde ferner das Ziel vor allem der Minister aus Frankreich, Deutschland, Großbritannien und den USA, eine Kontaktgruppe einzusetzen. Die Verhandlungen sollen jedoch in den kommenden Tagen fortgesetzt werden. An diesem Donnerstag findet in Brüssel ein EU-Sondergipfel zum Konflikt zwischen Russland und der Ukraine statt. Dabei soll es auch um mögliche Sanktionen gegen Moskau gehen. Im Vorfeld des Gipfels sagte die EU-Kommission der vom Staatsbankrott bedrohten Ukraine elf Milliarden Euro zu. Die EU sperrte zudem die Konten von Ex-Präsident Viktor Janukowitsch und 17 weiteren Personen.

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Angesichts der russischen Vorstöße auf der ukrainischen Halbinsel Krim hat die Nato ihren Druck verstärkt. NATO-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen kündigte in Brüssel an, die Beziehungen zu Russland auf den Prüfstand zu stellen. Die Partnerschaft zur Ukraine werde hingegen vertieft, sagte er nach einer Sitzung des Nato-Russland-Rates. US-Verteidigungsminister Chuck Hagel plädierte für eine stärkere militärische Unterstützung Polens und der baltischen Staaten. Auf der Krim selbst blieb die Lage angespannt. Russische Soldaten brachten zwei Raketen-Stützpunkte der ukrainischen Streitkräfte teilweise unter ihre Kontrolle. Der UN-Sondergesandte Robert Serry wurde von bewaffneten Männern und Demonstranten bedroht und brach seine Vermittlungsmission auf der Halbinsel ab. Im ostukrainischen Donezk wurden bei Zusammenstößen zwischen pro-russischen Demonstranten und Anhängern der neuen Führung etwa zehn Menschen verletzt.

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Bei einem Luftangriff der NATO-Schutztruppe ISAF sind nach Angaben der Regierung in Kabul mindestens fünf afghanische Soldaten getötet worden. Bei der Attacke mit US-Drohnen in der Provinz Logar südlich der Hauptstadt Kabul seien zudem mindestens acht weitere Soldaten verletzt worden, teilten die Behörden mit. Die NATO kündigte eine Untersuchung des Vorfalls an. Der Angriff dürfte die ohnehin schwierigen Beziehungen zwischen den USA und dem afghanischen Präsidenten Hamid Karsai weiter verschlechtern. Karsai wirft den USA vor, nur noch die Interessen der eigenen Truppen zu verfolgen. Hauptstreitpunkt ist dabei die hohe Zahl an Opfern bei Drohnen-Angriffen unter der Zivilbevölkerung und den afghanischen Sicherheitskräften.

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Der US-Auslandsgeheimdienst CIA steht im Verdacht, Mitarbeiter des Geheimdienstausschusses im Senat ausgespäht zu haben. Die demokratische Senatorin und Ausschussvorsitzende Dianne Feinstein bestätigte entsprechende Medienberichte und erklärte, dass die CIA die Angelegenheit in einer internen Untersuchung prüfe. Nach Recherchen der "New York Times" klinkte sich der Geheimdienst in das Computernetzwerk des Senats ein und überwachte Mitarbeiter, die an einem Gutachten über die Misshandlung von Terrorverdächtigen in Geheimgefängnissen der CIA schrieben. Der 6000 Seiten starke, geheim gehaltene Bericht geht mit der CIA hart ins Gericht. Kritik wird vor allem an der Verhörmethode des sogenannten "Waterboarding" geübt, bei dem das Ertrinken simuliert wird. Menschenrechtler stufen die Technik als Folter ein. Republikanische wie auch demokratische Senatoren übten inzwischen heftige Kritik an den Überwachungsmaßnahmen.

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Die Republik Niger hat Al-Saadi al-Gaddafi, einen Sohn des früheren libyschen Diktators Muammar al-Gaddafi, an seine Heimat ausgeliefert. Das teilte die Übergangsregierung in der Hauptstadt Tripolis mit. Nach Informationen des Nachrichtensenders Al-Dschasira wurde er in das Hadaba-Gefängnis in Tripolis gebracht. Bilder im Internet zeigen Al-Saadi in blauer Gefängniskleidung und mit rasiertem Haupthaar. Während des Aufstands gegen seinen Vater soll er eine Brigade befehligt haben. Libyen hatte von Niger mehrfach die Auslieferung Al-Saadis verlangt, wo er Ende 2011 Asyl erhalten hatte. Libyen will ihn unter anderem wegen Zwangsenteignungen während seiner Zeit als Chef des libyschen Fußballverbandes vor Gericht stellen. Muammar al-Gaddafi war im Oktober 2011 von Rebellen getötet worden.

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