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Nachrichten

06.03.2012 – Langsam gesprochene Nachrichten

Trainiere dein Hörverstehen mit den Nachrichten der Deutschen Welle von Dienstag – als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

Bei Kundgebungen gegen die Wahl von Ministerpräsident Wladimir Putin zum neuen Staatschef sind am Montagabend in Moskau und St. Petersburg rund 500 Kreml-Kritiker festgenommen worden. Darunter waren auch Abgeordnete der liberalen Jabloko-Partei und bekannte Putin-Gegner wie der Blogger Alexej Nawalny. Auf dem Moskauer Puschkin-Platz protestierten etwa 20.000 Menschen gegen das Wahlergebnis. Bei Kundgebungen warfen mehrere führende Oppositionelle Putin vor, das Ergebnis gefälscht zu haben. Die Wahl müsse deshalb annulliert werden. Laut Wahlkommission erlangte Putin 63,6 Prozent der Stimmen. Die Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) bemängelte Unregelmäßigkeiten in einem Drittel der von ihr beobachteten Wahllokale.

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Der israelische Ministerpräsident, Benjamin Netanjahu, bezweifelt, dass im Streit um das iranische Atomprogramm noch eine friedliche Lösung möglich ist. Bislang hätten weder Diplomatie noch Sanktionen Wirkung gezeigt, sagte Netanjahu bei seinem Besuch in Washington. Zugleich stellte er klar, dass sich sein Land das Recht auf Selbstverteidigung vorbehalte. Bei einem Treffen mit US-Präsident Barack Obama waren zuvor Meinungsverschiedenheiten mit Blick auf mögliche militärische Schritte gegen den Iran deutlich geworden, der verdächtigt wird, heimlich eine Atombombe zu bauen. Während Obama abermals bekräftigte, sich alle Optionen offen zu halten, hob er doch hervor, man könne den Konflikt immer noch diplomatisch beilegen.

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Im Vorwahlkampf der US-Republikaner steht mit dem "Super Tuesday" der erste Höhepunkt an. Die Partei erhofft sich von der gleichzeitigen Abstimmung in zehn Bundesstaaten an diesem Dienstag eine Vorentscheidung im Rennen um die Präsidentschaftskandidatur. Als aussichtsreichste Bewerber haben sich in den vergangenen Wochen der Multimillionär und Ex-Gouverneur Mitt Romney sowie der erzkonservative ehemalige Senator Rick Santorum hervorgetan. Das Augenmerk richtet sich vor allem auf das von Wirtschaftskrise und hoher Arbeitslosigkeit schwer gezeichnete Ohio, wo beide etwa gleichauf liegen. Hier gibt es besonders viele Delegiertenstimmen für den Parteitag im Sommer zu gewinnen, auf dem der Herausforderer von Amtsinhaber Barack Obama offiziell nominiert wird. Die eigentliche Präsidentenwahl findet am 6. November statt.

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Das Abschiedszeremoniell für den zurückgetretenen Bundespräsidenten Christian Wulff sowie die von ihm geforderten Privilegien sorgen für Diskussionen. Nach einem Bericht der Zeitung "Die Welt" wollen seine Vorgänger, die früheren Staatsoberhäupter Walter Scheel, Richard von Weizsäcker, Roman Herzog und Horst Köhler, dem Großen Zapfenstreich am 8. März fernbleiben, der militärischen Zeremonie zur Verabschiedung von Bundespräsidenten, Kanzlern und Verteidigungsministern. Wulff war zurückgetreten, nachdem die Staatsanwaltschaft Hannover ein Ermittlungsverfahren gegen ihn angekündigt hatte, wegen Vorteilsannahme und Vorteilsgewährung.

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Im Tarifstreit des öffentlichen Dienstes gehen die Warnstreiks an diesem Dienstag in die nächste Runde. In Hamburg, Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern müssen die Bürger mit Beeinträchtigungen in Stadtverwaltungen, Arbeitsagenturen, Krankenhäusern und Kindertagesstätten rechnen. Auch in Baden-Württemberg soll es zu ersten Aktionen kommen. Die Gewerkschaften haben eine "Protestwoche" angekündigt, um in der laufenden Tarifrunde für die zwei Millionen Beschäftigten von Kommunen und Bund Druck zu machen. Ver.di und die Tarifunion des Beamtenbundes dbb fordern 6,5 Prozent höhere Einkommen, mindestens aber 200 Euro mehr. Die Arbeitgeber halten dies für inakzeptabel.

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Abermals haben sich im Südwesten Chinas Menschen aus Protest gegen die chinesische Tibet-Politik selbst angezündet. In der Präfektur Aba in der Provinz Sichuan setzte sich nach Angaben von Menschenrechtsaktivisten ein 18-jähriger Tibeter nahe einem Regierungsbüro in Brand, nachdem er regierungskritische Slogans gerufen hatte. Er sei noch vor Ort seinen Verletzungen erlegen, erklärten die Organisationen Free Tibet und International Campaign for Tibet. Erst am Sonntag war in demselben Ort eine vierfache Mutter ums Leben gekommen, nachdem sie sich in Brand gesetzt hatte. Tags zuvor hatte sich ein junges Mädchen selbst angezündet.

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Naturkatastrophen haben nach Angaben der Vereinten Nationen im vergangenen Jahr mit mindestens 380 Milliarden Dollar höhere wirtschaftliche Schäden verursacht als jemals zuvor. Hauptverantwortlich dafür seien die verheerenden Erdbeben in Japan und Neuseeland gewesen, sagte die UN-Sonderbeauftragte für die Risikominimierung von Naturkatastrophen, Margareta Wahlström, in New York. Die wirtschaftlichen Verluste seien um zwei Drittel höher als 2005, als Hurrikan "Katrina" im Süden der USA die bis dahin höchsten Schäden angerichtet hatte. Die wirtschaftlichen Schäden von Naturkatastrophen seien zu einer ernsten Bedrohung für viele Länder geworden, sagte Wahlström.

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