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Nachrichten

06.01.2012 – Langsam gesprochene Nachrichten

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die Nachrichten der Deutschen Welle von Freitag – als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

Die Vereinten Nationen haben Bereitschaft signalisiert, die Arabische Liga bei ihrer Beobachtermission in Syrien zu unterstützen. UN-Menschenrechtsexperten könnten die Beobachter schulen, um diesen bei der Bewertung der Lage in Syrien zu helfen, sagte ein UN-Sprecher in New York. Zuvor hatte Katars Regierungschef Scheich Hamad bin Dschassem al-Thani im Gespräch mit UN-Generalsekretär Ban Ki Moon "Fehler" der Liga eingeräumt und um Hilfe gebeten. Vorwürfe syrischer Menschenrechtler, die Beobachter hätten nichts gegen das Morden des Regimes unternommen, wies al-Thani zurück. Dies sei nicht ihre Aufgabe gewesen. Unterdessen machte ein Finanzkontrolleur der syrischen Regierung die Geheimdienste für das gewaltsame Vorgehen gegen die Opposition verantwortlich. Die Regierung habe nichts damit zu tun, sagte Mahmud al-Hadsch Hamad, der sich nach Kairo abgesetzt hat. Dem Iran und dem Irak warf er vor, das syrische Regime finanziell zu unterstützen.

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Bei einem Angriff auf eine Kirche im Nordosten Nigerias sind mindestens sechs Menschen erschossen und zehn weitere verletzt worden. Bewaffnete hätten das Feuer während eines Gottesdienstes eröffnet, sagte der Priester der Kirche. Die Polizei bestätigte den Angriff im Bundesstaat Gombe, nannte aber keine Einzelheiten. Zu dem Anschlag bekannte sich bisher niemand. Die radikalislamische Sekte Boko Haram hatte vor kurzem die Verantwortung für Bombenanschläge auf mehrere Kirchen am Weihnachtstag übernommen. Dabei waren rund 40 Menschen getötet worden. Boko Haram kämpft für ein islamisches Nigeria. Zuletzt hatte die Sekte Christen im weitgehend muslimischen Norden Nigerias gedroht und sie aufgefordert, die Region zu verlassen.

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Nach den Wahlerfolgen der Islamisten in Ägypten hat sich CDU/CSU-Fraktionschef Volker Kauder besorgt über die Entwicklung in dem nordafrikanischen Land geäußert. Ob dort die Demokratie wirklich siegen werde, sei unklar, schreibt Kauder in einem Gastbeitrag für die in Düsseldorf erscheinende "Rheinische Post". Vor allem die ägyptischen Christen lebten zum Teil in großer Gefahr. Bereits vor einem Jahr hätten ihm Christen von einer zunehmenden Islamisierung berichtet, die ihnen als alltägliche Diskriminierung das Leben schwer mache. Kauder machte hierfür insbesondere die Salafisten verantwortlich. Diese wollten Ägypten in einen islamischen Gottesstaat verwandeln und orientierten sich dabei an den gesellschaftlichen Verhältnissen im siebten Jahrhundert. Beim Salafismus handelt es sich um eine ultra-orthodoxe Interpretation des Islam. Die Salafisten möchten die vermeintlich idealen Zustände der islamischen Frühzeit wiederherstellen.

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Die stellvertretende FDP-Vorsitzende Birgit Homburger hat Bundespräsident Christian Wulff aufgefordert, Klarheit über seine Mailbox-Nachricht an die "Bild"-Zeitung zu schaffen. Die anhaltende Debatte schade sowohl dem Ansehen des höchsten Staatsamtes als auch dem der Bundesrepublik Deutschland", sagte Homburger der Zeitung "Die Welt". Daher müsse sie schnell beendet werden. Wulff lehnte am Donnerstag eine Veröffentlichung der Mailbox-Nachricht durch die "Bild"-Chefredaktion ab, worum ihn das Blatt gebeten hatte. "Bild" wollte damit seine Darstellung belegen, dass der Bundespräsident mit dem Anruf das Ziel verfolgt habe, eine Berichterstattung über seinen 500.000-Euro-Kredit zu verhindern. Wulff hatte hingegen in einem Fernseh-Interview erklärt, er habe nur um einen Tag Aufschub für die Veröffentlichung gebeten.

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Die Europäische Union will angesichts der politischen Öffnung in Birma ein Verbindungsbüro in Rangun einrichten. Das Büro solle Hilfsprogramme abwickeln und auch eine "politische Rolle" spielen, sagte ein Sprecher der EU-Außenbeauftragten Catherine Ashton in Brüssel. Das Büro habe aber nicht den Status einer offiziellen Vertretung. Noch sind Sanktionen der EU gegen Birma in Kraft. Brüssel hatte aber im November erklärt, man wolle den Reformkurs der birmanischen Führung begleiten. Am Donnerstag hatten die Behörden des südostasiatischen Landes die bisher verbotene Partei Nationale Liga für Demokratie (NLD) von Oppositionsführerin Aung San Suu Kyi wieder zugelassen. Die Friedensnobelpreisträgerin äußerte sich optimistisch über eine demokratische Zukunft ihres Landes.

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Ungarn bemüht sich angesichts einer sich verschärfenden Finanzkrise um einen Notkredit von Europäischer Union und Internationalem Währungsfonds. Ziel sei die Gewährung eines sogenannten vorbeugenden Stand-by-Kredits, sagte der ungarische Chefunterhändler Tamas Fellegi. Dabei werden die Gelder nicht gleich abgerufen, sondern dienen als Sicherheit. Zuvor waren der Wert der ungarischen Währung Forint auf ein Rekordtief gefallen und die Kapitalmarktzinsen für Staatsanleihen auf fast zehn Prozent gestiegen. EU und IWF sind derzeit aber nicht bereit, mit Budapest über das benötigte Kreditabkommen zu verhandeln. Grund ist das von der rechts-nationalistischen Regierung unter Ministerpräsident Viktor Orban jüngst verabschiedete Notenbankgesetz. EU und IWF sehen dadurch die Unabhängigkeit der Zentralbank gefährdet. Nach Meinung der ungarischen Regierung entspricht das Gesetz jedoch in vollem Umfang dem EU-Recht.

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