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Nachrichten

05.12.2011 – Langsam gesprochene Nachrichten

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die Nachrichten der Deutschen Welle von Montag – als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

Die Kreml-Partei Einiges Russland hat bei der Parlamentswahl vom Sonntag die absolute Mehrheit der Sitze errungen. Wie die Wahlkommission mitteilte, entfallen auf die Partei von Ministerpräsident Wladimir Putin 238 der insgesamt 450 Mandate. Geeintes Russland holte nach den Angaben knapp 50 Prozent der Stimmen und kann damit auch künftig allein in der Duma, dem russischen Unterhaus, regieren. Ihre bisherige Zwei-Drittel-Mehrheit büßte sie indes ein. Die Kommunisten kamen nach Auszählung fast aller Stimmen auf 19,16 Prozent und 92 Sitze, Gerechtes Russland auf 13,22 Prozent (64 Sitze) und die ultranationalistische Liberaldemokratische Partei von Wladimir Schirinowski auf 11,66 Prozent (56 Sitze). Die Wahl wurde von Fälschungsvorwürfen und einer Cyber-Attacke auf unabhängige Internetseiten überschattet.

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Vertreter von mehr als 100 Staaten und Organisationen beraten an diesem Montag in Bonn über Hilfen für Afghanistan nach dem Abzug der internationalen Kampftruppen Ende 2014. Bundeskanzlerin Angela Merkel wird die Konferenz gemeinsam mit dem afghanischen Präsidenten Hamid Karsai und UN-Generalsekretär Ban Ki Moon eröffnen. Unter den rund 1.000 Teilnehmern ist auch US-Außenministerin Hillary Clinton. Unmittelbar vor dem Treffen hatte Karsai von der Staatengemeinschaft rund fünf Milliarden Dollar bis 2024 gefordert. Das Geld werde für den weiteren Aufbau der Armee, der Polizei und der staatlichen Institutionen benötigt, sagte er dem Nachrichtenmagazin "Der Spiegel". Konkrete finanzielle Zusagen sollen in Bonn jedoch nicht gemacht werden. Dazu wird wahrscheinlich eine Afghanistan-Geberkonferenz im nächsten Jahr einberufen.

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Bundeskanzlerin Angela Merkel und der französische Staatspräsident Nicolas Sarkozy wollen an diesem Montag in Paris ihre Strategie gegen die Euro-Schuldenkrise vorstellen. Das Konzept sieht eine europäische Fiskal- und Stabilitätsunion vor mit automatischen Strafmaßnahmen gegen Haushaltssünder. Über die dazu notwendigen Änderungen der europäischen Verträge besteht weitgehend Einigkeit zwischen den beiden Politikern. Sie streben an, dass die Haushaltspläne der Euro-Staaten schärfer kontrolliert und Verstöße schärfer geahndet werden können. Merkel will darüber hinaus die Autorität europäischer Institutionen stärken, sodass Durchgriffsrechte auf Staatshaushalte möglich werden. Dies lehnt Sarkozy indes ab.

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Die SPD hat auf ihrem Parteitag in Berlin ein klares Bekenntnis zu mehr Europa abgelegt und zugleich den Kurs der schwarz-gelben Bundesregierung scharf attackiert. Altkanzler Helmut Schmidt und Fraktionschef Frank-Walter Steinmeier warnten zum Auftakt des dreitägigen Treffens vor einem Scheitern der Europäischen Union und einer Isolation Deutschlands. Kanzlerin Angela Merkel warf der 92 Jahre alte Schmidt vor, nur mehr als Lehrmeisterin in Europa aufzutreten. Befürchtungen über einen drohenden Zusammenbruch des Euro bezeichnete er als gefährlich. In einer Resolution forderten die Sozialdemokraten ein Aufbauprogramm für Euro-Krisenländer und eine Regelung für ihre Altschulden in Form eines Schuldentilgungsfonds. Zudem beschlossen die 480 Delegierten einen Neuanlauf für ein Verbot der rechtsextremistischen NPD. Ferner gab sich die SPD eine schlankere Führungsstruktur, indem sie den Parteivorstand personell verkleinerte und das Präsidium ganz abschaffte. Die knapp 500.000 SPD-Mitglieder erhalten größere Mitspracherechte.

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Der Kampfmittelräumdienst hat in Koblenz erfolgreich eine 1,8-Tonnen schwere britische Luftmine aus dem 2. Weltkrieg entschärft. Auch eine US-Fliegerbombe konnte unschädlich gemacht werden. Die Evakuierungszone wurde aufgehoben. Zuvor hatte in der größten Evakuierungsaktion wegen eines Blindgängers seit dem Zweiten Weltkrieg fast die Hälfte der mehr als 100.000 Einwohner ihre Wohnungen im Umkreis von rund zwei Kilometern um den Fundort verlassen müssen. Geräumt wurden auch sieben Altenheime, zwei Krankenhäuser und ein Gefängnis. Drei Bundesstraßen und die Bahnverbindungen nach Koblenz wurden gesperrt, der Schiffsverkehr auf Rhein und Mosel kam zum Erliegen. Die Sprengkörper waren beim jüngsten Niedrigwasser im Rhein entdeckt worden.

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DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Bei wechselnder Bewölkung einige Schauer, zum Teil mit Graupel und Schnee durchmischt. In den Mittelgebirgen bis in tiefere Täler Schnee. Höchstwerte drei bis neun Grad. Die weiteren Aussichten: Am Dienstag weiter wechselhaftes Schauerwetter. Nur vom Nordrand des Erzgebirges bis nach Brandenburg kaum Regen und gebietsweise auch aufgeheitert. Höchsttemperaturen drei bis sechs Grad.

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