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Nachrichten

05.11.2012 – Langsam gesprochene Nachrichten

Trainiere dein Hörverstehen mit den Nachrichten der Deutschen Welle von Montag – als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

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Ein Jahr vor der Bundestagswahl haben die Spitzen der Regierungskoalition zentrale Streitpunkte ausgeräumt. Nach achtstündigen Verhandlungen beschloss die Runde, die Praxisgebühr von zehn Euro pro Quartal zum Jahreswechsel abzuschaffen. Ferner machte sie den Weg für das Betreuungsgeld frei. Die FDP setzte dabei durch, dass das Geld auch auf ein Konto eingezahlt werden kann, um es später für Studium oder Ausbildung zu nutzen. Die umstrittene Leistung soll aber nicht zum 1. Januar, sondern erst zum 1. August 2013 starten. Auf Wunsch der CSU wurde zudem beschlossen, 750 Millionen Euro mehr für Verkehrsprojekte bereitzustellen. Zur Bekämpfung der Altersarmut vereinbarten die Koalitionspolitiker schließlich Verbesserungen bei Renten für Geringverdiener, die aber nicht beitragsfinanziert, sondern mit Steuergeld bezahlt werden sollen. Die oppositionellen Sozialdemokraten kritisierten die Beschlüsse als "Kuhhandel" zulasten der Steuerzahler.

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In der libyschen Hauptstadt Tripolis haben sich rivalisierende Milizen heftige Kämpfe geliefert. Mindestens fünf Menschen wurden nach Augenzeugenberichten bei den Schusswechseln verletzt. Die Milizen setzten demnach Panzerfäuste ein und zündeten ein ehemaliges Geheimdienstgebäude an. Ein Geschoss schlug in einem Krankenhaus ein und löste Panik aus. Nach mehr als zwölf Stunden beendete die Armee zunächst die Schießereien. Bei beiden Milizen soll es sich um Anhänger von Ex-Machthaber Muammar al-Gaddafi handeln. Die Gefechte verdeutlichen die großen Sicherheitsprobleme in Libyen mehr als ein Jahr nach Gaddafis Sturz. Nach wie vor weigern sich viele militante Gruppen, ihre Waffen niederzulegen.

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Mit der Aufnahme von Norwegen, der Schweiz und Bangladesch hat in Laos ein Gipfeltreffen von Staats- und Regierungschefs aus Europa und Asien (ASEM) begonnen. Zu dem informellen Meinungsaustausch des Forums mit jetzt 51 Mitgliedern sind mehr als 30 Staats- und Regierungschefs angereist. Deutschland wird von Bundesaußenminister Guido Westerwelle vertreten. Im Zentrum der Beratungen in der Hauptstadt Vientiane stehen die Finanzkrise in der Europäischen Union, neue Freihandelsabkommen sowie der Territorialstreit zwischen China und anderen Ländern am Südchinesischen Meer. In den Mitgliedsstaaten des 1996 gegründeten ASEM werden zusammen rund zwei Drittel des Welt-Bruttosozialprodukts erwirtschaftet. Von europäischer Seite gehören dem Forum alle EU-Staaten und auch die EU-Kommission an.

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Nach dem verheerenden Wirbelsturm "Sandy" macht nun ein Kälteeinbruch zehntausenden Menschen an der US-Ostküste zu schaffen. Die Stadt New York öffnete Notunterkünfte und verteilte Decken. Bürgermeister Michael Bloomberg rief ältere Menschen ohne Heizung auf, in Notunterkünfte zu gehen. In New York, den Vororten und Long Island sind sechs Tage nach dem Supersturm "Sandy" noch immer rund 700.000 Haushalte und Firmen ohne Strom. Bloomberg schätzt, dass in der Metropole bis zu 40.000 Wohnungen durch den Sturm nicht mehr nutzbar sind. Heimatschutzministerin Janet Napolitano sagte, die Behörden suchten nun Wohnungen und Hotelzimmer für Hilfsbedürftige. Die schwierige Lage wird durch den Mangel an Benzin und Diesel verschärft. An den Tankstellen gibt es lange Schlangen von Menschen, die auf Treibstoff für Heizgeräte warten. Die Abgabe von Treibstoff für Autos wurde vielerorts auf 30 Dollar pro Tankvorgang beschränkt.

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Im Vatikan beginnt an diesem Montag der zweite Prozess in der "Vatileaks"-Affäre: Der Computertechniker Claudio Sciarpelletti muss sich wegen Beihilfe zum Diebstahl verantworten. Der Italiener wird beschuldigt, dem päpstlichen Kammerdiener Paolo Gabriele geholfen zu haben, vertrauliche Dokumente des Papstes zu entwenden. Ihm droht bis zu ein Jahr Haft. Gabriele war Anfang Oktober in Rom wegen schweren Diebstahls zu 18 Monaten Haft verurteilt worden. Der Kammerdiener hatte in dem Prozess gestanden, vertrauliche Unterlagen des Papstes entwendet, kopiert und an einen italienischen Journalisten gegeben zu haben. Die Richter kamen zu dem Ergebnis, dass Gabriele als Einzeltäter gehandelt habe.

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