1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

Nachrichten

05.10.2011 – Langsam gesprochene Nachrichten

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die Nachrichten der Deutschen Welle von Mittwoch – als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

Aus Protest gegen geplante Massenentlassungen sind in Griechenland die Angestellten im öffentlichen Dienst in einen 24-stündigen Streik getreten. In den staatlichen Krankenhäuser hält nur eine Notbesetzung die Stellung. Anwälte, Lehrer und Finanzbeamte legten die Arbeit ganz nieder. Auch die Fluglotsen schlossen sich dem Protest an. Sämtliche Verbindungen von und nach Griechenland wurden abgesagt. Gestrandete Touristen gab es aber nur vereinzelt, da die Fluglinien die meisten ihrer Kunden rechtzeitig informiert hatten. Die Mitarbeiter der Nahverkehrsbetriebe wollten ihre Arbeit nur am Morgen und am Abend einstellen. Für den Lauf des Tages sind in Athen und anderen Städten Demonstrationen geplant. Angesichts der drohenden Staatspleite beabsichtigt die Regierung im Zuge ihrer Sparmaßnahmen rund 30.000 Staatsbedienstete zu entlassen. Zudem sollen die Bürger weitere 6,5 Milliarden Euro sparen. Die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel will heute in Brüssel mit EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso über die Schuldenkrise sprechen. Im Falle Griechenlands lehnt die Kanzlerin eine Umschuldung ab. Dies könnte andere Schuldenstaaten dazu verleiten, ebenfalls einen Schuldenschnitt anzustreben, sagte die CDU-Chefin bei einer Konferenz ihrer Partei.

 

***

Die Rating-Agentur Moody's stuft die Kreditwürdigkeit Italiens herunter. Das hoch verschuldete Land wird von Moody's nun nur noch mit "A2" geführt. Das ist drei Stufen niedriger als die bisherige Bewertung "Aa2". Die Bonitätswächter begründeten ihre Entscheidung mit wirtschaftlichen Unsicherheiten. Zugleich warnte die Agentur in New York vor weiteren Herabstufungen, indem das Rating mit einem negativen Ausblick versehen wurde. Ministerpräsident Silvio Berlusconi erklärte, die Entscheidung von Moody's sei erwartet worden. Die Regierung in Rom arbeite aber daran, die von der EU-Kommission abgesegneten Haushaltsziele zu erreichen. Bereits Ende September hatte die Agentur Standard & Poors die Kreditwürdigkeit Italiens um eine Note auf "A" heruntergestuft.

 

***

Die belgisch-französische Großbank Dexia gerät angesichts der Euro-Schuldenkrise immer mehr in Bedrängnis. Das belgische Kabinett unter Ministerpräsident Yves Leterme beschloss nun auf einer Krisensitzung, für das Geldinstitut eine "Bad Bank" zu gründen. Ziel sei es, die riskantesten Papiere von Dexia über 95 Milliarden Euro an die "Bad Bank" auszulagern. Zuvor hatte bereits der französische Finanzminister Francois Baroin betont, dass die Regierungen in Paris und Brüssel an der Seite der Bank stünden. Beide Länder halten Anteile an dem Geldinstitut, seit dieses vor drei Jahren zu Beginn der Finanzkrise ins Trudeln geriet.

 

***

China und Russland haben eine Verurteilung des gewaltsamen Vorgehens Syriens gegen Demonstranten verhindert. Die beiden Veto-Mächte stimmten im Weltsicherheitsrat gegen einen bereits mehrfach abgeschwächten Resolutionsentwurf, der von europäischen Ländern - darunter Deutschland - vorgelegt worden war. Die USA äußerten sich anschließend empört. Der Sicherheitsrat habe sich einer wachsenden Bedrohung des Friedens und der Sicherheit in der Region widersetzt. Russland entgegnete, der Entwurf basiere auf Konfrontation statt auf Dialog. China verwies auf die Souveränität Syriens, die respektiert werden müsse. An Stelle von Sanktionen waren dem syrischen Präsidenten Baschar el Assad in dem Entwurf lediglich "gezielte Maßnahmen" angedroht worden, sollte er die seit Monaten anhaltende Gewalt gegen Demonstranten nicht einstellen.

 

***

Bei einem Bombenanschlag in der somalischen Hauptstadt Mogadischu sind mehr als 70 Menschen getötet worden. Rund 150 weitere Personen seien bei der Explosion eines mit Sprengstoff beladenen Lastwagens vor einem Regierungsgebäude verletzt worden, teilte das Büro des somalischen Präsidenten Scharif Scheich Ahmed mit. Nach Behörden-Angaben handelt es sich bei den meisten Opfern um Polizisten. Zu dem Anschlag bekannte sich die radikal-islamische Al-Schabaab-Miliz. Man habe Beamte der somalischen Übergangsregierung, Soldaten der Afrikanischen Union und andere Informanten töten wollen, erklärte ein Sprecher der fundamentalistischen Miliz. Die Terrorgruppe, die dem Al-Kaida-Netzwerk nahesteht, kämpft schon seit 2007 gegen die Übergangsregierung in Mogadischu. Weite Teile in Zentral- und Südsomalia hat sie bereits unter Kontrolle.

 

***

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Im Südwesten sowie südlich der Donau heiter und trocken. In den anderen Landesteilen deutlich wolkiger und vor allem im nördlichen Mittelgebirgsraum etwas Regen. Die Höchstwerte liegen zwischen 17 und 23 Grad.

 

Die Redaktion empfiehlt

Audio und Video zum Thema