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Nachrichten

05.06.2014 – Langsam gesprochene Nachrichten

Trainiere dein Hörverstehen mit den Nachrichten der Deutschen Welle von Donnerstag – als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

Audio anhören 08:54

Nachrichten von Donnerstag, 5. Juni 2014 – langsam gesprochen als MP3

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Die sieben führenden Industriestaaten (G 7) haben Russland zu konkreten Schritten zur Stabilisierung der Ukraine aufgerufen. Anderenfalls drohe eine Verschärfung der Sanktionen, sagte Bundeskanzlerin Angela Merkel nach dem ersten G 7-Gipfeltag in Brüssel. Die Staats- und Regierungschefs erwarten demnach von Russland, das Ergebnis der Präsidentschaftswahlen in der Ukraine anzuerkennen, seine Streitkräfte von der ukrainisch-russischen Grenze zurückzuziehen sowie den Zustrom von Waffen und Separatisten zu stoppen. Einen Automatismus für Sanktionen gegen Moskau soll es nach den Worten Merkels jedoch nicht geben. Das heikle Thema französischer Rüstungsgeschäfte mit Russland wurde bei den Beratungen ausgeklammert. Laut einem 2011 geschlossenen Vertrag liefert Frankreich zwei Hubschrauberträger. Bislang gebe es keine Sanktionen, die der Lieferung der Schiffe entgegenstünden, sagte Präsident François Hollande.

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Syriens Machthaber Baschar al-Assad hat sich bei der Präsidentschaftswahl in seinem gespaltenen Land erwartungsgemäß eine dritte Amtszeit gesichert. Nach offiziellen Angaben erhielt der Staatschef trotz deutlich gesunkener Wahlbeteiligung 88,7 Prozent der Stimmen. Da in Syrien ein blutiger Bürgerkrieg herrscht und die Opposition keine eigenen Gegenkandidaten nominiert hatte, war die Wahl international als "Farce" kritisiert worden. Die Staats- und Regierungschefs der sieben führenden westlichen Industriestaaten (G7) bezeichneten die Abstimmung als "Scheinwahl". Unterdessen beklagten die UN, dass die Ende Juni auslaufende Frist für den Abtransport und die Vernichtung aller syrischen Chemiewaffen nicht einzuhalten sei. Die noch verbliebenen 7,2 Prozent der Waffen befänden sich gesammelt an einem Ort in Syrien, könnten aber aufgrund der unberechenbaren Sicherheitslage derzeit nicht weggeschafft werden, sagte die UN-Sonderbeauftragte Sigrid Kaag in New York.

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Bei einer Serie von Anschlägen sind im Irak am Mittwoch 32 Menschen getötet und mehr als hundert verletzt worden. Der blutigste Anschlag ereignete sich in der überwiegend von Schiiten bewohnten Stadt Hilla. Dort starben bei der Detonation einer Autobombe vor einem Krankenhaus nach Angaben von Polizisten mindestens 14 Menschen. Bei einem Anschlag in Kirkuk wurden acht Menschen getötet. Die neue Gewaltserie folgte auf einen Selbstmordanschlag vom Dienstag, bei dem in der Provinz Anbar eine Führungsfigur des Kampfes gegen das Terrornetzwerk Al-Kaida getötet worden war. In diesem Jahr ist der Irak bereits von einer Welle von Anschlägen heimgesucht worden, die an den blutigen Konflikt zwischen sunnitischen und schiitischen Muslimen in den Jahren 2006 und 2007 erinnern. Seit Jahresbeginn zählte die Nachrichtenagentur AFP schon mehr als 4000 Tote.

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EU-Innenkommissarin Cecilia Malmström hat die Mitgliedsstaaten der Europäischen Union aufgefordert, mehr Flüchtlinge aufzunehmen und ihnen legale Möglichkeiten zur Einreise anzubieten. Die EU-Mitglieder müssten viel mehr tun, um den Menschen, die vor Hunger, Elend und Gewalt aus ihren Heimatländern fliehen, zu helfen, sagte Malmström der Tageszeitung "Die Welt". Europa werde sich in den nächsten Jahrzehnten mit großer Wahrscheinlichkeit auf steigende Flüchtlingsströme einstellen. Den Aufnahmeländern sagte die Schwedin finanzielle Unterstützung der EU zu. Jedes EU-Land werde künftig für jeden aus einem Flüchtlingslager aufgenommenen Flüchtling 6000 Euro für die Aufnahme und Integration erhalten. Neben Umsiedlungen schlug die Innenkommissarin die Vergabe sogenannter humanitärer Visa vor. Damit könne verhindert werden, dass Flüchtlinge in die Hand von Menschenschmugglern fielen und ihr Leben riskierten.

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Israel will nach Medienberichten in den besetzten Palästinensergebieten weitere 1500 Wohneinheiten errichten. Das Wohnungsbauministerium habe Ausschreibungen für 1100 Wohnungen in bereits bestehenden jüdischen Siedlungen im Westjordanland sowie für 400 weitere im besetzten Ostteil Jerusalems veröffentlicht, berichtet der israelische Rundfunk. Wohnungsbauminister Uri Ariel bezeichnete die Planungen als eine "angemessene zionistische Antwort" auf die Bildung einer neuen Regierung der Palästinenser, die Ariel als "terroristisch" bezeichnete. Sieben Jahre nach dem Bruch zwischen den Palästinensern war am Montag eine Einheitsregierung aus den Palästinenserorganisationen Fatah und Hamas vereidigt worden. Die Hamas erkennt das Existenzrecht Israels nicht an. Das israelische Siedlungsprogramm ist einer der Hauptstreitpunkte in den Nahost-Friedensverhandlungen.

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