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Nachrichten

05.06.2011 – Langsam gesprochene Nachrichten

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die Nachrichten der Deutschen Welle von Sonntag – als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.


Im hochverschuldeten Euro-Land Portugal finden vorgezogene Parlamentswahlen statt. Als Favorit gilt die konservativ ausgerichtete sozialdemokratische Partei mit ihrem Spitzenkandidaten Pedro Passos Coelho. Die Sozialisten des nur noch geschäftsführend amtierenden Ministerpräsidenten José Sócrates müssen dagegen mit einer herben Niederlage rechnen. Rund 9,6 Millionen Wahlberechtigte sind aufgerufen, 230 Abgeordnete im Parlament von Lissabon neu zu bestimmen. Die mit Spannung erwartete Wahl wurde notwendig, weil Sócrates im März vor dem Hintergrund der schweren Finanz- und Wirtschaftskrise Portugals zurückgetreten war. Sein Minderheitsregierung hatte ihre Sparpläne nicht durchsetzen können. Die künftige portugiesische Regierung muss schon im Juli die Sparauflagen in Gang bringen, die mit dem 78 Milliarden Euro schweren Hilfspaket von EU und Internationalem Währungsfonds verbunden sind.

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Ein weiteres Hilfspaket für das vom Bankrott bedrohte Griechenland könnte nach einem Bericht des Nachrichtenmagazins "Der Spiegel" mehr als 100 Milliarden Euro umfassen. Experten des Bundesfinanzministeriums, der EU-Kommission, der Europäischen Zentralbank und des Internationalen Währungsfonds hielten diese Größenordnung für möglich, falls Athen auch 2013 und 2014 auf fremde Hilfe angewiesen sein sollte. Das Blatt verweist auf die griechischen Staatsanleihen, für die 2014 eine Anschlussfinanzierung erforderlich werde. Laut "Spiegel" hat Finanzstaatssekretär Jörg Asmussen kürzlich bei einem Treffen mit Spitzenbeamten aus der Euro-Zone klargestellt, dass es eine weitere Hilfe für Griechenland nur geben könne, wenn auch private Anleger auf einen Teil ihrer Forderungen verzichteten. Ohne Beteiligung des Privatsektors werde es keine Zustimmung des deutschen Bundestags geben und ohne diese Zustimmung kein neues Programm, soll Asmussen seinen Kollegen erklärt haben.

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Israelische Soldaten haben an der Grenze zu Syrien mindestens drei palästinensische Demonstranten erschossen. Rund zehn Menschen hätten Verletzungen erlitten, meldete das syrische Fernsehen. Die Soldaten hatten das Feuer eröffnet, als hunderte Demonstranten versuchten, die israelisch besetzten Golanhöhen zu erstürmen. Damit wollten die Palästinenser an den Jahrestag des Sechstagekriegs 1967 erinnern, der mit einer arabischen Niederlage endete. Bereits im Mai war es zu einer ähnlichen Aktion kommen. Dabei drangen hunderte Menschen über die Grenze nach Israel vor, zahlreiche Menschen wurde getötet und verletzt. Israel eroberte 1967 die Golanhöhen von Syrien, außerdem das Westjordanland, Ostjerusalem und den Gazastreifen.

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Im Jemen hat sich der amtierende Staatschef, Vizepräsident Abed Rabbo Mansur Hadi, mit US-Botschafter Gerald Feierstein getroffen. Das meldete der Nachrichtensender Al-Arabija aus Dubai. Das Gespräch fand nur wenige Stunden nach der Ausreise des verletzten Präsidenten Ali Abdullah Saleh nach Saudi-Arabien statt. Einzelheiten wurden noch nicht bekannt. Unterdessen feierten in mehreren Städten im Jemen tausende Menschen die Ausreise von Saleh bereits als Sturz seines Regimes. Oppositionelle erklärten, Saleh, der seit 1978 an der Macht ist, dürfe nicht mehr zurückkehren. Trotz der von Saudi-Arabien vermittelten Waffenruhe wird allerdings auch von neuer Gewalt berichtet. In der Haupstadt Sanaa wurden laut dem Sender Al-Dschasira zehn Menschen bei einem Granatenangriff verletzt. In der südlichen Stadt Tais im Süden sollen Bewaffnete etliche Gebäude gestürmt haben.

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Aus Protest gegen die Polizeigewalt in Syrien haben sich in der Stadt Hama nach Schätzungen erneut 100.000 Regimegegner versammelt. Die Menschen beteiligten sich an Trauerfeiern für Demonstranten, die am Vortag von der Polizei erschossen worden waren. Seit Mitte März begehren in vielen Städten Syrer gegen die Assad-Herrschaft auf. Bislang wurden mindestens 1000 Menschen bei den Demokratie-Kundgebungen getötet. Viele der Teilnehmer starben durch Heckenschützen, die von Dächern aus in die Menge schossen. UN-Generalsekretär Ban Ki Moon sprach von einer erschreckenden Gewalt auch gegen Kinder. Russland lehnt es ab, dass sich der Weltsicherheitsrat mit der Lage in Syrien befasst.-- Die Stadt Hama, wo es am Wochenende wieder zu Massenprotesten kam, steht für ein besonders blutiges Kapitel in der Geschichte Syriens. 1982 verübten Sicherheitskräfte von Ex-Präsident Hafis al-Assad, dem verstorbenen Vater des amtierenden Präsidenten, ein Massaker, bei dem mindestens 10.000 Menschen starben.

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DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Ein Mix aus Sonne und Wolken. Gebietsweise Schauer oder Gewitter, örtlich kräftig. Höchstwerte zwischen 18 Grad an der Küste und 31 Grad im Osten. Die weiteren Aussichten: Am Montag von West nach Ost Durchzug einer Regenfront. Örtlich heftige Gewitter. Sehr schwül, im Westen Abkühlung auf 20 Grad.

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