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Nachrichten

05.01.2012 – Langsam gesprochene Nachrichten

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die Nachrichten der Deutschen Welle von Donnerstag – als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

Bundespräsident Christian Wulff will trotz der gegen ihn erhobenen Vorwürfe im Amt bleiben. Er nehme die Verantwortung gerne wahr und wolle nach fünf Jahren die Bilanz ziehen, er sei ein guter Bundespräsident gewesen, sagte Wulff in einem Interview der öffentlich-rechtlichen Fernsehsender ARD und ZDF. Zugleich räumte er ein, der Drohanruf beim Chefredakteur der "Bild"-Zeitung sei ein "schwerer Fehler" gewesen. Dafür habe er sich entschuldigt. Der Bundespräsident sagte weiter, er habe nie etwas Unrechtes getan. Wulff wies auch Vorwürfe zurück, er habe in der Affäre um seinen Hauskredit die Öffentlichkeit nur scheibchenweise informiert. Seine Anwälte hätten inzwischen etwa 400 Anfragen beantwortet und an diesem Donnerstag würden alle Details im Internet veröffentlicht. - In der schwarz-gelben Regierungskoalition wurde der Auftritt Wulffs mit Erleichterung aufgenommen. Die Opposition aus SPD, Grünen und Linkspartei sieht dagegen weiteren Aufklärungsbedarf. SPD-Chef Sigmar Gabriel forderte Kanzlerin Angela Merkel auf, Wulffs Eignung für das höchste Staatsamt zu überprüfen.

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Im Atomstreit mit dem Iran will die Europäische Union die Führung in Teheran mit einem Ölembargo unter Druck setzen. Die Mitgliedsländer hätten sich grundsätzlich auf ein Importverbot geeinigt, teilten Diplomaten in Brüssel mit. Umstritten seien nur noch Details wie der Beginn des Embargos. Darüber sollen Vertreter der EU-Länder an diesem Donnerstag beraten. Dann werde auch diskutiert, wie weit geplante Strafmaßnahmen gegen die iranische Zentralbank gehen sollen. Die Sanktionen könnten beim Treffen der EU-Außenminister am 30. Januar beschlossen werden, sagte Frankreichs Außenminister Alain Juppé am Rande eines Besuchs in Portugal. Der Iran zeigte sich unbeeindruckt. Das Öl könne auf dem Weltmarkt problemlos abgesetzt werden, hieß es in Teheran. Die US-Regierung begrüßte die Entscheidung. - Der Iran hatte in der vergangenen Woche damit gedroht, die Straße von Hormus zu schließen, sollten Sanktionen gegen seine Ölexporte verhängt werden.

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Zum Auftakt seines Besuchs in Birma hat Großbritanniens Außenminister William Hague die Freilassung aller politischen Gefangenen in dem südostasiatischen Land gefordert. Sein Kollege U Wunna Maung Lwin versicherte im Gespräch mit Hague in der Hauptstadt Naypyidaw, der nach der Wahl im November 2010 eingeschlagene Weg der Öffnung werde fortgesetzt. Im März hatte sich die Militärjunta in Birma aufgelöst und die Macht an eine formell zivile Regierung übergeben, die einen vorsichtigen Reformkurs einleitete. Der Gast aus London wird an diesem Donnerstag auch mit Präsident Thein Sein zusammenkommen. Anschließend ist ein Treffen mit Oppositionsführerin und Friedensnobelpreisträgerin Aung San Suu Kyi geplant. - Zuletzt hatte ein britischer Außenminister Birma 1955 besucht.

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Griechenlands Ministerpräsident Lukas Papademos hat die Gewerkschaften seines Landes aufgefordert, zur Sicherung der nächsten Kredittranche der Europäischen Union und des Internationalen Währungsfonds (IWF) weitere Lohnkürzungen zu akzeptieren. Ohne die Zustimmung der Troika zur Auszahlung der nächsten Rate drohe Griechenland im März der Staatsbankrott, warnte Papademos bei einem Treffen mit Arbeitnehmer- und Arbeitgeber-Vertretern in Athen. Die Gewerkschaften wiesen die Forderung umgehend zurück. Arbeiter und Rentner seien durch die Krise schon unverhältnismäßig stark belastet worden. Deshalb gebe es keinen Spielraum für weitere Kürzungen. Der nächste Besuch der Troika, der Experten von EU, IWF und Europäischer Zentralbank angehören, steht Mitte Januar an. Von ihrer Beurteilung der griechischen Sparanstrengungen ist die Auszahlung einer "Supertranche" in Höhe von 89 Milliarden Euro abhängig.

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US-Präsident Barack Obama stellt an diesem Donnerstag gemeinsam mit Verteidigungsminister Leon Panetta und Generalstabschef Martin Dempsey die neue Verteidigungsstrategie vor. Sie sieht nach Angaben aus Regierungskreisen vor, dass sich die Armee von ihrem Ziel verabschiedet, zwei Kriege gleichzeitig führen und gewinnen zu können. Zudem sollen die amerikanische Militärpräsenz in Europa verringert und milliardenschwere Rüstungsaufträge verschoben werden. Die Überarbeitung der Verteidigungsziele war im vergangenen Jahr noch von dem damaligen Pentagon-Chef Robert Gates in Auftrag gegeben worden. Damals hatte Obama dem Pentagon zur Vorgabe gemacht, in den nächsten zwölf Jahren rund 400 Milliarden Dollar einzusparen.

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Im Rennen der sieben Bewerber um die Präsidentschaftskandidatur der US-Republikaner hat es den ersten Rückzug gegeben. Die Kandidatin der ultrakonservativen Tea-Party-Bewegung, Michele Bachmann, gab nach ihrem schlechten Abschneiden in ihrem Heimatstaat Iowa auf. Sie war mit nur fünf Prozent der Stimmen nur auf Rang sechs gelandet. Das Wahlvolk in Iowa habe mit klarer Stimme gesprochen, so Bachmann. Deshalb habe sie sich entschlossen, beiseite zu treten, sagte sie auf einer Pressekonferenz in Des Moines. Gewonnen hatte die Abstimmung der frühere Gouverneur von Massachusetts, Mitt Romney, mit nur acht Stimmen Vorsprung vor dem christlich-konservativen Ex-Senator Rick Santorum. Dritter wurde der Kongressabgeordnete Ron Paul. Die nächste Vorwahl findet in dem liberalen Neuengland-Staat New Hampshire statt. Hier gilt Romney als klarer Favorit.

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