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Nachrichten

04.12.2011 – Langsam gesprochene Nachrichten

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die Nachrichten der Deutschen Welle von Sonntag– als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

In Russland wird ein neues Parlament gewählt. Die von Ministerpräsident Wladimir Putin geführte Partei Geeintes Russland geht von einem Sieg aus, muss laut Umfragen aber mit dem Verlust ihrer Zwei-Drittel-Mehrheit rechnen. Insgesamt treten sieben Parteien an. Oppositionsparteien, die offen einen Machtwechsel propagierten, wurden von der Abstimmung ausgeschlossen. 110 Millionen Wahlberechtigte sind aufgerufen, die 450 Abgeordneten für die Staatsduma zu bestimmen. Kritiker werfen Putins Partei Manipulationen in großem Stil vor. Mehrere kremlkritische Internetseiten wurden abgeschaltet.

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Auch im Euroland Slowenien und im künftigen EU-Mitgliedsland Kroatien wird an diesem Sonntag jeweils ein neues Parlament gewählt. In Slowenien steuert nach dem Zusammenbruch der von den Sozialdemokraten geführten Regierung im Frühjahr die Mitte-Rechts-Partei des ehemaligen Regierungschefs Janez Jansa auf einen Sieg zu. Jansa hatte die frühere jugoslawische Teilrepublik während seiner Regierungszeit 2004 in die EU geführt. 2007 trat Slowenien der Währungsunion bei. - Auch im benachbarten Kroatien steht laut Umfragen ein Regierungswechsel bevor. Wegen zahlreicher Korruptionsaffären um die bislang regierende konservative Kroatische Demokratische Union HDZ von Ministerpräsidentin Jadranka Kosor wird mit einem Sieg der oppositionellen Sozialdemokraten von Zoran Milanovic gerechnet.

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Im Vorfeld der Afghanistan-Konferenz in Bonn hat Präsident Hamid Karsai finanzielle Hilfe der internationalen Gemeinschaft bis mindestens 2024 gefordert. Afghanistan brauche das Geld vor allem für den weiteren Aufbau der Armee, der Polizei und der staatlichen Institutionen, sagte Karsai. Sein Land stehe nach dem für Ende 2014 geplanten Abzug aller ausländischen Kampftruppen mehr den je an der Front im Kampf gegen den Terrorismus. Dem Nachbarland Pakistan warf Karsai mangelnde Unterstützung bei den Verhandlungen mit den Taliban vor. - Ab Montag werden in Bonn 85 Staaten und 16 internationale Organisationen über die Zukunft Afghanistans beraten. Der erste Entwurf für die Abschlusserklärung steht bereits. Konkrete Finanzzusagen gibt es darin dem Vernehmen nach aber nicht. Pakistan boykottiert die Konferenz wegen eines NATO-Angriffs auf einen Armeeposten, bei dem 24 pakistanische Soldaten getötet worden sein sollen.

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Die SPD kommt heute in Berlin zu einem Parteitag zusammen. Dabei wollen die Sozialdemokraten die Weichen stellen für einen Regierungswechsel nach der Bundestagswahl im Jahr 2013. Bei der dreitägigen Konferenz steht zunächst eine Parteireform an, mit der der Vorstand verkleinert und die Beteiligung der Parteibasis vergrößert werden soll. Parteichef Sigmar Gabriel stellt sich ebenso wie Generalsekretärin Andrea Nahles zur Wiederwahl. Heikelste inhaltliche Streitpunkte dürften die Steuer- und die Rentenpolitik werden. Die SPD-Führung will den Spitzensteuersatz auf 49 Prozent erhöhen und die Vermögenssteuer wieder einführen. Anträge des linken Parteiflügels sehen eine Erhöhung auf 53 Prozent vor. Zusätzlich soll das Rentenniveau nicht weiter abgesenkt werden. Die Parteispitze hat diese Änderungen abgelehnt und gewarnt, andernfalls würden Wähler verprellt.

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Wegen der Entschärfung einer Luftmine aus dem Zweiten Weltkrieg müssen im rheinland-pfälzischen Koblenz 45.000 Einwohner ihre Häuser verlassen. In der Sperrzone liegen unter anderem ein Gefängnis, mehrere Altenheime sowie zwei Krankenhäuser. Der Koblenzer Hauptbahnhof wird am Vormittag gesperrt. Die 1,8 Tonnen schwere britische Mine soll am Mittag entschärft werden. Auch drei Bundesstraßen und die Bahnstrecken entlang des Rheins sind dann nicht passierbar. Der Schiffsverkehr kommt ebenfalls zum Erliegen. Wegen des Niedrigwassers im Rhein war die Mine vor zwei Wochen aufgetaucht. Neben ihr liegen noch ein Fass mit giftigen Chemikalien und eine kleinere amerikanische Fliegerbombe, die ebenfalls unschädlich gemacht werden müssen. Bei dem Mammuteinsatz sind rund 2500 Helfer im Einsatz. Es ist die bislang größte Evakuierung wegen eines Blindgängers in Deutschland seit dem Zweiten Weltkrieg.

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Das Endzeitdrama "Melancholia" des dänischen Regisseurs Lars von Trier ist mit dem Europäischen Filmpreis ausgezeichnet worden. Von Trier hatte zuletzt in Cannes mit Nazi-Äußerungen für einen Eklat gesorgt. Als beste Schauspieler wurden die Briten Tilda Swinton und Colin Firth geehrt. Der Tanzfilm "Pina" über die Choreografin Pina Bausch des deutschen Regisseurs Wim Wenders bekam die Auszeichnung für den besten Dokumentarfilm.

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DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Viele Wolken, gebietsweise Regen. Im Norden teils mit Graupel, in den oberen Mittelgebirgen kann es auch schneien. Tageshöchstwerte um fünf Grad im Vogtland und bis 13 Grad am Oberrhein. Die weiteren Aussichten: Am Montag wechselhaft mit Regen-, Schnee- und Graupelschauern. Sehr windig, Tageshöchstwerte ein bis acht Grad.

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