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Nachrichten

04.11.2012 – Langsam gesprochene Nachrichten

Trainiere dein Hörverstehen mit den Nachrichten der Deutschen Welle von Sonntag – als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

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Eine internationale Rettungsaktion für Zyperns Banken würde nach Informationen des Magazins "Der Spiegel" vor allem russischen Schwarzgeldkonten zugutekommen. Das Blatt zitiert aus einem geheimen Bericht des Bundesnachrichtendienstes -BND-. Nach Erkenntnissen des deutschen Auslandsgeheimdienstes haben russische Staatsbürger 26 Milliarden Dollar (20,3 Milliarden Euro) bei den Banken des kleinen Euro-Partners deponiert. Dies ist mehr als die Jahreswirtschaftsleistung des Inselstaats. Zypern hatte im Juni Hilfe bei der Europäischen Union und dem Internationalen Währungsfonds beantragt. Dem Land machen hohe Verluste der Geldinstitute zu schaffen, die eng mit griechischen Banken verbunden sind und hart vom Schuldenverzicht der privaten Gläubiger Griechenlands im Frühjahr getroffen wurden. Dem Magazinbericht zufolge beanstandet der BND, dass Zypern die EU-Vorschriften zur Bekämpfung der Geldwäsche nur mangelhaft anwende und insbesondere für vermögende Russen großzügige Regelungen geschaffen habe.

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Vor genau einem Jahr wurde die rechtsextreme Terrorzelle Nationalsozialistischer Untergrund -NSU- enttarnt. Zum Jahrestag ist ein bundesweiter Aktionstag gegen Rechtsextremismus und Fremdenfeindlichkeit geplant. In Berlin werden mehrere tausend Menschen zu einer Demonstration gegen Rassismus erwartet. Auch an anderen Orten in Deutschland sind Solidaritäts- und Gedenkveranstaltungen geplant. Ein Jahr nach der Aufdeckung der Mordserie der Neonazis sieht Verfassungsschutzpräsident Hans-Georg Maaßen das Vertrauen in Sicherheitsbehörden beschädigt. Um dieses wieder zu gewinnen, stelle sich die Behörde einem umfassenden Reformprozess. Dazu gehöre auch mehr Transparenz nach außen. Die Existenz der Zwickauer Terrorgruppe NSU war am 4. November 2011 aufgeflogen, als sich zwei Mitglieder nach einem Banküberfall das Leben nahmen. Kurz darauf stellte sich die dritte Beteiligte der Polizei. Dem Trio werden neun Morde an Migranten und ein Mord an einer Polizistin zur Last gelegt.

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Zwei Tage vor der US-Präsidentenwahl zeichnet sich ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen Amtsinhaber Barack Obama und Herausforderer Mitt Romney ab. In einer Reuters/Ipsos-Umfrage kam Obama landesweit auf eine Zustimmung von 47 Prozent. 46 Prozent der Befragten wollen für Romney stimmen. In den vier wohl wahlentscheidenden Bundesstaaten Ohio, Florida, Virginia und Colorado liegen die Zustimmungswerte nahe beieinander. Obama hatte zuletzt auch von Republikanern Lob für sein Krisenmanagement nach dem Hurrikan "Sandy" erhalten. Beide Bewerber bemühten sich zuletzt in den wahlentscheidenden Staaten, die letzten Unentschlossenen für sich zu gewinnen und die eigene Basis zu mobilisieren.

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Wegen der Zerstörungen durch den Hurrikan "Sandy" hat die haitianische Regierung den Notstand ausgerufen. Nach Angaben von Kommunikationsminister Ady Jean Gardy droht eine Hungersnot , nachdem Regenfälle in Folge des Sturmes große Teile der Ernten zerstört haben. Die Zeitung "Le Nouvelliste" berichtet, nach Schätzungen des Koordinationsbüros für Lebensmittelsicherheit sei ein Schaden von gut 100 Millionen Dollar entstanden. Der Ausnahmezustand erlaube es der Regierung, Maßnahmen zu ergreifen, um dem drohenden Hunger zu begegnen. Mindestens 60 Menschen kamen ums Leben und Tausende wurden obdachlos, seit die Ausläufer des Sturmes vor zwei Wochen Haiti trafen. In Haiti war zuletzt im Januar 2010 der Ausnahmezustand ausgerufen worden. Damals hatte ein schweres Erdbeben das Land zerstört und über 220.000 Menschen den Tod gebracht.

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Israel hat sich bei den Vereinten Nationen über das Eindringen von drei syrischen Panzern in die entmilitarisierte Zone auf den Golan-Höhen beschwert. Der staatliche Rundfunk berichtete, die Armee habe nach dem Vorfall ihre Alarmbereitschaft erhöht. Eine Armeesprecherin wollte dies nicht kommentieren. Israelischen Medien zufolge waren syrische Panzer in das Dorf Beer Adscham bei Kuneitra eingedrungen, um gegen Rebellen vorzugehen. Während des Sechs-Tage-Kriegs 1967 hatte Israel einen Teil der Golan-Höhen erobert. Syrien fordert von Israel das besetzte und 1981 annektierte Gebiet zurück. Die UN erkennen die Annexion nicht an. Israel und Syrien befinden sich offiziell weiter im Kriegszustand. Seit einem Abkommen der Nachbarländer von 1974 patrouillieren etwa 1200 unbewaffnete UN-Blauhelmsoldaten in dem Gebiet.

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