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Nachrichten

04.11.2011 – Langsam gesprochene Nachrichten

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die Nachrichten der Deutschen Welle von Freitag – als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

Der griechische Ministerpräsident Giorgos Papandreou stellt sich an diesem Freitagabend einer Vertrauensabstimmung im Athener Parlament. Der Ausgang ist ungewiss, nachdem zwei Abgeordnete seiner sozialistischen Partei angekündigt haben, ihm die Gefolgschaft zu verweigern. Allerdings begründeten die Politikerinnen dies mit dem zwischenzeitlich geplanten Referendum über das Euro-Hilfspaket, auf das Papandreou nun doch zu verzichten bereit ist. Die regierende PASOK-Partei verfügt im Parlament nur über eine hauchdünne Mehrheit von 152 der 300 Abgeordneten. Nach dem Verzicht auf das Referendum will Papandreou nun mit der konservativen Opposition über die Bildung einer Übergangsregierung verhandeln. Er signalisierte zudem, unter Umständen zum Rücktritt bereit zu sein. Er "klebe" nicht an seinem Stuhl, so der Ministerpräsident.

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Auf der Tagesordnung des zweiten und letzten Tages des G20-Gipfels im französischen Cannes stehen unter anderem die Themen Klima und Energie. Zudem soll ein Aktionsplan verabschiedet werden, um gemeinsam das weltweite Wachstum anzukurbeln. Allerdings wird erwartet, dass die europäische Schuldenkrise das Treffen der 20 führenden Industriestaaten der Welt weiter bestimmen wird. Die G20-Staaten wollen einem Bericht der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" zufolge Konsequenzen aus dem Griechenland-Drama ziehen. So soll der internationale Währungsfonds IWF künftig kurzfristige Liquiditätskredite an Krisenländer vergeben können, um diese vor der Ansteckung durch Finanzkrisen zu schützen. Erwartet wird, dass die G20 das in Cannes beschließen. Italien könnte sich dem Plan zufolge zum Beispiel rund 45 Milliarden Euro leihen. Die Kredite würden für sechs Monate vergeben und könnten einmal verlängert werden. Zugang zu den Krediten sollen nur Länder bekommen, die bis auf wenige Schwächen eine gute Wirtschaftspolitik vorweisen können.

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Zum Abschluss ihrer dreitägigen Beratungen in Halle an der Saale geben die amtlichen Steuerschätzer heute ihre Ergebnisse bekannt. Nach inoffiziellen Medienberichten können Bund, Länder und Gemeinden im laufenden und in den kommenden Jahren mit um viele Milliarden Euro höheren Einnahmen rechnen als noch im Mai vorhergesagt. Das erwartete Plus gehe auf gute wirtschaftliche Konjunktur und die hohe Beschäftigung zurück, heißt es. Bereits am kommenden Sonntag beraten Spitzenvertreter der Regierungskoalition von CDU/CSU und FDP über eine geplante steuerliche Entlastung der Bürger und Wähler ab 2013. Auf dem Tisch liegt ein Modell von Finanzminister Wolfgang Schäuble und Wirtschaftsminister Philipp Rösler, das Erleichterungen von sechs bis sieben Milliarden Euro jährlich vorsieht. Auch über eine Senkung des Solidaritätszuschlages wird diskutiert.

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Die EU-Kommission in Brüssel unterstützt die jüngsten Pläne zur Einführung allgemeiner Lohnuntergrenzen in Deutschland. Der zuständige Sozialkommissar László Andor aus Ungarn sagte der Tageszeitung "Die Welt", sollte es dazu kommen, seien dies gute Nachrichten für die Beschäftigten, für Deutschland und für das europäische Sozialmodell. In vielen EU-Mitgliedsländern funktionierten Mindestlöhne sehr gut. Nach Angaben der EU-Kommission haben bisher 20 der insgesamt 27 Mitgliedsländer einen Mindestlohn eingeführt. Die CDU will auf ihrem Parteitag Mitte November in Leipzig über mögliche Lohnuntergrenzen in Branchen ohne Tarifvertrag beschließen.

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Die Arabische Liga gibt Syrien 15 Tage, um den am Mittwoch in Kairo vereinbarten Friedensplan zur Beendigung der Gewalt in dem Land umzusetzen. Der stellvertretende Generalsekretär der Organisation, Ahmad Ben Hali, sagte im Sender Al-Arabija, erst danach könne ein Dialog zwischen Regime und Opposition beginnen. Die syrische Führung hatte der Arabischen Liga zugesichert, das Militär aus den Städten zurückzuziehen, mutmaßliche Regimegegner freizulassen und arabische Beobachter ins Land zu lassen. Trotzdem gingen Truppen von Präsident Baschar al-Assad am Donnerstag weiter mit blutiger Gewalt gegen die eigene Bevölkerung vor. Soldaten töteten nach Angaben einer syrischen Menschenrechtsgruppe in der Protesthochburg Homs mindestens 20 Zivilisten. Die Regierung sprach zudem von 13 toten Soldaten. Als Konsequenz aus der nicht enden wollenden Gewalt rief die Opposition für diesen Freitag zu friedlichen Massenprotesten auf. Die Demokratiebewegung zweifelt an den Zugeständnissen der Führung in Damaskus.

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DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: In der Osthälfte meist heiter. Im Westen und Südwesten bewölkt und zeitweise Regen. Höchstwerte elf bis 19 Grad. DIE AUSSICHTEN FÜR SAMSTAG: Durchweg trockenes und heiteres Wetter, nur ganz im Westen vereinzelt etwas Regen möglich. Die Höchsttemperaturen erreichen 14 bis 18 Grad.

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