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Nachrichten

04.10.2011 – Langsam gesprochene Nachrichten

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die Nachrichten der Deutschen Welle von Dienstag – als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

Das von der Staatspleite bedrohte Griechenland wird den nächsten Hilfskredit voraussichtlich erst im November erhalten. Man wolle zunächst den Bericht der Experten von Europäischer Union, EZB und Internationalem Währungsfonds abwarten, sagte Eurogruppen-Chef Jean-Claude Juncker nach Beratungen der Finanzminister in Luxemburg. Bisher war die Auszahlung der nächsten Rate von acht Milliarden Euro für Mitte Oktober geplant. Einigen konnten sich die Minister der Euro-Staaten indes auf Sicherheiten für neue Hilfskredite, die vor allem Finnland verlangt hatte. Danach können die geldgebenden Euro-Staaten künftig griechische Staatsanleihen als Sicherheitspfand verlangen. Da diese aber mit hohen Auflagen verbunden sind, zeigte außer Finnland kein Staat Interesse daran. Die Beratungen sollen an diesem Dienstag fortgesetzt werden. Dabei geht es auch darum, das Kreditvolumen des Rettungsfonds EFSF zu vervielfachen. Gesucht wird nach einem finanztechnischen Hebelmodell mit dem mehr erreicht werden kann, ohne weitere Kreditgarantien geben zu müssen.

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Nach den europäischen Börsen ist auch die Wall Street wegen der unsicheren Lage Griechenlands auf Talfahrt gegangen. Weitere Hilfen für das strauchelnde Euro-Land wurden in New York zwar einkalkuliert, doch das Schreckgespenst einer drohenden Staatspleite macht den US-Anlegern weiter zu schaffen. Nicht zuletzt wegen der Euro-Schuldenkrise haben die amerikanischen Investoren in den vergangenen drei Monaten das schlechteste Quartal seit dem Höhepunkt der Finanzkrise von 2008 verbucht. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte sackte um knapp 2,4 Prozent auf 10.655 Punkte ab - und damit auf den niedrigsten Stand seit 13 Monaten. Der deutsche Aktien-Leitindex Dax war zuvor mit einem Minus von 2,3 Prozent bei 5377 Punkten aus dem Handel gegangen. Der Euro fiel wegen der schlechten Nachrichten aus Athen erstmals seit Januar unter die Marke von 1,33 Dollar.

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Der deutsche Finanz-Staatssekretär Jörg Asmussen soll neuer Chefvolkswirt der Europäischen Zentralbank (EZB) werden. Die Finanzminister der Euro-Länder haben Asmussen einstimmig für das einflussreiche Amt an der EZB-Spitze vorgeschlagen, wie Eurogruppen-Chef Jean-Claude Juncker nach den Beratungen in Luxemburg mitteilte. Der Wechsel soll bis Jahresende vollzogen sein. Asmussen, der als einer der wichtigsten Mitarbeiter von Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble gilt, soll die Nachfolge des Deutschen Jürgen Stark antreten, der Anfang September seinen Rückzug angekündigt hatte.

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Dänemarks neue Mitte-Links-Regierung schafft die umstrittenen permanenten Kontrollen an den Grenzen zu Deutschland und Schweden wieder ab. Das kündigten die sozialdemokratische Ministerpräsidentin Helle Thorning-Schmidt und ihre Koalitionspartner in Kopenhagen an. Thorning-Schmidts rechtsliberaler Vorgänger Lars Løkke Rasmussen hatte die Grenzkontrollen auf Betreiben seiner rechtspopulistischen Partner veranlasst und dafür massive Kritik in Deutschland, von der EU-Kommission, aber auch aus dem eigenen Land geerntet. Bundesaußenminister Guido Westerwelle begrüßt die Entscheidung des neuen dänischen Kabinetts. Dies sei eine Entscheidung für die Freiheit der Bürger in Europa, erklärte Westerwelle in Berlin. Generell will die Regierung Thorning-Schmidt die rigide Ausländerpolitik der vergangenen Jahre in wichtigen Punkten liberalisieren.

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Am 21. Jahrestag der Wiedervereinigung haben Vertreter von Politik und Gesellschaft zu weiterem Engagement für den Zusammenhalt der deutschen Gesellschaft aufgerufen. Die gastgebende nordrhein-westfälische Ministerpräsidentin Hannelore Kraft forderte bei einem Festakt im ehemaligen Bundestagsplenarsaal in Bonn mehr Bürgerbeteiligung. Was sich derzeit zum Teil als Wut auf "die da oben" artikuliere, müsse in einen konstruktiven Austausch gewandelt werden. Der Präsident des Bundesverfassungsgerichts, Andreas Voßkuhle, warnte davor, die Mitte der Bevölkerung aus dem Blick zu verlieren. Beide betonten ferner die Notwendigkeit für Deutschland, gerade angesichts der Schuldenkrise am Ziel eines gemeinsamen Europas festzuhalten. In Bonn - dem früheren Regierungssitz - nahmen seit Samstag rund 700.000 Bürger an den volksfestartigen Feiern zum Einheitstag teil. Zugleich wurde das 65-jährige Bestehen des Bundeslandes Nordrhein-Westfalens begangen.

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DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Im Norden Aufzug dichter Wolkenfelder und einzelne Schauer. In der Mitte und im Süden meist heiter und trocken. Die Höchsttemperaturen bewegen sich zwischen 16 und 27 Grad. Die weiteren Aussichten: Am Mittwoch im Norden und in der Mitte dicht bewölkt und kühler. Sonst weiter viel Sonne. Höchstwerte 18 bis 20 Grad.

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