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Nachrichten

04.09.2011 - Langsam gesprochene Nachrichten

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die Nachrichten der Deutschen Welle von Sonntag – als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

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Hunderttausende Menschen sind in Israel auf die Straßen gegangen, um gegen soziale Ungleichheit und hohe Lebenshaltungskosten in ihrem Land zu demonstrieren. Aus Jerusalem, Tel Aviv und anderen Städten wurden Großkundgebungen gemeldet. Allein in Tel Aviv waren es Schätzungen zufolge etwa 300.000 Demonstranten. Die Marke von einer Million Teilnehmern, auf die die Organisatoren gehofft hatten, wurde allerdings deutlich verfehlt. Die Forderungen nach niedrigeren Steuern, preiswertem Wohnraum und besseren Bildungschancen stehen im Mittelpunkt der Proteste. Die Massendemos am Samstagabend markieren den bisherigen Höhepunkt der Protestbewegung gegen die Politik der Regierung von Ministerpräsident Benjamin Netanjahu. Dieser kündigte inzwischen angesichts der seit rund acht Wochen andauernden Protestwelle Reformen an und setzte ein Komitee zur Überprüfung der Wirtschaftspolitik ein.

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In der Berliner Regierung wächst die Sorge, dass das hochverschuldete Griechenland seine Reformversprechen nicht einhält und damit die Bemühungen um eine Rettung des Euro insgesamt gefährdet. Politiker der Union und der Liberalen zeigten sich beunruhigt über die überraschende Abreise einer Delegation der Geldgeber von EU, IWF und EZB aus Griechenland. Der Abbruch der Gespräche zwischen der Troika und Griechenland sei ein Rückschlag für die Stabilität des Euro, beklagte FDP-Generalsekretär Christian Lindner. Der CDU-Politiker Wolfgang Bosbach und der FDP-Finanzexperte Otto Solms legten Athen den Austritt aus der Euro-Zone nahe. Andere Koalitionspolitiker warnten vor Panik. Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble zeigte sich zuversichtlich, dass eine Stabilisierung gelingen werde. Der Euro sei und bleibe der "Motor der europäischen Integration", so Schäuble in der "Leipziger Volkszeitung".

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Die Rebellen in Libyen haben einen Sturmangriff auf die Wüstenstadt Bani Walid angekündigt, eine der letzten Hochburgen der Gefolgsleute des langjährigen Machthabers Muammar al-Gaddafi. Die Verhandlungen mit den dortigen Stammesführen seien beendet worden, teilte ein Kommandeur der Rebellen mit. Diese seien nicht bereit gewesen, sich zu ergeben. - Bani Walid liegt etwa 150 Kilometer südöstlich der libyschen Hauptstadt Tripolis. Es wird spekuliert, dass sich Gaddafi dort aufhalten könnte. Seit der Eroberung von Tripolis durch die Rebellen ist der frühere Diktator verschwunden. - Die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch warf den Aufständischen vor, willkürlich Schwarzafrikaner festzunehmen. Diese würden grundsätzlich verdächtigt, Söldner des Gaddafi-Regimes gewesen zu sein. Derartige Festnahmen müssten aufhören, verlangten die Menschenrechtler.

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Deutsche Sicherheitsbehörden haben nach Angaben des früheren Geheimdienstkoordinators Bernd Schmidbauer vom Geheimdienst des langjährigen libyschen Machthabers Muammar al-Gaddafi Informationen erhalten. Schmidbauer sagte der Zeitung "Bild am Sonntag", dabei sei es in erster Linie um Informationen für den Anti-Terror-Kampf gegangen und damit um Sicherheitsinteressen Deutschlands. Gemeinsame Aktionen deutscher und libyscher Geheimdienste habe es nicht gegeben, sagte Schmidbauer der von 1991 bis 1998 Staatsminister im Bundeskanzleramt war. - Am Samstag hatten Zeitungen in den USA und in Großbritannien enthüllt, dass die Geheimdienste ihrer Länder enge Kontakte zum Gaddafi-Regime gehabt haben.

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Bei Auslandseinsätzen der Bundeswehr gibt es nach Informationen des Nachrichtenmagazins "Der Spiegel" eine hohe Selbstmordrate. Jeder fünfte bei einem Auslandseinsatz gestorbene Soldat habe sich selbst umgebracht, berichtet das Hamburger Magazin. Aus der Antwort auf eine Anfrage eines SPD-Abgeordneten gehe hervor, dass seit 1992 insgesamt 99 deutsche Soldaten ums Leben gekommen seien. Davon hätten 19 Soldaten Selbstmord begangen. Elf seien eines natürlichen Todes gestorben. --- Laut Verteidigungsministerium haben bislang mehr als 300.000 Soldaten bei internationalen Bundeswehreinsätzen gedient.

 

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