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Nachrichten

04.07.2013 – Langsam gesprochene Nachrichten

Trainiere dein Hörverstehen mit den Nachrichten der Deutschen Welle von Freitag – als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

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Die ägyptische Armee hat den Präsidenten des Landes, den Islamisten Mohammed Mursi, entmachtet. Der Präsident des Verfassungsgerichts, Adli Mansur, solle vorläufig die Geschicke des Landes lenken, sagte Verteidigungsminister Abdel Fattah al-Sisi in einer Fernsehansprache. Er kündigte zudem neue Präsidentschaftswahlen und die Aufhebung der erst im Vorjahr beschlossenen, von den Islamisten ausgearbeiteten Verfassung an. Millionen Menschen hatten bei Kundgebungen in den vergangenen Tagen den Rücktritt Mursis gefordert. Es hatte aber auch Großdemonstrationen für ihn gegeben. Nach Angaben aus Sicherheitskreisen wird Mursi derzeit in einem Gebäude des Militärgeheimdienstes festgehalten.

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Bei Ausschreitungen nach der Absetzung des ägyptischen Präsidenten Mohammed Mursi sind mindestens fünf Menschen getötet worden. In der nordägyptischen Stadt Marsa Matruh starben nach Angaben des Gouverneurs vier Anhänger des gestürzten Islamisten. In der Hafenstadt Alexandria kam ein Mensch ums Leben. Aus der Hauptstadt Kairo wurden zunächst keine größeren Zusammenstöße gemeldet. Die USA ordneten die Evakuierung ihrer Botschaft in Kairo an. Nur eine Notbesetzung werde in der Vertretung verbleiben. Das US-Außenministerium riet von Reisen nach Ägypten dringend ab.

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US-Präsident Barack Obama hat sich zutiefst besorgt über die Entmachtung des ägyptischen Präsidenten Mohammed Mursi und die Aussetzung der Verfassung durch das Militär geäußert. Er habe seine Regierung angewiesen, zu prüfen, welche rechtlichen Konsequenzen die Entwicklung auf die laufenden amerikanischen Hilfen an den ägyptischen Staat hätte, heißt es in einer Erklärung des Weißen Hauses. Die EU-Außenbeauftragte Catherine Ashton forderte alle Beteiligten auf, rasch zu einem demokratischen Prozess mit der Abhaltung von freien und fairen Präsidentschafts- und Parlamentswahlen zurückzukehren.

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Nach einer ungeplanten Zwischenlandung in Österreich ist der bolivianische Präsident Evo Morales in sein Heimatland zurückgekehrt. Der sozialistische Politiker wurde in La Paz von einer jubelnden Menschenmenge empfangen. Er befand sich auf der Rückreise von Russland nach Bolivien. Nach Gerüchten über eine angebliche Mitreise des von den USA wegen Verrats gesuchten Edward Snowden in seinem Flugzeug hatten mehrere EU-Staaten ihren Luftraum gesperrt. Morales musste eine 13-stündige Zwangspause einlegen. "Das war eine offene Provokation gegen einen ganzen Kontinent und nicht nur gegen einen Präsidenten", sagte er bei seiner Rückkehr. Ein Auslieferungsgesuch der USA für den früheren Geheimdienstmann Snowden wies Bolivien zurück. Das Ansinnen sei "rechtlich unbegründet und unüblich", da sich Snowden nicht auf bolivianischem Boden befinde, erklärte das Außenministerium in La Paz. Snowden, der geheime Informationen über Spähprogramme an Medien weitergab, hält sich im Transitbereich eines Moskauer Flughafens auf.

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Trotz der US-Spähattacken wollen die Europäer am Start für die Freihandelsverhandlungen mit Washington festhalten - wenn die US-Geheimdienstaktivitäten zur gleichen Zeit aufgeklärt werden. Auf diesen Kompromiss einigten sich Bundeskanzlerin Angela Merkel, EU-Kommissionschef José Manuel Barroso und Frankreichs Staatschef François Hollande in Berlin. Barroso rechtfertigte das Festhalten am zügigen Verhandlungsstart mit den großen Vorteilen, die das Freihandelsabkommen für beide Seiten bringe. Allerdings sei gegenseitiges Vertrauen notwendig. US-Präsident Barack Obama bekräftigte in einem Telefonat mit Bundeskanzlerin Merkel, die USA nähmen die Bedenken der europäischen Partner ernst.

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Ein Gericht in Istanbul hat Medienberichten zufolge die umstrittenen Bebauungspläne für den Gezi-Park gekippt, an denen sich die wochenlangen Massenproteste in der Türkei entzündet hatten. Das Gericht sei damit einem Antrag unter anderem der Istanbuler Architektenkammer gefolgt, berichten die Zeitungen "Hürriyet Daily News" und "Zaman". Die Entscheidung sei bereits im vergangenen Monat getroffen, aber erst am Mittwoch veröffentlicht worden. Der Bebauungsplan verletze geltende Schutzrechte und die Identität auch des benachbarten Taksim-Platzes. Gegen die Entscheidung könne Berufung eingelegt werden, heißt es in den Zeitungsberichten weiter.

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Douglas Engelbart, Erfindergenie und Entwickler der Computermaus, ist tot. Der Amerikaner starb nach Angaben der "New York Times" im Alter von 88 Jahren. Engelbart hatte schon früh die Grundlagen für Heimcomputer und Internet gelegt und galt als einer der einflussreichsten Ingenieure des Computerzeitalters. 1968 hatte er einen Kasten mit zwei Rädern vorgestellt, aus dem später die erste Computermaus entwickelt wurde. Seitdem wurden Milliarden Exemplare der Eingabegeräte produziert.

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