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Nachrichten

04.05.2011 – Langsam gesprochene Nachrichten

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die Nachrichten der Deutschen Welle von Mittwoch – als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

Die US-Regierung hat ihre Darstellung der Tötung des Al-Kaida-Chefs Osama bin Laden teilweise revidiert. Der Sprecher von Präsident Barack Obama, Jay Carney, sagte, Bin Laden sei während der Kommandoaktion unbewaffnet gewesen. Dagegen seien andere Männer in dem Gebäude bewaffnet gewesen und hätten Widerstand geleistet. Bin Laden sei bei einem "unberechenbaren Schusswechsel" getötet worden. Carney betonte, Ziel sei die Festnahme und nicht die Tötung Bin Ladens gewesen. Er stellte auch klar, dass eine Ehefrau Bin Ladens nicht getötet, sondern ins Bein geschossen worden sei. Ein US-Spezialkommando hatte den Gründer des Terrornetzwerks Al Kaida in der Nacht zum Montag in Abbottabad nahe der pakistanischen Hauptstadt Islamabad erschossen. Neben Bin Laden wurden vier weitere Menschen getötet, darunter zwei Al-Kaida-Kuriere.

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Bundeskanzlerin Angela Merkel steht wegen der von ihr bekundeten Freude über den Tod von Al-Kaida-Chef Osama bin Laden in der Kritik. Das seien Rachegedanken, die man nicht hegen sollte, sagte der CDU-Rechtsexperte Siegfried Kauder der "Passauer Neuen Presse". Die Grünen-Politikerin und Bundestagsvizepräsidentin Katrin Göring-Eckardt erklärte gegenüber der "Berliner Zeitung", für sie als Christin sei es kein Grund zum Feiern, wenn jemand gezielt getötet werde. Auch der katholische Militärbischof Franz-Josef Overbeck übte Kritik an Merkel. Man könne sich nicht über den Tod eines Menschen freuen, zudem wäre es besser gewesen, bin Laden vor Gericht zu stellen, so Overbeck gegenüber der "Westdeutschen Allgemeinen Zeitung".

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Bundesaußenminister Guido Westerwelle sieht Terrornetzwerke wie Al-Kaida in der arabischen Welt ohne breiten Rückhalt in der Bevölkerung. Man dürfe nicht glauben, dass diese Terroristen für die Mehrheit sprechen würden, sagte Westerwelle bei einem Besuch in der Europa-Universität Viadrina in Frankfurt an der Oder. Eindrucksvoller Beweis seien die jüngsten Freiheitsbewegungen in Tunesien oder Ägypten. Dort zeige sich, dass die arabische Jugend nicht Terrorismus wolle, sondern Zukunftschancen durch mehr Freiheit, so der FDP-Politiker. Zugleich mahnte Westerwelle, wachsam zu sein. Nach der Tötung von Al-Kaida-Führer Osama bin Laden durch ein US-Spezialkommando könnten Gegenreaktionen nicht ausgeschlossen werden. Für US-Einrichtungen in Deutschland wurden die Sicherheitsvorkehrungen vereinzelt hochgefahren.

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Die rivalisierenden Palästinenser-Fraktionen Fatah und Hamas wollen an diesem Mittwoch in Kairo ihre Aussöhnung besiegeln. Vertreter beider Organisationen unterzeichnen ein Abkommen, das eine gemeinsame Übergangsregierung und Neuwahlen in einem Jahr vorsieht. Die Versöhnung zwischen der moderaten Fatah und der radikalen Hamas gilt als zentrale Voraussetzung für die Gründung eines unabhängigen Palästinenserstaates. Am Dienstag schlossen sich elf kleinere Palästinensergruppen dem Pakt an. UN-Generalsekretär Ban Ki Moon entsandte einen Sondergesandten zu der Zeremonie in Kairo. Israel hat das Abkommen mehrfach kritisiert.

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Die Europäische Union hat einen eigenen Beobachterstatus bei den Sitzungen der UN-Vollversammlung zugesprochen bekommen. Von den 192 Mitgliedern stimmten in New York 180 für die Anerkennung dieses Status. Die EU darf nun künftig als Staatenbund bei Sitzungen das Wort ergreifen. Bisher war dies nur den einzelnen EU-Mitgliedsstaaten möglich. - Der Präsident des Europäischen Rats, Herman Van Rompuy, begrüßte die Entscheidung. Sie hätte der EU eine wichtige Stimme verliehen.

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DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Östlich von Weser und Werra viele Wolken mit Schauern und Gewittern. Nach Westen und Süden hin meist sonnig und trocken. Tageshöchstwerte zwischen 8 und 18 Grad.

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