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Nachrichten

04.03.2011 – Langsam gesprochene Nachrichten

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die Nachrichten der Deutschen Welle von Freitag – als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

TUNIS: In Tunesien soll im Juli ein verfassungsgebender Rat gewählt werden. Das nordafrikanische Land geht damit einen wichtigen Schritt in Richtung Demokratie. Übergangspräsident Mebazza sagte in einer Fernsehansprache, am 24. Juli werde der Rat gewählt, der eine neue Verfassung ausarbeiten solle. Er selbst und seine Übergangsregierung würden bis dahin im Amt bleiben. Es werde ein neues politisches System geben, sagte Mebazza. Damit werde endgültig mit dem im Januar gestürzten Regime des jahrzehntelang regierenden Machthabers Ben Ali gebrochen.

WASHINGTON: Die USA wollen mit einer Luftbrücke aus Libyen geflohene Ägypter in ihre Heimat bringen. US-Präsident Obama sagte, er habe den Einsatz der Luftwaffe an der tunesischen Grenze zu Libyen angeordnet. Zudem sollten Zivilflugzeuge angemietet werden, um andere geflohene Ausländer in ihre Heimat zu bringen. Täglich fliehen mehr als 10.000 Menschen aus Libyen nach Tunesien, viele davon sind Arbeiter aus Ägypten und Bangladesch. Obama bestätigte, dass die USA mehrere Optionen militärischer Art prüften, darunter eine Flugverbotszone. Man konzentriere sich derzeit aber auf humanitäre Hilfe.

MANAMA: Im Königreich Bahrain haben sich erstmals seit Beginn der Proteste vor über zwei Wochen sunnitische und schiitische Moslems gewaltsame Auseinandersetzungen geliefert. Hunderte gingen in der Ortschaft Hamad mit Messern und Stöcken aufeinander los. Die Polizei trennte die beiden Parteien schließlich. Die schiitische Bevölkerungsmehrheit fühlt sich von der sunnitischen Königsfamilie benachteiligt. - Die Opposition in Bahrain hat sich unterdessen zu Gesprächen mit der Regierung bereit erklärt. Man habe die Einladung des Königshauses zum Dialog angenommen, sagte der führende Oppositionelle Dschalil.

FRANKFURT AM MAIN: Die Bundesregierung sieht angesichts der Umwälzungen in Nordafrika auch die deutsche Entwicklungshilfe in der Pflicht. Entwicklungszusammenarbeit sei für Deutschland keine bloße karitative Geber-Aufgabe, sagte Kanzlerin Merkel. Es gehe vielmehr um das Schaffen gerechter Gesellschaften. Afrika sei der Nachbarkontinent Europas. Europa müsse dafür sorgen, dass die Menschen dort auch leben könnten, mahnte die Kanzlerin. Anderenfalls werde es riesige Flüchtlingswellen geben.

KABUL: US-Präsident Obama hat den Tod von neun Kindern bei einem Nato-Luftangriff in Afghanistan zutiefst bedauert. Obama habe in einer Videokonferenz mit dem afghanischen Präsidenten Karsai sein Beileid ausgesprochen, teilte das afghanische Präsidialamt in Kabul mit. Zuvor hatte sich bereits der Kommandeur der Nato-geführten Isaf-Truppe in Afghanistan, US-General Petraeus, für den Vorfall entschuldigt. Am Dienstag waren bei einem Nato-Luftangriff in der Provinz Kunar im Osten Afghanistans neun Kinder getötet worden.

PEKING: China erhöht sein Verteidigungsbudget in diesem Jahr um 12,7 Prozent. Der Etat für dieses Ressort beträgt 2011 umgerechnet 65,6 Milliarden Euro, wie Parlamentsprecher Li Zhaoxing in Peking mitteilte. Der Verteidigungsetat mache sechs Prozent des gesamten Budgets der zweitgrößten Wirtschaft der Welt aus. Der Haushalt soll bei der am Samstag beginnenden Sitzung des Nationalen Volkskongresses verabschiedet werden.

BERLIN: Der neue Bundesinnenminister Friedrich hat unmittelbar nach seiner Ernennung mit einer Aussage zum Islam für Aufsehen gesorgt. Friedrich hatte dem Satz von Bundespräsident Wulff widersprochen, dass der Islam zu Deutschland gehöre. Dies lasse sich historisch nicht belegen, so der CSU-Politiker. Zugleich unterstrich er, Muslime in Deutschland gehörten als Bürger selbstverständlich zu diesem Land. Der Zentralrat der Muslime in Deutschland warf Friedrich daraufhin Realitätsverweigerung vor. Kritik kam auch von den Grünen, der SPD und der FDP. Friedrich habe als Innenminister auch die Aufgabe der Integration von Ausländern, nicht der Ausgrenzung.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: An Nord- und Ostsee teils dichter Hochnebel aber weitgehend niederschlagsfrei. Sonst viel Sonne und durchweg trocken. Höchstwerte ein bis zwölf Grad. Zuletzt meldeten: Hamburg: minus 5 Grad, nach Schneegriesel; Berlin: minus 3 Grad, dunstig: Dresden: ein Grad, wolkenlos; Köln/Bonn: minus 1 Grad, wolkenlos; Frankfurt am Main: 1 Grad, wolkenlos; und München: minus 2 Grad, dunstig.

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