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Nachrichten

04.02.2012 – Langsam gesprochene Nachrichten

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die Nachrichten der Deutschen Welle von Samstag - als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

Aufgebrachte Syrer haben in der Nacht zu Samstag in der ägyptischen Hauptstadt Kairo die syrische Botschaft gestürmt, um gegen die jüngste Gewalt in ihrem Land zu protestieren. Der Eingang des Botschaftsgebäudes wurde demoliert, Mobiliar und Computer zerstört. Zu ähnlichen Aktionen war es zuvor auch in Großbritannien, Deutschland und den USA gekommen. Syrische Oppositionelle und der arabische Fernsehsender Al-Arabija hatten berichtet, die Sicherheitskräfte von Präsident Baschar al-Assad hätten in der Stadt Homs mehr als 300 Menschen getötet. Die Soldaten hätten Panzer, Mörsergranaten und schwere Maschinengewehre eingesetzt, teilte die in London ansässige Beobachtungsstelle mit. Die Opposition spricht von einem Massaker. Syriens Regierung dementierte den Armeeeinsatz. Der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen hat für diesen Samstag eine Sondersitzung angesetzt, bei der über eine auf Druck Russlands abgeschwächte Resolution zur Gewalt in Syrien abgestimmt werden soll. Moskau hat zwar angekündigt, auch diesen Entwurf nicht mitzutragen, schließt aber offenbar eine Enthaltung nicht aus. Durch ein russisches Veto würde die Resolution verhindert.

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In Kairo und anderen ägyptischen Städten bleibt die Lage angespannt. Nach dem islamischen Freitagsgebet stürmte eine wütende Menge in Kairo ein Gebäude der Steuerbehörde. Es seien Brandbomben geflogen, heißt es aus Sicherheitskreisen. Auch in Alexandria und Suez gab es erneut Proteste. Mindestens sechs Menschen kamen nach offiziellen Angaben ums Leben. Nach den tödlichen Krawallen bei einem Fußballspiel am Mittwoch gehen die Menschen in vielen Städten auf die Straße, um gegen den herrschenden Militärrat zu protestieren. Sie vermuten, dass die Krawalle auf dem Spielfeld von bezahlten Schlägertrupps provoziert wurden, um Chaos zu stiften. Der Polizei, die bei dem Spiel für Ordnung hätte sorgen sollen, werfen sie Untätigkeit vor. Der regierende Militärrat hat die Bevölkerung unterdessen zur Einigkeit aufgerufen.

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Bundeskanzlerin Angela Merkel hat das Vorgehen der chinesischen Führung gegen den Bürgerrechtsanwalt Mo Shaoping während ihres Besuchs in Peking kritisiert. Sie bedauere, dass es Mo nicht möglich gewesen sei, zu einem vereinbarten Treffen mit ihr zu kommen, sagte Merkel zum Abschluss ihrer dreitägigen China-Reise in Guangzhou. Ein Land wie China mit viel Entwicklungsdynamik sollte auch das Vertrauen haben, dass die Menschen durch ihre Vitalität und Überzeugungskraft die Zivilgesellschaft stärken könnten. Die Kanzlerin erklärte außerdem, dass sie das Verhältnis der Chinesen zu Europa gestärkt sehe. Neu sei, das China auch zur Unterstützung der Hilfsmaßnahmen gegen die Euro-Schuldenkrise bereit sei. Über Einzelheiten werde noch zu sprechen sein.

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In München ist die Sicherheitskonferenz fortgesetzt worden. US-Verteidigungsminister Leon Panetta sagte, die USA würden Europa auch weiterhin als ihren wichtigsten Sicherheitspartner sehen. Trotz Einsparungen im Verteidigungsetat in Höhe von 487 Milliarden Euro innerhalb der nächsten zehn Jahre wollten die USA sicherstellen, dass das US-Militär das stärkste der Welt und in der Lage bleibe, die Interessen der USA und ihrer Verbündeten zu verteidigen. Im Mittelpunkt des zweiten Tags der Sicherheitskonferenz sollten unter anderem die Folgen des Aufstiegs Asiens für die internationale Sicherheitsarchitektur stehen. Thema ist zudem der Widerstand Russlands gegen den geplanten NATO-Raketenschild in Europa. Außenminister Guido Westerwelle hat sich für einen Abzug aller US-Atomwaffen aus Europa nach dem Aufbau eines Raketenabwehrschilds ausgesprochen. Die Nato will bis 2020 ein Raketenabwehrsystem in Europa aufbauen, das vom pfälzischen Ramstein aus gesteuert werden soll.

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Die Bundesregierung bereitet sich in internationalen Gesprächen auf mögliche Folgen des Öl-Embargos der EU gegen den Iran vor. Außenminister Guido Westerwelle sagte der "Saarbrücker Zeitung" man sei wegen des Ersatzes des iranischen Öls im Gespräch mit anderen Öl-Lieferländern. Noch wichtiger sei es, dass auch die anderen Öl-Importländer die Sanktionen nicht unterliefen und ihre Importe aus dem Iran nicht erhöhten. Westerwelle sagte, je mehr Länder sich weltweit an den Sanktionen beteiligten, umso Erfolg versprechender seien sie. Der Iran habe es in der Hand, jederzeit die Sanktionen zu beenden, indem er seinen internationalen Verpflichtungen gerecht werde und nachprüfbar auf jede Option einer nuklearen Bewaffnung verzichte. Im Streit um das Atomprogramm hatte zuletzt die EU ein umfassendes Ölembargo gegen den Iran verhängt, das ab Juli in Kraft treten soll.

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Europa bekommt weniger Gas aus Russland. Eine Sprecherin von EU-Energiekommissar Günther Oettinger erklärte, Russland habe mitgeteilt, wegen der großen Kälte im eigenen Land selbst mehr Gas zu benötigen. Die Verträge zwischen dem staatlichen russischen Energiekonzern Gazprom und den europäischen Abnehmern sähen für derartige Fälle eine - so wörtlich - "gewisse Flexibilität" vor. Besonders betroffen sind laut EU-Kommission Italien mit einem Rückgang der Gaslieferungen um 24 Prozent und Österreich mit einem Minus von 30 Prozent. Aber auch Deutschland, Polen, Ungarn, Bulgarien, Rumänien, Griechenland und die Slowakei erhielten künftig weniger russisches Gas. Frieren müssten die Verbraucher jedoch nicht. Alle betroffenen Länder hätten versichert, dass vorerst keine Engpässe drohten, hieß es aus Brüssel.

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Die Kältewelle hat Europa weiterhin fest im Griff. Besonders betroffen ist nach wie vor der Osten des Kontinents. Insbesondere dort fordert die Kälte immer mehr Todesopfer. Die Temperaturen liegen vielerorts nach wie vor unter minus 20 Grad, oft auch unter minus 30 Grad. Bislang sind europaweit mehr als 220 Menschen gestorben, die meisten in Russland und der Ukraine. Allein in diesen beiden Staaten sind über 160 Menschen erfroren, darunter viele Obdachlose. Aber auch aus anderen Ländern wie Rumänien, Polen, Tschechien und der Slowakei werden Tote gemeldet. Auch in Deutschland und Österreich erfroren in den vergangenen Tagen mehrere Menschen. Ein Wetterwechsel ist in den kommenden Tagen nicht in Sicht.

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ZUM SPORT: In der Fußball-Bundesliga hat Meister Borussia Dortmund in Nürnberg mit 2:0 gewonnen. Die Tore erzielten Sebastian Kehl in der 48. und Lucas Barrios in der 82. Minute. Die Dortmunder lösten damit zumindest für einen Tag Bayern München an der Tabellenspitze ab.

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