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Nachrichten

03.09.2011 – Langsam gesprochene Nachrichten

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die Nachrichten der Deutschen Welle von Samstag – als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

In Libyen gefundene Dokumente sollen laut internationalen Presseberichten enthüllen, dass der amerikanische und der britische Geheimdienst eng mit dem Gaddafi-Regime kooperierten. So berichten "New York Times" und "Wall Street Journal", die CIA habe unter Präsident George W. Bush mehrfach Terrorverdächtige zur Befragung in das für seine Folterpraxis bekannte Land geschickt. Die Zusammenarbeit soll demnach ab 2004, nachdem Muammar al Gaddafi offiziell auf Massenvernichtungswaffen verzichtete, weitaus intensiver gewesen sein als bisher bekannt. Die Londoner Zeitung "The Independent" will aufgedeckt haben, dass der britische Geheimdienst MI-6 auch Informationen über im Exil lebende Regimegegner nach Libyen weitergegeben habe. Die Dokumente sollen nach dem Einmarsch der Rebellen in Tripolis von Menschenrechtsaktivisten und Journalisten in den Büros des früheren Geheimdienstchefs Mussa Kussa gefunden worden sein.

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Syrien drohen weitere Sanktionen der Europäischen Union, sollte das Regime von Präsident Baschar al-Assad an seinem brutalen Vorgehen gegen die Oppositionsbewegung festhalten. Dies machten die Außenminister Frankreichs und Deutschlands, Alain Juppé und Guido Westerwelle, nach einem Treffen mit ihren EU-Kollegen im polnischen Sopot deutlich. Zudem sprachen sie sich dafür aus, bei den Vereinten Nationen für eine Verurteilung Syriens durch eine Resolution zu werben, als auch mit der Opposition des Landes zusammenzuarbeiten. Erst am Freitag hatte die EU ein Ölembargo gegen Syrien und Sanktionen gegen weitere Unternehmen verhängt. Russland verurteilte die neuen EU-Sanktionen. Mit einseitigen Strafmaßnahmen würden nur selten Probleme gelöst, erklärte Außenminister Sergej Lawrow.

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Bundesaußenminister Guido Westerwelle hat die Türkei und Israel aufgerufen, zum Dialog zurückzukehren, nachdem ein UN-Bericht zur Gaza-Hilfsflotte zur weiteren Erhöhung der bilateralen Spannungen geführt hatte. Deutschland sehe die Entwicklung mit großer Sorge, sagte Westerwelle am Rande von Beratungen mit seinen EU-Kollegen im polnischen Zoppot. Er habe dem türkischen Außenminister Ahmet Davutoglu angeboten, in dem Konflikt zu vermitteln. - In dem UN-Bericht wird Israel unverhältnismäßige Gewalt beim Stoppen der sogenannten Gaza-Hilfsflotte im Mai 2010 vorgeworfen. Israelische Soldaten hatten neun türkische Aktivisten getötet. Die israelische Seeblockade des von der radikal-islamischen Palästinenser-Organisation Hamas beherrschten Gaza-Streifens wird in dem Report allerdings als rechtmäßig bezeichnet. Als Reaktion auf den UN-Bericht hatte die Türkei am Freitag den israelischen Botschafter ausgewiesen.

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Der Präsident der Europäischen Zentralbank, Jean-Claude Trichet, hat Italien eindringlich zu einem Festhalten an seinem Sparkurs aufgefordert. Die Regierung in Rom müsse die Anfang August versprochenen Reformen zum Abbau der Staatsverschuldung voll umsetzen, sagte Trichet bei einer Veranstaltung im italienischen Cernobbio. Der von Ministerpräsident Silvio Berlusconi angekündigte Ausgleich des Haushalts bis 2013 sei äußerst wichtig, um Italiens Kreditwürdigkeit zurückzugewinnen, bekräftigte der EZB-Chef. Berlusconi ringt mit dem Parlament um ein milliardenschweres Sparprogramm, das er unter dem Druck steigender Zinsen am Kapitalmarkt nachgebessert hat. Befürchtet wurde aber eine Verwässerung des Konzepts, nachdem eine Reichensteuer und ein Teil der Rentenreform gestrichen worden war. - Zweifel wachsen auch an der Bereitschaft Griechenlands, die ausufernden Staatsschulden zu begrenzen. Dem Vernehmen nach verlangten EU, EZB und Internationaler Währungsfonds weitere Einsparungen.

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Der Präsident der Weltbank, Robert Zoellick, befürchtet angesichts von Konjunkturabkühlung und Börsenturbulenzen für den Herbst eine neue gefährliche Phase für die globale Wirtschaft. Bei einer Konferenz in Peking sagte Zoellick, die Finanzkrise in Europa sei eine Staatsschuldenkrise geworden, die ernste Auswirkungen auf die Euro-Zone, auf Banken und auf die Wettbewerbsfähigkeit einiger Staaten habe. Die USA müssten ihr Schuldenproblem anpacken und das Vertrauen der Finanzmärkte in die Politik wieder stärken, betonte der Weltbank-Chef. - An die Volksrepublik China appellierte Zoellick, beim Wirtschaftswachstum weniger auf Exporte und Investitionen aus dem Ausland, sondern mehr auf den Inlandskonsum zu setzen.

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DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Freundlicher Wechsel von Sonne und Wolken . Später von Westen und Südwesten dichter werdende Bewölkung mit leichtem Schauer- und Gewitterrisiko. Höchsttemperaturen 24 bis 31 Grad Celsius. Die weiteren Aussichten: Im Westen wolkig mit Schauern oder Gewittern. Zwischen Vorpommern und Ostbayern noch längere Zeit Sonne. Temperaturen 20 bis 31 Grad.

 

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