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Nachrichten

03.08.2012 – Langsam gesprochene Nachrichten

Trainiere dein Hörverstehen mit den Nachrichten der Deutschen Welle von Freitag – als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

Frustriert und enttäuscht über die eskalierende Gewalt in Syrien legt der Sondervermittler von UN und Arabischer Liga, Kofi Annan, sein Amt zum 31. August nieder. Seinen Rücktritt begründete Annan vor allem mit der Blockade des im Syrien-Konflikt gespaltenen UN-Sicherheitsrats. Die Veto-Mächte Russland und China haben bisher drei Resolutionen zu Syrien verhindert. Zu einem Zeitpunkt, zu dem das syrische Volk verzweifelt nach einem Eingreifen verlange, werde im Sicherheitsrat weiter mit dem Finger aufeinander gezeigt und einander beschimpft, beklagte Annan. Er war im Februar mit dem Amt betraut worden. Sein Sechs-Punkte-Friedensplan konnte bisher nicht umgesetzt werden. UN-Generalsekretär Ban Ki Moon bedauerte Annans Entscheidung zutiefst. Ähnlich äußerte sich Außenminister Guido Westerwelle. In Syrien geht das Blutvergießen unvermindert weiter. In Hama töteten Soldaten von Machthaber Baschar al-Assad bei Kämpfen mit Aufständischen mindestens 50 Menschen, wie Anwohner und Aktivisten mitteilten.

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Die Ministerpräsidenten Italiens und Spaniens, Mario Monti und Mariano Rajoy, haben das Bekenntnis von EZB-Präsident Mario Draghi zum Euro gewürdigt. Sie begrüßten Draghis Aussage, wonach der Euro "unumkehrbar" sei, erklärten sie in einer gemeinsamen Pressekonferenz in Madrid. Monti betonte nochmals, sein Land werde kein Rettungspaket beantragen. Die italienischen Finanzen seien solide. Rajoy hingegen wich Fragen nach einem möglichen Antrag seines Landes auf Hilfe aus dem Euro-Rettungsfonds aus. Er werde weiter versuchen, durch das Festhalten an geplanten Strukturreformen das spanische Haushaltsdefizit zu senken, erklärte er. Im Kampf gegen die Schuldenkrise hatte die Europäische Zentralbank am Donnerstag nochmals ihre Bereitschaft zu massiven Eingriffen unterstrichen, sieht zunächst aber die Politik in der Pflicht. Draghi teilte bei der mit Spannung erwarteten Pressekonferenz in Frankfurt am Main allerdings keine konkreten Schritte mit und enttäuschte so die Finanzmärkte weltweit.

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Seit mehr als einem Jahr haben Sudan und der seit 2011 unabhängige Südsudan über einen Friedensplan verhandelt. Nun lief die vom Weltsicherheitsrat in New York gesetzte Frist ab, aber UN-Sanktionen wird es wohl vorerst noch nicht geben. Bei den Verhandlungen geht es vor allem um die noch offene Grenzmarkierung und die Aufteilung der Ölvorkommen und -einnahmen. Die meisten Reserven liegen im Südsudan, der Transport läuft aber über Leitungen im Norden. Zudem kommt es in den rohstoffreichen Grenzregionen immer wieder zu Gewaltausbrüchen. Die Gespräche unter Vermittlung der Afrikanischen Union und des früheren südafrikanischen Präsidenten Thabo Mbeki finden in der äthiopischen Hauptstadt Addis Abeba statt. Dramatisch verschärft hat sich auch die Lage der Flüchtlinge. Mehr als 170.000 Menschen aus den sudanesischen Regionen Süd-Kordofan und Blue Nile hätten bereits Zuflucht im Südsudan gesucht, teilte die Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen mit. Viele seien wochenlang zu Fuß unterwegs und völlig entkräftet, wenn sie endlich die Flüchtlingscamps erreichten.

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In Brasilien hat einer der größten Korruptionsprozesse in der Geschichte des Landes begonnen. Insgesamt 38 frühere Minister, Parlamentarier, Banker und Unternehmer müssen sich wegen Bereicherung, Geldwäsche, Betrugs und Korruption vor der Justiz verantworten. Den Angeklagten wird unter anderem vorgeworfen, in den Jahren 2002 bis 2005 Parlamentarierstimmen gekauft zu haben, um Mehrheiten für Regierungsprojekte zu sichern. Medien bezeichnen das Verfahren bereits als "Jahrhundertprozess". Die Vorgänge sollen sich vornehmlich in der ersten Amtszeit des früheren Präsidenten Luiz Inácio Lula da Silva abgespielt haben, gegen den nicht ermittelt wurde. Als Drahtzieher der Verbrechen sieht die Staatsanwaltschaft Lulas damaligen einflussreichen Kabinettschef José Dirceu. Unter den Angeklagten ist auch der damalige Finanzminister Delúbio Soares. Den Beschuldigten drohen Haftstrafen von bis zu 45 Jahren. Erste Urteile dürften Mitte September fallen.

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Erstmals hat sich jetzt Russlands Präsident Wladimir Putin zu dem umstrittenen Strafprozess gegen die Mitglieder der Punkband "Pussy Riot" öffentlich geäußert. Er sprach sich am Rande der Olympischen Spiele in London gegen eine zu harte Strafe für die drei angeklagten Frauen aus. Die Verteidigung sprach in Moskau von einem möglichen Wendepunkt in dem Verfahren wegen Rowdytums. Die drei Frauen hatten im Februar in der Moskauer Erlöserkathedrale vermummt mit einem "Gebet" gegen den damaligen Regierungschef Putin protestiert, der vor seiner Wiederwahl zum Präsidenten stand. Ihnen drohen sieben Jahre Haft. Menschenrechtler kritisieren das Verfahren als politisch gesteuert.

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