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Nachrichten

03.06.2012 – Langsam gesprochene Nachrichten

Trainiere dein Hörverstehen mit den Nachrichten der Deutschen Welle von Sonntag – als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

Der Machtkampf bei der Linken ist entschieden. Der Parteitag in Göttingen wählte den westdeutschen Gewerkschafter Bernd Riexinger vom linken Flügel und die sächsische Bundestagsabgeordnete Katja Kipping zu neuen Vorsitzenden. Der als Gefolgsmann der früheren Parteichefs Oskar Lafontaine geltende Riexinger setzte sich gegen den ostdeutschen Reformer Dietmar Bartsch durch. Kipping gewann eine Kampfabstimmung gegen die Hamburger Fraktionschefin Dora Heyenn. Lafontaines Lebensgefährtin und Protagonistin des linken Flügels, Sahra Wagenknecht, wurde als eine der stellvertretenden Vorsitzenden wiedergewählt. Bei der Linken hatten sich in den vergangenen Monaten der meist aus Westdeutschen bestehende radikale Flügel und das reformorientiert-pragmatische Lager, das in Ostdeutschland dominiert, einen erbitterten Machtkampf geliefert.

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SPD-Fraktionschef Frank-Walter Steinmeier hat sich gegen eine Berufung von Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble zum Chef der Euro-Gruppe ausgesprochen. Die Dominanz Deutschlands in der europäischen Finanzpolitik sei schon jetzt wegen der wirtschaftlichen Stärke übergroß, sagte Steinmeier der Zeitung "Bild am Sonntag". Es wäre deshalb klug, die Leitung der Euro-Gruppe einem kleineren Partner zu überlassen. Schäuble hat gute Chancen, Nachfolger des Luxemburger Regierungschefs Jean-Claude Juncker als Chef der Gruppe der Euro-Staaten zu werden, der das Amt im Juli abgibt. Vorbehalte gegen den CDU-Politiker gibt es aber offenbar bei der neuen Links-Regierung in Frankreich.

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Die birmanische Oppositionsführerin Aung San Suu Kyi hat ihre Thailand-Reise beendet und ist nach Birma zurückgekehrt. Sie traf am Sonntag auf dem Flughafen in Rangun ein. Für Suu Kyi war es die erste Auslandsreise seit 24 Jahren. Sie hatte vorher das Land nicht verlassen, weil sie fürchtete, die herrschende Militärjunta könnte sie nicht wieder einreisen lassen. Inzwischen hat das Militär Reformen eingeleitet und betreibt eine Annäherung an den Westen. Die 66-jährige Oppositionspolitikerin hat in Thailand unter anderem Flüchtlinge aus Birma in der Grenzregion besucht und am Weltwirtschaftsforum (WEF) Ostasiens in Bangkok teilgenommen.

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Bei einem erneuten US-Drohnenangriff sind in Pakistan mindestens acht mutmaßliche Islamisten getötet worden. Ein Sicherheitsbeamter sagte, eine unbemannte Drohne habe vier Geschosse auf ein Gebäude im Stammesgebiet Süd-Wasiristan an der afghanischen Grenze abgefeuert. Dort hätten sich Aufständische aufgehalten, das Gebäude sei ausgebrannt. Die Stammesgebiete zu Afghanistan gelten als Hochburg der radikal-islamischen Taliban und des Terrornetzwerks Al-Kaida. Die US-Drohnenangriffe auf mutmaßliche Islamisten sind unter Präsident Barack Obama massiv ausgeweitet worden. Erst am Samstag waren bei einem ähnlichen Angriff in derselben Gegend zwei Menschen getötet worden.

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Bundesaußenminister Guido Westerwelle hat einer Militärintervention in Syrien eine Absage erteilt. Es dürfe nicht die "falsche Erwartung" erzeugt werden, "als könnte mit einer militärischen Intervention eine schnelle Lösung erzwungen werden", sagte der FDP-Politiker der Zeitung "Bild am Sonntag". Westerwelle kündigte an, dass er am Montag erneut zu Gesprächen in die Nahost-Region reisen werde. Der französische Verteidigungsminister Jean-Yves Le Drian sagte auf einem Asien-Sicherheitsgipfel in Singapur, Frankreich würde sich nur an einer Militäraktion in Syrien beteiligen, wenn ein UN-Mandat vorliege, das sei aber wegen der Haltung Russlands unwahrscheinlich. Der außenpolitische Sprecher der Unionsfraktion, Philipp Mißfelder, warnte dagegen davor, einen Militärschlag gegen Syrien auszuschließen. Dies käme einem Freibrief für den syrischen Diktator Baschar al-Assad und alle anderen Despoten in der Welt gleich, schrieb der CDU-Abgeordnete in der "Bild am Sonntag". Das syrische Staatsfernsehen kündigte unterdessen an, Assad werde am Sonntag eine Rede vor dem neuen Parlament halten.

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