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Nachrichten

03.04.2015 – Langsam gesprochene Nachrichten

Trainiere dein Hörverstehen mit den Nachrichten der Deutschen Welle von Freitag – als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

Audio anhören 08:47

Nachrichten von Freitag, 3. April 2015 – langsam gesprochen als MP3

Durchbruch bei Atomgesprächen mit Iran:

In dem seit zwölf Jahren schwelenden Atomkonflikt mit dem Iran gibt es einen Durchbruch. Im schweizerischen Lausanne einigten sich die Unterhändler der fünf Veto-Mächte, Deutschlands und des Iran am Donnerstagabend auf Eckpunkte für eine Beschränkung des iranischen Atomprogramms. Im Gegenzug wollten die USA und die EU die Sanktionen gegen sein Land nach einer abschließenden Einigung ruhen lassen, kündigte der iranische Außenminister Mohammed Dschawad Sarif an. Ein umfassendes Abkommen wollen die Staaten bis zum 30. Juni aushandeln. Die Arbeit daran beginne sofort, erklärte der iranische Präsident Hassan Rohani über den Kurznachrichtendienst Twitter. Die Unterhändler vereinbarten, dass der Iran zwei Drittel seiner derzeit 19.000 Zentrifugen zur Urananreicherung binnen zehn Jahren außer Betrieb nehmen wird. Das meiste angereicherte Uran solle nach einem umfassenden Abkommen verdünnt oder ins Ausland gebracht werden.

Zweite Blackbox aus Germanwings-Maschine vermutlich auswertbar:

Die zweite Blackbox des abgestürzten Germanwings-Airbus mit den technischen Daten zum Flug ist vermutlich auswertbar. Der Zustand des am Donnerstag gefundenen Flugdatenschreibers lasse "auf eine Möglichkeit der Auswertung hoffen", sagte der Staatsanwalt von Marseille, Brice Robin. Das Gerät war demnach am Nachmittag am Absturzort von einer Polizistin entdeckt worden. Der Flugdatenschreiber sei "völlig verschüttet" und "ganz schwarz" gewesen, vermutlich weil er Feuer ausgesetzt gewesen sei. Wie der Staatsanwalt weiter mitteilte, konnten inzwischen 150 verschiedene DNA-Profile aus den Proben von der Absturzstelle in den französischen Alpen isoliert werden. "Das bedeutet nicht, dass wir die 150 Opfer identifiziert haben", hob Robin hervor. Die DNA-Profile müssten nun noch mit Proben abgeglichen werden, die die Familien übergeben hätten. Diese Arbeit werde nächste Woche beginnen. Er versicherte, dass die Familien sofort informiert würden, sobald eine Identifikation klar sei.

Mindestens 147 Tote bei Universitäts-Massaker:

Nach dem Terrorangriff an einer Universität im kenianischen Garissa ist die Anzahl der Toten weiter gestiegen. Es gebe 147 bestätigte Todesopfer, teilte das nationale Katastrophenschutzzentrum mit. 79 weitere Menschen seien verletzt worden. Vier Kämpfer der islamistischen Al-Shabaab-Miliz hatten das Universitätsgelände im Morgengrauen gestürmt, als die meisten Studenten noch in ihren Wohnheimen schliefen. Die Angreifer gingen gezielt gegen christliche Studenten vor. Sie töteten erst zahlreiche Menschen und nahmen dann viele Geiseln. Erst am Abend hatte die Armee alle Angreifer getötet. Die Al-Shabaab-Miliz, die vorwiegend im benachbarten Somalia agiert, bekannte sich zu der Tat.

Mutmaßliche Islamistinnen in New York festgenommen:

Zwei Frauen aus New York müssen sich wegen der mutmaßlichen Vorbereitung eines Bombenanschlags vor einem US-Bundesgericht verantworten. Die 28 und 31 Jahre alten früheren Mitbewohnerinnen hätten Sprengsätze aus Propangasflaschen bauen wollen, teilte das US-Justizministerium mit. Die Verdächtigen seien im Besitz mehrerer Propangasbehälter sowie Anleitungen zum Bombenbau gewesen, hieß es. Ihnen wird Verschwörung zum Gebrauch einer Massenvernichtungswaffe vorgeworfen. Dem Justizministerium zufolge äußerten die beiden US-Bürgerinnen wiederholt ihre Unterstützung für gewalttätigen Islamismus. Ein verdeckter Ermittler der US-Bundespolizei FBI hatte seit knapp zwei Jahren Beweise gegen die beiden Frauen gesammelt.

Papst beginnt Osterfeierlichkeiten:

Papst Franziskus hat am Gründonnerstag bei der traditionellen Abendmahlmesse in einem römischen Gefängnis zwölf Häftlingen die Füße gewaschen. Die sechs Männer und sechs Frauen stammen aus Italien, dem Kongo, Nigeria, Ecuador und Brasilien. In der bewegenden Zeremonie, mit der an die Demutsgeste Jesu beim letzten Abendmahl erinnert wird, küsste der Papst auch die Füße der Menschen. Der Argentinier hatte nach seinem Amtsantritt vor zwei Jahren mit der Tradition gebrochen, die Fußwaschung bei Priestern zu vollziehen. Auch an seinem dritten Osterfest als Pontifex steht Franziskus ein volles Programm bevor. Bis Ostersonntag sind im Vatikan zahlreiche Messen und Feiern geplant - mit dem traditionellen Segen "Urbi et Orbi" - der Stadt und dem Erdkreis - auf dem Petersplatz als Höhepunkt. Hunderttausende Touristen und Pilger werden zu den katholischen Feierlichkeiten erwartet.

Altkanzler Kohl feiert 85. Geburtstag:

Der frühere Bundeskanzler Helmut Kohl (CDU) feiert seinen 85. Geburtstag. Er verbringt den Tag im privaten Kreis zu Hause in Ludwigshafen-Oggersheim. Als Gäste haben sich die rheinland-pfälzische CDU-Chefin und stellvertretende Bundesvorsitzende Julia Klöckner und der Speyerer Bischof Karl-Heinz Wiesemann angekündigt. Bereits am Donnerstag hatten Politiker und andere Persönlichkeiten Kohls Verdienste um Deutschland und Europa gewürdigt. Kohl war von 1982 bis 1998 Kanzler. 2008 erlitt er bei einem Sturz ein Schädel-Hirn-Trauma, seither sitzt er im Rollstuhl und kann nur schwer sprechen. Die CDU veranstaltet zu seinem Geburtstag keine Feier. Stattdessen soll es im Sommer ein Symposium der Konrad-Adenauer-Stiftung zu seinen Ehren geben.

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