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Nachrichten

03.02.2012 – Langsam gesprochene Nachrichten

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die Nachrichten der Deutschen Welle von Freitag - als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

In Ägypten haben die Proteste auch in der Nacht zu Freitag angehalten. In der Stadt Suez erschoss die Polizei nach Angaben von Klinikmitarbeitern zwei Demonstranten und verletzte 15 weitere. Eine Menschenmenge soll versucht haben, die Polizeizentrale zu stürmen. In der Hauptstadt Kairo belagerten wütende Demonstranten das Innenministerium. Es kam zu Zusammenstößen mit der Polizei, als Demonstranten mit Steinen warfen. Die Polizei setzte Tränengas ein. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums wurden etwa 400 Menschen verletzt. Auslöser der jüngsten Proteste waren Krawalle in einem Fußballstadion in der Hafenstadt Port Said, bei denen am Mittwochabend 74 Menschen getötet und etwa 1000 verletzt wurden. Zwar gab der von den Streitkräften ernannte Ministerpräsident Kamal al-Gansuri erste personelle Konsequenzen gegen Sicherheitsverantwortliche bekannt. Zur Enttäuschung vieler verärgerter Parlamentarier entließ er aber den Innenminister nicht.

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Der einstige Folterchef der Roten Khmer, Duch, ist im Berufungsprozess zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Damit erhöhte das Gericht in der kambodschanischen Hauptstadt Phnom Penh überraschend das Strafmaß aus dem vorherigen Prozess. Im Juli 2010 hatte das Sondertribunal für die Aufarbeitung der Schreckensherrschaft der Roten Khmer den ehemaligen Leiter des Gefängnisses Tuol Sleng zu 30 Jahren Haft verurteilt. In dem Gefängnis waren rund 15.000 Menschen gefoltert und hingerichtet worden. Mit der Entscheidung vom Freitag wurde der erste Kriegsverbrecherprozess mehr als 30 Jahre nach der Terrorherrschaft der Roten Khmer abgeschlossen. Während des kommunistischen Khmer-Regimes in den siebziger Jahren kamen rund 1,7 Millionen Menschen ums Leben.

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Nach einer Unterredung mit Chinas Staats- und Parteichef Hu Jintao in Peking ist Bundeskanzlerin Angela Merkel in die südchinesische Metropole Guangzhou geflogen. Regierungschef Wen Jiabao begleitete die Kanzlerin auf der zweiten Station ihrer dreitägigen China-Reise. Diplomaten werteten dies als "besondere Geste". Im Mittelpunkt des Besuchs in der Boom-Provinz Guangdong stehen ein deutsch-chinesisches Wirtschaftsforum und die Besichtigung einer deutschen Fabrik. Bei seinem Treffen mit Merkel in der Großen Halle des Volkes zog der chinesische Präsident eine positive Bilanz der Gespräche. Der Besuch werde das Vertrauen zwischen beiden Ländern verstärken, sagte Hu. Merkel hob hervor, dass in Deutschland das Kulturjahr China begonnen habe, und China auch Partnerland der Hannovermesse 2012 sei. Dies demonstriere die gute Qualität der bilateralen Beziehungen im kulturellen wie wirtschaftlichen Bereich.

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Die US-Armee löst ihre deutschen Standorte Schweinfurt und Bamberg komplett auf. Rund 7.500 Soldaten und ihre Familien werden bis spätestens 2015 aus den beiden fränkischen Städten abziehen, wie die Oberbürgermeister nach einem Treffen mit dem Oberkommandierenden der US-Streitkräfte in Europa, Mark Hertling, mitteilten. Bambergs Rathauschef Andreas Starke und sein Schweinfurter Kollege Sebastian Remelé betonten dabei, dass die Standortschließungen mit Einbußen für die ortsansässige Wirtschaft verbunden seien. Zugleich gebe es dadurch aber mehr Wohnraum - etwa für Studenten und junge Familien - wie auch neue Gewerbeflächen. Wie weiter bekannt wurde, soll der Standort Ansbach mit 3000 Soldaten erhalten bleiben. Aus Kostengründen soll die US-Armee in den kommenden zehn Jahren von derzeit 570.000 auf 490.000 Soldaten verkleinert werden.

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In Deutschland werden die Rufe nach einem neuen NPD-Verbotsverfahren immer lauter. Angesichts der Verbindungen zwischen mutmaßlichen Helfern der Zwickauer Nazi-Terrorzelle und der rechtsextremen NPD dürfe es für diese keinen warmen Platz mehr in den Parlamenten geben, sagte der Vorsitzende der Innenministerministerkonferenz, Lorenz Caffier (CDU). Der Vorsitzende des Rechtsterrorismus-Untersuchungsausschusses des Bundestages, Sebastian Edathy (SPD), will in dem Gremium gezielt nach Kontakten zwischen der Zwickauer Zelle und der NPD forschen, um ein Verbot voranzutreiben. Es sei seit Jahren bekannt, dass sich die NPD gezielt gegenüber der Neonazi-Szene und rechtsextremistischen Kameradschaften geöffnet habe, sagte Edathy. Auch die Grünen-Vorsitzende Claudia Roth hält ein neues Verbotsverfahren für notwendig. Der Zwickauer Zelle werden unter anderem Morde an neun Kleinunternehmern türkischer und griechischer Herkunft sowie an einer Polizistin vorgeworfen.

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Der Vorsitzende der Münchner Sicherheitskonferenz, Wolfgang Ischinger, hat vor den Folgen der internationalen Finanzkrise für die Sicherheit gewarnt. Sicherheitspolitik im 21.Jahrhundert bedeute nicht mehr primär Landesverteidigung, sondern vor allem Export von Stabilität, sagte Ischinger. Dazu gehöre Entwicklungspolitik, manchmal auch militärische Präsenz im Ausland, was allerdings Geld koste. Wenn der Westen sich den Export von Stabilität wegen der eigenen Verschuldung nicht mehr leisten könne, bestehe die Gefahr, dass es zum Import von Instabilität komme. Verteidigungsminister Thomas de Maizière eröffnet an diesem Freitag die Sicherheitskonferenz. Bis Sonntag wollen rund 350 Teilnehmer aus Politik, Militär, Wirtschaft und von Nicht-Regierungsorganisationen vor allem über die Schuldenkrise und die Bedeutung von Energiereserven für die Sicherheit diskutieren.

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