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Nachrichten

03.01.2012 – Langsam gesprochene Nachrichten

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die Nachrichten der Deutschen Welle von Dienstag – als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

Der Versuch von Bundespräsident Christian Wulff, Mitte Dezember die erste Veröffentlichung von Recherchen der "Bild"-Zeitung über die Finanzierung seines Privathauses zu verhindern, ist bei Journalistenverbänden auf scharfe Kritik gestoßen. Die Organisationen DJV und dju erklärten, es gehöre zur Meinungsfreiheit, dass sich auch der Bundespräsident eine kritische Berichterstattung gefallen lassen müsse. Wie die "Bild"-Zeitung bestätigte, hatte Wulff am 12. Dezember eine längere Nachricht auf der Handy-Mail-Box von Chefredakteur Kai Diekmann hinterlassen. Darin habe sich der Bundespräsident empört über die Recherchen zu seinem Hauskredit gezeigt und mit strafrechtlichen Konsequenzen für den verantwortlichen Redakteur gedroht. Auch beim Chef des Springer-Verlags, Mathias Döpfner, habe Wulff vergeblich interveniert. Berichte, der Bundespräsident habe auch die Springer-Mehrheitsaktionärin Friede Springer angerufen, wurden vom Verlag nicht bestätigt. Am 13. Dezember hatte "Bild" erstmals über den Privatkredit der Unternehmersgattin Edith Geerkens für Wulff berichtet. Das Präsidialamt wollte zu den Meldungen über Wulffs Telefonate nicht Stellung nehmen.

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In Ägypten hat die dritte und letzte Etappe der Parlamentswahl begonnen. Abgestimmt wird in neun vorwiegend ländlichen Provinzen. Der arabische Sender Al-Dschasira berichtete, vor allem in der Provinz Nord-Sinai sei der Andrang vor den Wahllokalen bereits am Morgen groß gewesen. Wie schon bei den Wahlen in den anderen Provinzen haben die Bürger für die Stimmabgabe zwei Tage Zeit. Eine Woche später gibt es in den Bezirken eine Stichwahl, in denen kein Kandidat die absolute Mehrheit erreicht hat. - In den 18 Provinzen in denen bereits gewählt worden ist, liegen sogenannte moderate Islamisten vorne, gefolgt von Radikal-Islamisten. Liberale und linke Parteien spielen bei der ersten Abstimmung nach dem Sturz des autoritären Präsidenten Husni Mubarak im Februar nur eine marginale Rolle.

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Zum ersten Mal seit über einem Jahr sollen an diesem Dienstag palästinensische und israelische Vertreter in Jordanien zu Gesprächen zusammenkommen. Unter Vermittlung des Nahost-Quartetts und des jordanischen Außenministers Nasser Dschudeh soll der stockende Friedensprozess wieder in Gang gebracht werden. Der palästinensische Chefunterhändler Saeb Erekat dämpfte einen Tag vor Beginn des Treffens jedoch die Erwartungen. Die Palästinenser hatten im September 2010 die direkten Gespräche mit Israel kurz nach deren Wiederaufnahme unterbrochen. Auslöser war die Weigerung der israelischen Regierung, einen Baustopp in den Siedlungen zu verlängern.

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Das syrische Militär ist der Arabischen Liga zufolge aus Wohngebieten der Städte abgerückt und hat sich an die Stadtränder zurückgezogen. Es komme allerdings immer noch zu Schießereien, sagte der Generalsekretär der Liga, Nabil Al-Arabi, in Kairo. Außerdem stellten Scharfschützen weiterhin eine Bedrohung dar. Vor einer Woche waren Abgesandte der Liga in Syrien eingetroffen, um die Lage zu beobachten. Seit Beginn der Proteste gegen Präsident Baschar al-Assad im März wurden nach UN-Schätzungen mehr als 5000 Menschen von der Armee getötet. Angesichts der anhaltenden Gewalt hatte es zuletzt zunehmende Kritik an der Beobachtermission der Arabischen Liga gegeben.

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Nach dem tödlichen Luftangriff der türkischen Armee im türkisch-irakischen Grenzgebiet will die Regierung die Angehörigen der Opfer entschädigen. Vizeregierungschef Bülent Arinc sagte nach einer Kabinettssitzung, bereits in wenigen Tagen solle Geld ausgezahlt werden. Die Türkei werde sich zwar nicht offiziell für den Luftangriff entschuldigen. Der unbeabsichtigte Vorfall solle jedoch weiter untersucht werden, sagte Arinc. Bei dem Angriff waren am Mittwoch 35 Menschen getötet worden, bei denen es sich um junge kurdische Händler gehandelt haben soll. Die Gruppe war offenbar mit Rebellen verwechselt worden, die dieselben Wege nutzen, um etwa Waffen in die Türkei zu schmuggeln.

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