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Nachrichten

02.11.2011 – Langsam gesprochene Nachrichten

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die Nachrichten der Deutschen Welle von Mittwoch – als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

Das griechische Kabinett hat sich einstimmig hinter den umstrittenen Plan von Ministerpräsident Giorgos Papandreou gestellt, ein Referendum über das Euro-Rettungspaket abhalten zu lassen. Mit der Abstimmung werde Griechenland eine klare Botschaft über sein europäisches Engagement und seine Zugehörigkeit zum Euro senden, sagte Papandreou. Der Termin könne auf Dezember vorgezogen werden, sagte Innenminister Haris Kastanidis. Bisher war von Januar die Rede. Zuvor will Papandreou am Freitag im Parlament die Vertrauensfrage stellen. Dort verfügt seine regierende Partei Pasok nur noch über eine hauchdünne Mehrheit von zwei Stimmen. Der Regierungschef hatte mit seiner Ankündigung am Dienstag für Irritationen bei den europäischen Partnern gesorgt und die Börsen auf Talfahrt geschickt.

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Deutschland und Frankreich wollen mit einem kurzfristig angesetzten Krisentreffen die neuen Turbulenzen um das hochverschuldete Griechenland eindämmen. An dem Gipfel, der an diesem Mittwoch im südfranzösischen Cannes stattfindet, nehmen neben Bundeskanzlerin Angela Merkel und Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy auch die Spitzen der EU, der Europäischen Zentralbank und des Internationalen Währungsfonds sowie Griechenlands Regierungschef Giorgos Papandreou teil. Dieser hatte mit der Ankündigung, er wolle das griechische Volk über das EU-Rettungs- und Sparmaßnahmenpaket abstimmen lassen, neue Ängste vor einem Auseinanderbrechen der Euro-Zone geschürt.

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Die neue Entwicklung in der Griechenland-Krise setzt auch das hochverschuldete Italien unter Druck. Ministerpräsident Silvio Berlusconi kritisierte in deutlichen Worten seinen griechischen Kollegen Giorgos Papandreou. Gleichzeitig versprach Berlusconi in einem Telefonat mit Bundeskanzlerin Angela Merkel, das angekündigte Spar- und Reformprogramm zügig umzusetzen. Dazu gehören die Veräußerung von Staatskapital, die Liberalisierung der Wirtschaft und die Modernisierung der Verwaltung. Das Paket soll bis Mitte November im Parlament verabschiedet werden. Es gibt Befürchtungen, dass Italien mit einer Gesamtverschuldung von 120 Prozent seiner Wirtschaftsleistung das nächste Krisenland in der Euro-Zone werden könnte.

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Mit einem Festakt in Berlin erinnert die Bundesregierung an diesem Mittwoch an den 50. Jahrestag des deutsch-türkischen Anwerbeabkommens. Mit dem Abkommen aus dem Jahr 1961 hatte offiziell die Anwerbung türkischer Arbeitskräfte für Unternehmen in der jungen Bundesrepublik begonnen. An dem Festakt im Auswärtigen Amt nehmen unter anderen Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und der türkische Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan teil. Erdogan hatte unmittelbar vor seinem Besuch der Bundesregierung Fehler bei der Integration türkisch-stämmiger Zuwanderer vorgeworfen. Er kritisierte insbesondere das Einwanderungsrecht. Dieses sieht vor, das türkische Angehörige vor dem Zuzug nach Deutschland zunächst die deutsche Sprache erlernen müssen.

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Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich (CSU) hat das Erlernen der deutschen Sprache als eine der wichtigsten Voraussetzungen für eine gelingende Integration von Einwanderern bezeichnet. Es gebe in Deutschland ein Potenzial an jungen Menschen, das nicht verloren gehen dürfe, so der Minister. Die Schulabbrecherzahlen müssten sinken, das gelinge aber nur, wenn Kinder die deutsche Sprache beherrschten. Auch für junge Türken müsse deshalb Deutsch die erste Sprache sein, betonte Friedrich, der damit dem türkischen Ministerpräsidenten Recep Tayyip Erdogan widersprach.

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Deutschland unterstützt die Förderung der Solarenergie in Marokko mit 80 Millionen Euro. Das Geld ist nach Angaben von Bundesentwicklungsminister Dirk Niebel für ein Solarkraftwerk und eine Wasserentsalzungsanlage bestimmt. Während seines zweitägigen Besuchs in dem nordafrikanischen Land wies Niebel darauf hin, Deutschland schätze Marokko als reformorientierten und verlässlichen Partner. Der FDP-Minister ermunterte König Mohammed VI., den von ihm als Reaktion auf den "arabischen Frühling" eingeschlagenen demokratischen Reformkurs konsequent fortzusetzen. - Marokko hat seit 2009 umgerechnet rund 6,5 Milliarden Euro in die Solarenergie investiert. Bis 2020 will Marokko mehr als 40 Prozent seines Strombedarfs aus Sonnenenergie gewinnen.

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Fünf Wochen vor der großen Afghanistankonferenz in Bonn kommen in der türkischen Metropole Istanbul Vertreter von 26 Staaten und internationalen Organisationen zu einer Regionalkonferenz zusammen. Ziel der eintägigen Veranstaltung ist es, Prinzipien für eine regionale Zusammenarbeit in der Region festzuschreiben. Neben dem türkischen Präsidenten Abdullah Gül und seinem afghanischen Kollegen Hamid Karsai nehmen daran unter anderem die Außenminister der USA, Pakistans, Frankreichs, Russlands, Chinas und des Irans teil. Deutschland ist durch seinen Außenamtschef Guido Westerwelle vertreten. Die Istanbuler Tagung gilt als wichtigstes Vorbereitungstreffen für die Afghanistan-Konferenz am 5. Dezember in Bonn. Dort sollen dann die Weichen für die Zeit nach dem für 2014 geplanten Abzug der NATO-Kampftruppen aus Afghanistan gestellt werden.

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DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Nach Westen und Nordwesten teils dichtere Bewölkung, teils heitere Abschnitte, aber kaum Regen. Sonst nach Auflösung von Nebelfeldern meist sonnig. Wieder sehr mild mit Tagestemperaturen zwischen zwölf und 19 Grad. Die weiteren Aussichten: Am Donnerstag in der Westhälfte mehr Wolken. In den übrigen Landesteilen ein Mix aus Sonne, Wolken und Nebel. Maximalwerte elf bis 19 Grad.

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