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Nachrichten

02.08.2012 – Langsam gesprochene Nachrichten

Trainiere dein Hörverstehen mit den Nachrichten der Deutschen Welle von Donnerstag – als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

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Der Rat der Europäischen Zentralbank (EZB) entscheidet an diesem Donnerstag in Frankfurt am Main über den weiteren Kurs in der Euro-Krise. EZB-Präsident Mario Draghi hatte vor einer Woche erklärt, die EZB werde "im Rahmen ihres Mandats alles Notwendige tun, um den Euro zu erhalten". Seither wird darüber spekuliert, ob die EZB massiv Staatsanleihen von Euro-Krisenstaaten wie Spanien und Italien kaufen wird. Allerdings würde der Kauf von Staatspapieren auch die Inflationsgefahr erhöhen. Die USA, Großbritannien und die angeschlagenen Südländer sind dennoch für einen massiven Eingriff der Zentralbank. Deutschland, die Niederlande und Finnland stehen einem Staatsanleihenkauf dagegen skeptisch gegenüber. Bundesbank-Präsident Jens Weidmann verlangte mehrfach Zurückhaltung von der EZB. Er sieht die Verantwortung für die Lösung der Schuldenkrise bei der Politik.

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Die Koalitionsparteien in Griechenland haben sich nach langwierigen Diskussionen auf weitere Kürzungen in Höhe von 11,5 Milliarden Euro verständigt, die von den internationalen Geldgebern gefordert werden. Das teilte der Chef der Demokratischen Linken (Dimar), Fotis Kouvelis, nach einem Treffen der Koalitionspartner bei Ministerpräsident Antonis Samaras mit. Kouvelis fügte hinzu, man werde sich bemühen, die Ärmsten vor weiteren Einschnitten zu bewahren, nannte jedoch keine Einzelheiten. Zugleich bekräftigte die Regierung ihre Forderung nach mehr Zeit für die Umsetzung der Reformen. Von dem Sparprogramm und weiteren Reformen in dem pleitebedrohten Euro-Land hängt ab, wie der Bericht der sogenannten Troika, der Experten der EU, des Internationalen Währungsfonds und der Europäischen Zentralbank im September ausfallen wird. Derzeit ist die Troika in Athen. Falls Griechenland die nächste Hilfstranche von 31,5 Milliarden Euro im September nicht bekommen sollte, droht in dem Monat noch der Bankrott.

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Die amerikanische Ratingagentur Standard & Poor´s bewertet die Kreditwürdigkeit Deutschlands weiter mit der höchsten Note. In der Nacht zum Donnerstag bestätigte S&P die Bestnote "Triple-A" sowie den Ausblick "stabil". Deutschlands Staatshaushalt könne mögliche finanzielle und wirtschaftliche Unruhen aushalten, begründete die Agentur ihre Entscheidung. Das Land habe sowohl die Wiedervereinigung gestemmt als auch die Rezession 2009 gemeistert, hieß es weiter. In der vergangenen Woche hatte die andere große US-Agentur Moody's mit Blick auf eine mögliche Überforderung Deutschlands in der Eurokrise den Ausblick für die Bonität von Europas größter Volkswirtschaft von "stabil" auf "negativ" zurückgestuft.

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In der nordsyrischen Millionenstadt Aleppo liefern sich Soldaten des Regimes von Staatschef Baschar al-Assad und die Rebellen weiter erbitterte Gefechte. Nach Angaben der UN-Beobachter im Land setzt die Armee jetzt auch Kampfjets ein, um Ziele in der Stadt anzugreifen. Die Aufständischen rüsten weiter auf und verfügen laut UN inzwischen über Panzer. Die USA unterstützen die Rebellen in Syrien nach eigenen Angaben mit rund 25 Millionen Dollar (20 Millionen Euro). Das Geld ist nach Angaben des Außenministeriums in Washington für sogenannte "nicht tödliche Ausrüstung" wie Kommunikationstechnik und Medizin bestimmt.

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UN-Generalsekretär Ban Ki Moon hat Somalia zur Einigung auf eine neue Verfassung gratuliert. Stunden zuvor hatte sich die verfassungsgebende Versammlung, der etwa 800 Würdenträger und Stammesälteste angehören, auf den Entwurf verständigt, der jetzt noch durch einen Volksentscheid gebillgt werden muss. Vorgesehen ist, dass alle Gesetze dem islamischen Recht der Scharia entsprechen. Die in Somalia bisher übliche Genitalverstümmelung bei Mädchen soll verboten werden. Vorgesehen ist auch das Recht auf eine Abtreibung, falls das Leben der Schwangeren in Gefahr ist. In Somalia gibt es seit mehr als 20 Jahren keine funktionierende Zentralregierung mehr. Das UN-Mandat für die als schwach geltende Übergangsregierung läuft zum 20. August aus. Vor Fristende sollen noch ein neuer Präsident und ein Parlament gewählt werden.

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