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Nachrichten

02.07.2013 – Langsam gesprochene Nachrichten

Trainiere dein Hörverstehen mit den Nachrichten der Deutschen Welle von Dienstag – als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

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Die Armee in Ägypten hat nach den jüngsten Massenprotesten den zerstrittenen Parteien ein Ultimatum gestellt. Sollte bis Mittwochnachmittag in dem Machtkampf kein Kompromiss gefunden werden, werde das Militär der Politik die Richtung weisen. Vorwürfe, bei dem 48-Stunden-Ultimatum handele es sich um Putschvorbereitungen, wies die Armeeführung in Kairo zurück. Die Unruhen in Ägypten halten unterdessen an. Auch in der Nacht zum Dienstag demonstrierten in Kairo noch Zehntausende Gegner und Anhänger des islamistischen Präsidenten Mohammed Mursi. Seine Kritiker werfen Mursi vor, allein die Interessen der ihm nahestehenden Muslimbrüder zu vertreten und die Revolution verraten zu haben.

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Der von den USA wegen Verrats gesuchte Ex-Geheimdienstmann Edward Snowden hat nach Angaben der Enthüllungsplattform Wikileaks auch Asyl in Deutschland beantragt. Er hofft aber auch von anderen Ländern aufgenommen zu werden. Auf einer im Internet veröffentlichten Liste stehen insgesamt 21 Staaten. Die Anträge seien einem Beamten des russischen Konsulats am Moskauer Flughafen Scheremetjewo übergeben worden und sollen an die entsprechenden Botschaften in Moskau weitergeleitet werden. Präsident Wladimir Putin hatte Snowden am Montag unter der Bedingung Zuflucht angeboten, dass er aufhöre, den USA mit seinen Enthüllungen Schaden zuzufügen. Seit mehr als einer Woche hält sich der 30-Jährige im Transitbereich des Flughafens auf. In einer ihm zugeschriebenen Stellungnahme warf er der amerikanischen Regierung "Täuschung" vor. Ohne eine gerichtliche Anordnung sei sein Pass annulliert worden, und er sei nun "staatenlos".

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Bei seinem Besuch in Tansania hat US-Präsident Barack Obama Afrika als Kontinent der wirtschaftlichen Möglichkeiten bezeichnet. Er sehe Afrika als die nächste große Erfolgsgeschichte der Welt und die USA wollten dabei ein Partner sein, sagte Obama bei einer Pressekonferenz mit Präsident Jakaya Kikwete in Daressalam. Die Phase der reinen Entwicklungshilfe nähere sich dem Ende. China und andere Schwellenländer sind in Afrika zu großen Rivalen der USA geworden. Wie auch Washington sehen sie dort ein großes wirtschaftliches Potenzial und bemühen sich um Geschäfte mit den Afrikanern.

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Bei einer neuen schweren Raumfahrtpanne hat Russland eine Proton-Rakete mit drei Satelliten für sein Navigationssystem Glonass verloren. Die Trägerrakete stürzte kurz nach dem Start auf dem Weltraumbahnhof Baikonur in Kasachstan ab. Wie eine Übertragung auf der Internetseite des russischen Raumfahrtkonzerns Roskosmos zeigte, explodierte die Rakete direkt über dem Gelände des Startkomplexes in der kasachischen Steppe. Opfer oder Verletzte habe es nicht gegeben, hieß es. Wegen des giftigen Treibstoffs seien allerdings in Baikonur zahlreiche Gebäude evakuiert worden. Es war bereits die dritte Panne für die russische Raumfahrt in diesem Jahr. 2010 hatte Russland bei einem Fehlstart gleich drei Satelliten für Glonass auf einmal verloren.

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Die von Korruptionsskandalen erschütterte Vatikanbank kommt nicht aus den Schlagzeilen. Wenige Tage nach dem Bekanntwerden neuer Vorwürfe gegen das seit Jahrzehnten umstrittene und immer wieder mit Geldwäsche in Zusammenhang gebrachte Finanzinstitut ist der Generaldirektor der Vatikanbank, Paolo Cipriani, zurückgetreten, ebenso sein Stellvertreter Massimo Tulli. Vor wenigen Tagen war ein hochrangiger Geistlicher festgenommen worden. Prälat Nunzio Scarano, der bis vor kurzem Chefbuchhalter der vatikanischen Vermögensverwaltung war, werden Korruption, Betrug und Verleumdung vorgeworfen. Ob der Rücktritt der beiden Direktoren im Zusammenhang mit dem jüngsten Skandal bei der katholischen Bank steht, wurde zunächst nicht bekannt. Papst Franziskus hatte ein entschiedenes Vorgehen gegen Korruption bei der Vatikanbank angekündigt.

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Der legendäre Instrumentenbauer Steinway & Sons, an dessen Flügeln seit Jahrzehnten Klaviervirtuosen aus aller Welt spielen, wird verkauft, wohl an die Kohlberg & Company. Dem US-Finanzinvestor ist das vor 160 Jahren von einem deutschen Auswanderer in New York gegründete, heute börsennotierte Unternehmen 438 Millionen Dollar wert. Das Steinway-Management hat die Offerte bereits angenommen, allerdings kann es noch 45 Tage lang bessere Angebote abwarten. Kommt nichts dazwischen, soll die Übernahme durch Kohlberg & Company im dritten Quartal abgeschlossen werden.

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