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Nachrichten

02.07.2011 – Langsam gesprochene Nachrichten

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die Nachrichten der Deutschen Welle von Samstag – als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

Nach der überraschenden Wende im Fall von Dominique Strauss-Kahn werden bei Frankreichs Sozialisten Stimmen laut, ihrem ehemaligen Favoriten für die Präsidentschaftswahl 2012 doch noch eine Chance zu geben. Nichts sollte Strauss-Kahn daran hindern, bei den Vorwahlen im Oktober zu kandidieren, sagte Ex-Parteichef François Hollande, der ebenfalls antritt, der Zeitung "Libération". Indirekt sprach sich Hollande für eine Verlängerung der Meldefrist bei den Sozialisten für eine Präsidentschaftskandidatur aus. Diese läuft bereits am 13. Juli ab. Auch Ex-Kulturminister Jack Lang forderte den ehemaligen Chef des Internationalen Währungsfonds auf, nach Frankreich zurückzukehren und anzutreten. Strauss-Kahn muss sich in den USA wegen des Vorwurfs der versuchten Vergewaltigung verantworten. Er war aber am Freitag aus dem Hausarrest entlassen worden, weil sich erhebliche Zweifel an der Glaubwürdigkeit des mutmaßlichen Opfers ergeben hatten.

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Die Bundeswehr arbeitet nach Berechnungen der Europäischen Verteidigungsagentur -EDA- deutlich ineffizienter als andere westeuropäische Armeen. Unter Berufung auf Zahlen der EDA berichtet die Zeitung "Wirtschaftswoche, während Deutschland nur 7.000 Soldaten gleichzeitig ins Ausland schicken könne, seien es bei den Briten 22.000 und bei den Franzosen sogar 30.000. Auch das Verhältnis zwischen der möglichen Einsatzstärke und der Gesamtgröße der Armee sei bei der Bundeswehr ungünstig. Auf einen deutschen Soldaten im Einsatz kämen insgesamt 50 Soldaten und zivile Mitarbeiter zu Hause. Bei den Franzosen arbeiten zehn, bei den Briten 13 Mitarbeiter im Hintergrund. Die Ausgaben pro Soldat im Einsatz lägen bei der Bundeswehr mit über fünf Millionen Euro dreimal so hoch wie im EU-Durchschnitt.

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Bei Bombenanschlägen und Minenexplosionen sind im Süden Afghanistans insgesamt mindestens 18 Menschen getötet worden. Mit Beginn der Frühjahrsoffensive der Taliban-Extremisten hat die Gewalt am Hindukusch wieder zugenommen. In der Provinz Sabul ging nach Angaben der Behörden eine Bombe hoch, als ein Kleinbus mit einer Flüchtlingsfamilie vorbeifuhr. Unter den 13 Opfern waren Frauen und Kinder. In der benachbarten Provinz Kandahar starben vier Bauern durch die Detonation versteckter Sprengsätze. Bei Farah im Südwesten kam ein italienischer Soldat durch eine Landmine ums Leben.

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Die Marokkaner haben sich mit großer Mehrheit für eine neue Verfassung ausgesprochen. Mehr als 98 Prozent der Wähler votierten bei einer Volksabstimmung für die von König Mohammed VI. vorgeschlagenen Reformen, wie das Innenministerium mitteilte. Die Wahlbeteiligung lag danach bei knapp 73 Prozent. Die in dem Referendum zur Abstimmung gestellte Verfassungsänderung beschneidet die Macht des Monarchen und überträgt einen Teil der Befugnisse an die Regierung in Rabat. Allerdings soll Marokkos König weiter oberster Befehlshaber der Armee sein, das Parlament auflösen dürfen sowie das letzte Wort in Fragen von Religion und Justiz haben. Mit den Reformen will Mohammed einem Umbruch wie in anderen nordafrikanischen Ländern entgegenwirken. - Allerdings haben die Proteste in Marokko bislang nicht das Ausmaß der Erhebungen in Tunesien oder Ägypten erreicht.

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Zweieinhalb Monate nach der Niederschlagung regierungskritischer Proteste in Bahrain hat in der Haupstadt Manama ein sogenannter "Nationaler Dialog" begonnen. Zu dem Treffen waren rund 300 Vertreter politischer Gruppen und von Organisationen der Zivilgesellschaft eingeladen. Auch die stärkste Oppositionskraft in dem Golfstaat, die Schiitenpartei Wefak, sagte nach anfänglichem Zögern ihre Teilnahme zu. Neben Fragen der Menschenrechte, der Regierungsbildung und der Korruptionsbekämpfung soll es auch um die konfessionellen Spannungen in Bahrain gehen. Gegen die sunnitische Dynastie unter König Mohamed bin Issa el Chalifa hatte die schiitische Bevölkerungsmehrheit im Frühjahr aufbegehrt. - Bei der Niederschlagung der Proteste mit Hilfe saudischer Soldaten wurden 24 Menschen getötet und hunderte festgenommen. Einige von ihnen wurden bereits zum Tode oder zu langjährigen Haftstrafen verurteilt.

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DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Im Norden meist stark bewölkt und gelegentlich Regen, nach Süden hin heiterer. Höchstwerte zwischen 13 Grad in Brandenburg und 21 Grad in Baden-Württemberg. Die weiteren Aussichten: Im Norden weiter regnerisch, im Südwesten Aufheiterungen und trocken. Höchsttemperaturen 13 bis 22 Grad.

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