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Nachrichten

02.06.2012 – Langsam gesprochene Nachrichten

Trainiere dein Hörverstehen mit den Nachrichten der Deutschen Welle von Samstag – als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

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Der französische Präsident François Hollande hat den syrischen Staatschef Baschar al-Assad zum Rücktritt aufgefordert. Ohne den Rücktritt Assads werde es "keine Lösung" des Konflikts in Syrien geben, sagte Hollande nach einem Treffen mit seinem russischen Kollegen Wladimir Putin in Paris. Putin stellte jedoch die Wirksamkeit der westlichen Forderungen nach dem Rücktritt Assads und nach verschärften Sanktionen in Frage. Der russische Präsident bezweifelte zudem, dass die westlichen Interventionen in Libyen und im Irak erfolgreich gewesen seien und schlug vor, "wenigstens in Syrien ausgewogen vorzugehen". Putin hatte zuvor seinen Antrittsbesuch in Berlin absolviert. Dort sprach er sich gemeinsam mit Bundeskanzlerin Angela Merkel für eine politische Lösung des Syrien-Konflikts aus und erteilte einem Militäreinsatz in dem arabischen Land eine Absage, wie ihn Hollande unter UN-Mandat vor einigen Tagen in Erwägung gezogen hatte.

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Im Prozess gegen den früheren ägyptischen Machthaber Husni Mubarak wollen die Richter an diesem Samstag das Urteil verkünden. Dem 84-Jährigen wird eine Mitverantwortung für die Tötung von mehr als 900 Demonstranten durch Regimekräfte bei den Unruhen vor seinem Sturz im Februar 2011 vorgeworfen. Die Staatsanwaltschaft hat die Todesstrafe beantragt. Der Prozess gegen Mubarak hat schon jetzt historische Bedeutung: Der Langzeit-Herrscher ist der erste während des Arabischen Frühlings gestürzte Machthaber, der sich vor seinem eigenen Volk verantworten muss.

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Die USA wollen bis zum Jahr 2020 den größten Teil ihrer Seestreitkräfte in den Pazifikraum verlegen. Derzeit befände sich die Hälfte aller amerikanischen Kriegsschiffe im Asien-Pazifik-Raum, bis 2020 solle der Anteil aber auf 60 Prozent steigen, kündigte US-Verteidigungsminister Leon Panetta auf einem Sicherheitsforum in Singapur an. Sechs Flugzeugträger sollten letztlich in der Region sein. Die Verlegung der Kriegsflotte ist Teil einer neuen Militärstrategie, die US-Präsident Barack Obama im Januar vorgestellt hatte. Washington schaut mit Sorge auf den militärischen Aufstieg Chinas, das in den vergangenen Jahren insbesondere seine Marine aufrüstete. Die amtliche chinesische Nachrichtenagentur Xinhua warnte nach der Ankündigung Panettas, in der Region "Wellen zu schlagen". Der Pentagon-Chef beteuerte indes, die USA wollten China nicht herausfordern. Es gebe für beide Länder "keine andere Alternative" als eine militärische Zusammenarbeit.

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Das Weiße Haus in Washington hat einen Bericht der "New York Times" weder bestätigt noch dementiert, wonach US-Präsident Barack Obama persönlich Attacken mit dem Computerwurm "Stuxnet" auf iranische Atomeinrichtungen angeordnet habe. Die Schadsoftware habe in der Atomanlage Natans erhebliche Schäden angerichtet, so das renommierte Blatt. Der Cyberangriff habe das iranische Atomprogramm um 18 bis 24 Monate zurückgeworfen. Die Existenz von "Stuxnet" war 2010 bekannt geworden.

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Im Nordosten Afghanistans sind fünf verschleppte Entwicklungshelfer befreit worden. Afghanische und NATO-Spezialkräfte hätten die Geiselnahme der Mitarbeiter der Schweizer Organisation Medair in der Nacht zum Samstag beendet, sagte ein afghanischer Regierungssprecher. Bei dem Einsatz seien die fünf Entführer getötet worden. Unter den Befreiten befanden sich eine Britin und eine Kenianerin. Die Helfer waren am Dienstag vergangener Woche auf dem Weg in eine Klinik in der Provinz Badachschan verschleppt worden. Dort waren im August 2010 acht ausländische Ärzte bei einem Überfall getötet worden, darunter eine Deutsche.

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Die zerstrittene Partei "Die Linke" will auf einem Parteitag an diesem Samstag eine neue Führung wählen. Bislang haben zehn Politikerinnen und Politiker ihre Kandidatur für den Bundesvorsitz angekündigt, der bei der Linken aus einer Doppelspitze besteht. Seit den Wahlniederlagen in Nordrhein-Westfalen und Schleswig-Holstein bekämpfen sich Reformer und Fundamentalisten in der Partei mit zunehmender Härte. Für die Reformer tritt der stellvertretende Vorsitzende der Bundestagsfraktion, Dietmar Bartsch, an. Offen ist, ob sich die frühere Wortführerin der linksorthodoxen Kommunistischen Plattform, Sahra Wagenknecht, doch noch zur Kandidatur entschließt. Wagenknecht ist die Lebensgefährtin des früheren Parteichefs und Bartsch-Gegners Oskar Lafontaine.

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