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Nachrichten

02.03.2012 – Langsam gesprochene Nachrichten

Trainiere dein Hörverstehen mit den Nachrichten der Deutschen Welle von Freitag – als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

Die EU verleiht Serbien den Status eines Beitrittskandidaten. Das geht aus dem Entwurf für die Abschlusserklärung zum EU-Gipfel in Brüssel hervor. Rumänien hat seinen Widerstand gegen einen Beitritt Serbiens aufgegeben, nachdem sich beide Länder auf ein Abkommen zum Schutz der rumänischen Minderheit in Serbien geeinigt hatten. Belgrad hatte zuvor auch die Beziehungen zu seiner früheren Provinz Kosovo weiter normalisiert. Bulgarien und Rumänien wiederum werden beim EU-Frühjahrsgipfel noch nicht in den Schengen-Raum aufgenommen. Die Niederlande blockieren die Aufnahme, weil sie eine unzureichende Kontrolle an den Schengen-Außengrenzen befürchten. Über die Frage werde erst im September entschieden, heißt es im Entwurf der Abschlusserklärung.

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Die Eurozone verschiebt ihre Entscheidung, ob die Euro-Rettungsschirme EFSF und ESM aufgestockt werden, auf Ende März. EU-Ratspräsident Herman van Rompuy sagte beim EU-Frühjahrsgipfel in Brüssel, die Obergrenzen könnten dann auch von den Finanzministern festgelegt werden. Allerdings werde der Rettungsfonds ESM, der Mitte des Jahres den EFSF ablösen soll, schneller als geplant mit Barkapital ausgestattet. Zwei der fünf Raten sollten schon dieses Jahr geleistet werden. Die Staats- und Regierungschefs begrüßten die Sparschritte, mit denen das hochverschuldete Griechenland seine Staatsfinanzen sanieren will. Der luxemburgische Premierminister Jean-Claude Juncker sagte der Nachrichtenagentur dpa, er werde ab Mitte 2012 nicht mehr die Beratungen der Finanzminister der 17 Euro-Staaten leiten. Juncker ist einer der Gründerväter der Euro-Währung und leitet die Euro-Gruppe seit 2005.

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Die syrische Opposition musste eine schwere Niederlage hinnehmen. Die Armee von Präsident Baschar al-Assad stürmte das seit Wochen belagerte Viertel Baba Amro in Homs. Die Rebellen hätten sich zurückziehen müssen, weil ihnen Waffen und Munition fehlten, meldete der Sender Al-Arabija. Die in Homs verletzte französische Journalistin Edith Bouvier und ihr Landsmann William Daniels sind unterdessen in den Libanon entkommen. Bouvier war vergangene Woche verletzt worden, als ein improvisiertes Pressezentrum in Homs mit Raketen angegriffen wurde. Ebenfalls verletzt wurde der britische Journalist Paul Conroy, auch er wurde bereits in den Libanon gebracht. Getötet wurden bei dem Angriff jedoch die US-Journalistin Marie Colvin und der französische Fotograf Remi Ochlik. Nach Angaben von Aktivisten sind die beiden nun auf einem Friedhof in Homs beigesetzt worden.

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Im Iran hat die Parlamentswahl begonnen. Es ist die erste Wahl seit der umstrittenen Wiederwahl von Präsident Mahmud Ahmadinedschad im Juni 2009 und der Niederschlagung der Protestbewegung. Mehr als 48 Millionen Iraner sind stimmberechtigt. Sie entscheiden über 290 Mandate. Die Wahl gilt vor allem als Schauplatz der Machtkämpfe im konservativen Lager. Die wichtigsten Gruppierungen der Reformpolitiker boykottieren die Wahl, so dass das Parlament weiterhin von den regierenden Konservativen dominiert werden wird. Für die Führung in Teheran ist die Wahl ein wichtiger Test, ob es trotz der Boykottaufrufe der Reformer gelingt, das Volk zur Teilname zu bewegen. Inzwischen ist die Reformbewegung weitgehend vom politischen Leben ausgeschlossen; ihre Anführer Mir-Hossein Mussawi und Mehdi Karrubi stehen unter Hausarrest.

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Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich (CSU) hat die umstrittene Studie zur Integrationsfähigkeit junger Muslime verteidigt. Zwar lehnten die meisten Muslime den Terrorismus scharf ab, sagte Friedrich im ZDF-"heute journal". Es gebe aber junge Leute, die sich nicht integrieren wollten und für Radikalisierung anfällig seien. Das dürfe nicht ignoriert werden. Für Aufregung hatte vor allem die Aussage der Studie gesorgt, dass 22 Prozent der jungen Muslime nicht zur Integration bereit seien. Justizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger (FDP) bezweifelte die Aussagekraft der Studie, die im Auftrag des Bundesinnenministeriums erstellt wurde. Der Grünen-Vorsitzende Cem Özdemir kritisierte, die Untersuchung blende den sozialen Hintergrund der Befragten aus.

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