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Nachrichten

02.02.2012 – Langsam gesprochene Nachrichten

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die Nachrichten der Deutschen Welle von Donnerstag - als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

Bei Ausschreitungen in einem Fußball-Stadion der ägyptischen Stadt Port Said sind mindestens 74 Menschen getötet und fast 250 verletzt worden. Fans des heimischen Fußball-Vereins hatten nach dem Abpfiff eines Erstligaspiels den Platz gestürmt. Einige warfen mit Steinen, Feuerwerkskörpern und Flaschen. Spieler und Anhänger des Gästeklubs aus Kairo flüchteten in Panik. Nach Angaben von Augenzeugen sahen die Sicherheitskräfte der Gewalt nahezu tatenlos zu. Wegen der dramatischen Szenen in Port Said wurden bis auf Weiteres alle Fußballspiele in Ägypten abgesagt. Bei einer anderen Partie in Kairo setzten Fans aus Wut über den Spielabbruch Teile der Tribüne in Brand. Der Präsident des Fußballweltverbandes FIFA, Sepp Blatter, zeigte sich entsetzt und sprach von einem "schwarzen Tag für den Fußball". Das ägyptische Parlament wird sich an diesem Donnerstag in einer Sondersitzung mit den Krawallen befassen.

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Nach Frankreich wollen nach Medienberichten nun auch die USA ihren Kampfeinsatz in Afghanistan bereits nächstes Jahr beenden. Er hoffe, dass die amerikanischen Streitkräfte bis spätestens Ende 2013 auf eine Berater- und Ausbilderrolle umschwenken könnten, sagte Verteidigungsminister Leon Panetta laut Berichten des Senders CNN und der "New York Times" kurz vor einem Treffen mit seinen NATO-Kollegen in Brüssel. Bislang war es das Ziel Washingtons, bis Ende 2014 alle US-Truppen aus Afghanistan abzuziehen. Die überraschende Ankündigung des französischen Präsidenten Nicolas Sarkozy, den Kampfeinsatz seines Landes am Hindukusch bereits Ende 2013 abzuschließen, ist das Hauptthema des Ministertreffens.

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Der als mutmaßlicher Unterstützer der Zwickauer Terrorzelle verhaftete Carsten S. war nach einem Zeitungsbericht früher ein Funktionär der rechtsextremen NPD. Laut "Süddeutscher Zeitung" stand der heute 31-Jährige nach Erkenntnissen des Verfassungsschutzes 1999 an der Spitze des NPD-Kreisverbands Jena. Außerdem habe er dem Thüringer Landesvorstand der Partei angehört. Beamte des Spezialkommandos GSG 9 hatten den Mann am Mittwoch in Düsseldorf festgenommen. Er soll den drei Angehörigen der Terrorzelle "Nationalsozialistischer Untergrund" (NSU) eine Schusswaffe und Munition verschafft haben. Die Bundesanwaltschaft wirft ihm Beihilfe zu sechs Morden und einem Mordversuch vor. Damit befinden sich insgesamt fünf Verdächtige aus dem Umfeld der NSU in Untersuchungshaft.

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Bundeskanzlerin Angela Merkel hat in China um Vertrauen in die Europäische Union und in die Stabilität des Euro geworben. Zum Auftakt eines dreitägigen Besuches in China sagte die Kanzlerin in einer Rede vor der Akademie für Sozialwissenschaften, mit dem gerade beschlossenen Sparpakt gebe es eine bessere Haushaltsdisziplin in den einzelnen Staaten. Auch die Wettbewerbsfähigkeit werde verbessert. Es gebe keine Krise des Euro, sondern eine Krise überhöhter Schulden und der Wettbewerbsfähigkeit. Der Euro habe die EU stärker gemacht. Die Währungsunion müsse aber noch mehr politische Gemeinsamkeiten entwickeln, betonte Merkel. Die Kanzlerin rief China auch dazu auf, zusammen mit der internationalen Gemeinschaft gegen die Gewalt in Syrien und gegen das iranische Nuklearprogramm Position zu beziehen. Sie werde bei der chinesischen Führung für eine UN-Resolution zu Syrien werben, kündigte Merkel an. Die Verabschiedung einer solchen scheiterte bislang an China und Russland.

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Die Deutsche Bank hat Ende 2011 überraschend rote Zahlen geschrieben. Der Verlust vor Steuern im vierten Quartal betrug 351 Millionen Euro nach einem Gewinn von 707 Millionen Euro ein Jahr zuvor. Die schlechten Geschäfte im vierten Quartal erklärte Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann mit "der weiterhin unsicheren Marktlage sowie einer fehlenden Risikobereitschaft der Investoren". Im gesamten Jahr hat die Deutsche Bank ihren Gewinn hingegen nahezu verdoppelt. Das größte deutsche Geldinstitut verdiente 2011 unter dem Strich 4,3 Milliarden Euro, wie das Unternehmen in Frankfurt am Main mitteilte. 2010 hatte der Nettogewinn noch 2,3 Milliarden Euro betragen. Ackermann präsentiert am Donnerstag letztmalig die Jahreszahlen seines Unternehmens. Der Schweizer, der seit zehn Jahren an der Spitze der Deutschen Bank steht, tritt im Mai von diesem Posten ab.

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Sechs im Jemen entführte Mitarbeiter der Vereinten Nationen sind nach Angaben der Regierung wieder auf freiem Fuß. Er habe die Freilassung der sechs Geiseln - darunter ein Deutscher - erwirkt und bringe sie zum UN-Büro in der Hauptstadt Sanaa, teilte der jemenitische Elektrizitätsminister Saleh Someh mit. Das Auswärtige Amt in Berlin bestätigte die Freilassung bisher nicht. Die UN-Mitarbeiter waren am Dienstag von Stammeskriegern in der Provinz Al-Mahwit verschleppt worden, die sie als Faustpfand für die Freilassung inhaftierter Stammesmitglieder benutzen wollten. Laut Someh wurde kein Lösegeld gezahlt. Auch habe die jemenitische Regierung keine Zusagen für eine Entlassung von Häftlingen gemacht.

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