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Nachrichten

01.09.2011 – Langsam gesprochene Nachrichten

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die Nachrichten der Deutschen Welle von Donnerstag – als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

Wenige Stunden vor Beginn einer internationalen Hilfskonferenz für Libyen hat die UN-Vetomacht Russland den so genannten Nationalen Übergangsrat der Rebellen als legitime Vertretung des Landes anerkannt. Der Kreml begrüße zudem das Reformprogramm der Aufständischen, das eine neue Verfassung und demokratische Wahlen vorsehe, verlautete aus Moskau. Russland hatte noch im Juli eine Anerkennung der Rebellen abgelehnt. Ebenso wie Deutschland und China hatte sich das Land bei der Abstimmung im UN-Sicherheitsrat über ein militärisches Vorgehen in Libyen enthalten und die NATO-Luftangriffe später wiederholt kritisiert. Die Europäische Union wird nach Angaben von Diplomaten in Paris ihre Sanktionen gegen Libyen teilweise aufheben. An der Konferenz wird auch Bundeskanzlerin Angela Merkel teilnehmen. Allein in Deutschland sind etwa 7,3 Milliarden Euro libyschen Vermögens eingefroren.

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Eine Woche nach dem Fall der libyschen Hauptstadt Tripolis droht in Sirte, der Heimatstadt des langjährigen Machthabers Muammar al Gaddafi, nach wie vor ein Blutbad. Die Bevölkerung in der rund 75.000 Einwohner zählenden Küstenstadt sei gespalten, berichtet der Nachrichtensender Al-Dschasira. Eine Hälfte plädiere für Kampf, die andere Hälfte für Kapitulation. Stammesälteste versuchten, die eingeschlossenen Gaddafi-Truppen davon zu überzeugen, dass im Fall eines Kampfes Frauen und Kinder zuvor die Stadt verlassen könnten. Unterdessen suchen nach Angaben der Aufständischen immer mehr engste Gaddafi-Vertraute ihr Heil in der Flucht oder in Verhandlungen. Nachdem die Ehefrau Gaddafis mit drei Kindern bereits nach Algerien geflüchtet war, wird deren Sohn Al-Saadi mit den Worten zitiert, er habe Verhandlungskontakt zum Übergangsrat der Rebellen aufgenommen. Der drittälteste Gaddafi-Sohn Saif al-Islam rief dagegen zum Durchhalten gegen die Revolutionäre auf.

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In Libyen sind Waffen aus deutscher Produktion aufgetaucht, obwohl deren Export in das nordafrikanische Land nicht erlaubt ist. Libysche Rebellen hätten moderne Sturmgewehre aus der Bundesrepublik in Gaddafis Waffendepots erbeutet, berichten das ARD-Magazin "Kontraste" und die "Stuttgarter Zeitung". Sie stammten eindeutig von der deutschen Rüstungsfirma Heckler & Koch. Wann oder wie die Gewehre nach Libyen gelangten, ist unklar. Bei den gefundenen Waffen handelt sich um G36-Sturmgewehre. Ein Sprecher des Bundeswirtschaftsministeriums erklärte, die Bundesregierung habe keine Kenntnisse darüber, wie die Waffen nach Libyen gelangt sein könnten. Man werde aber versuchen, dies zusammen mit der neuen libyschen Regierung aufzuklären, sobald diese arbeitsfähig sei.

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Die Bundesregierung hat die umstrittene Ausweitung des Euro-Rettungsfonds EFSF auf den Weg gebracht. Das Kabinett in Berlin billigte eine Änderung des Stabilisierungsgesetzes, mit dem zusätzliche Befugnisse des Rettungsschirms und ein höheres Ausleihvolumen für Notkredite national umgesetzt werden sollen. Die deutschen Bürgschaften sollen mit dem Gesetz von derzeit 123 Milliarden Euro auf maximal 211 Milliarden Euro steigen. Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble appellierte an die Bundestagsfraktionen, die Funktionsfähigkeit des Euro-Rettungsschirms nicht durch ihr Abstimmungsverhalten zu gefährden. Im deutschen Fernsehen sagte Schäuble, niemand stelle das Mitspracherecht des Parlaments in Frage. Der Rettungsschirm müsse aber schnell und diskret handeln können. Sonst würden spekulative Prozesse angeheizt statt verhindert. Bundestag und Bundesrat sollen Ende September über die Ausweitung des Rettungsfonds abstimmen.

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EU-Ratspräsident Herman Van Rompuy hat die von Deutschland und Frankreich geforderte Aufnahme einer Schuldenbremse in die Verfassungen aller EU-Staaten als hilfreich, aber nicht notwendig bezeichnet. Die Festschreibung einer Schuldenbremse könne helfen, doch das Wichtigste sei, dass die Regierungen ihr Defizit reduzierten, sagte Van Rompuy dem französischen Fernsehsender LCI.

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DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Überwiegend freundlich und länger sonnig bei Tageshöchsttemperaturen zwischen 16 und 25 Grad. Vor allem im Nordosten und Südwesten noch örtlich Schauer oder Gewitter. DIE WEITEREN AUSSICHTEN: Am Freitag in der Nordhälfte heiter und trocken. Weiter südlich mehr Wolken, dabei gebietsweise Schauer und Gewitter. Die Maximaltemperaturen liegen bei 17 bis 28 Grad.

 

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