1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

Nachrichten

01.08.2012 – Langsam gesprochene Nachrichten

Trainiere dein Hörverstehen mit den Nachrichten der Deutschen Welle von Freitag – als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

***

Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International hat dem syrischen Regime von Präsident Baschar al-Assad die Tötung zahlreicher friedlicher Demonstranten und Passanten in der Wirtschaftsmetropole Aleppo vorgeworfen. Etliche junge Männer, aber auch Kinder sowie ältere Personen seien von Regierungstruppen oder verbündeten Milizen erschossen worden, heißt es in einem jetzt veröffentlichten Bericht. Einige der Getöteten seien lediglich Zuschauer gewesen, die gar nicht an Demonstrationen teilgenommen hätten. Die Familien der Toten seien genötigt worden, in Stellungnahmen zu versichern, dass ihre Angehörigen von bewaffneten Terroristen getötet worden seien. Derweil wird die Lage der Zivilbevölkerung in Aleppo immer katastrophaler. Die Gefechte zwischen Regierungstruppen und Aufständischen setzen sich auch den fünften Tag in Folge fort. Hunderttausende Einwohner sind bereits auf der Flucht.

***

Die deutsche Bundesregierung hat Überlegungen zu einer unbegrenzten Ausweitung der finanziellen Schlagkraft des Euro-Rettungsfonds ESM kategorisch zurückgewiesen. Die dafür nötige Banklizenz sei nicht im ESM-Vertrag vorgesehen, und es bestehe dafür auch keine Notwendigkeit, sagte eine Sprecherin des Finanzministeriums in Berlin. Von Gesprächen über eine solche Banklizenz sei dem Ministerium nichts bekannt. Für Aufsehen gesorgt hatte ein Bericht der "Süddeutschen Zeitung", nach dem wichtige Eurostaaten wie Frankreich und Italien erwögen, dem ESM unbegrenzt Zugriff auf Kredite der Europäischen Zentralbank (EZB) zu gewähren. Der Fonds solle Länder wie Spanien und Italien in Zukunft unterstützen können, indem er in großem Stil Anleihen der Staaten kaufe. Die Bundesregierung hatte in der Vergangenheit wiederholt betont, dass sie einen solchen Schritt ablehnt.

***

Die neue sozialistische Regierung in Frankreich hat ihr erstes großes Reformpaket im Parlament durchgesetzt, das Steuererhöhungen für Vermögende und Großunternehmen vorsieht. Mit dem von der Nationalversammlung und dem Senat gebilligten Nachtragshaushalt 2012 sollen wichtige Korrekturen vorgenommen werden, nachdem das Wirtschaftswachstum hinter den Erwartungen zurückgeblieben war. Die Linksregierung unter Präsident François Hollande nahm etliche Maßnahmen des Amtsvorgängers Nicolas Sarkozy zurück. So wurden zum Beispiel die Steuervergünstigungen für Überstunden wieder kassiert. Die Finanztransaktionssteuer wurde hingegen verschärft. Für den Etat des kommenden Jahres hat Hollande auch Ausgabenkürzungen in Aussicht gestellt. - Die konservative UMP legte wie angekündigt Verfassungsbeschwerde gegen das neue Budget ein.

***

US-Präsident Barack Obama hat im Atomstreit mit dem Iran neue Sanktionen verhängt. Die Strafmaßnahmen zielten auch auf die chinesische Bank Kunlun und das irakische Kreditinstitut Elaf Islamic, die der Regierung in Teheran bei der Umgehung internationaler Sanktionen helfen würden, teilte das Weiße Haus mit. Zudem zogen Obama und der US-Kongress die Sanktionsschraube gegen den iranischen Energiesektor an. Die neue Initiative sieht Strafen für jene vor, die gemeinsam mit der Islamischen Republik Uran fördern, das Land mit Öltankern ausstatten oder der staatlichen Reederei Versicherungen anbieten.

***

Im ostafrikanischen Uganda sind drei weitere Menschen am lebensgefährlichen Ebola-Fieber erkrankt. 15 Patienten mit möglichen Ebola-Symptomen lägen bereits in Quarantäne in einem Krankenhaus im Distrikt Kibaale, teilte das ugandische Gesundheitsministerium in Kampala mit. Die Seuche war vor drei Wochen im Westen des Landes ausgebrochen. 14 Menschen starben bereits. Neben Teams der Weltgesundheitsorganisation, des US-amerikanischen Zentrums für Krankheitskontrolle und des ugandischen Roten Kreuzes sind auch Experten der Organisation "Ärzte ohne Grenzen" im Einsatz. Das Ebola-Fieber ist hochansteckend und wird durch Tröpfcheninfektion übertragen. Es gibt weder vorbeugende Impfungen noch ein Heilmittel. Die Krankheit verläuft in 50 bis 90 Prozent der Fälle tödlich.

Die Redaktion empfiehlt

WWW-Links

Audio und Video zum Thema